Daten · Geburtenstatistik
Mit 677.000 Geburten war 2025 das Jahr mit den wenigsten Neugeborenen seit 2011. Das Durchschnittsalter von Erstgebärenden liegt zum ersten Mal über 31 Jahren. Eine datenbasierte Einordnung ohne Alarmismus.
Fakten-Check: April 2026Die Zahlen im Überblick
- Geburten 2025
- 677.000
- Veränderung zu 2024
- −3,2%
- Durchschnittsalter der Mutter bei Erstgeburt
- 31,1 Jahre
- Fertilitätsrate
- 1,35 Kinder pro Frau
Was dahinter steckt
Der Rückgang ist kein kurzfristiger Effekt. Seit dem Peak von 795.000 Geburten in 2021 (Corona-Nachholeffekt) sinkt die Zahl kontinuierlich. Drei strukturelle Gründe erklären die Entwicklung:
- Spätere Familiengründung. 1990 lag das Durchschnittsalter bei Erstgeburt bei 26,6 Jahren, 2025 bei 31,1. Das verschiebt die Familienphase und reduziert die Anzahl biologisch möglicher Kinder.
- Wirtschaftliche Unsicherheit. Umfragen des BiB (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung) zeigen: 34% der kinderlosen 30-39-Jährigen nennen „finanzielle Unsicherheit" als Hauptgrund für das Aufschieben.
- Gewandelte Lebensziele. Der Anteil der Frauen ohne Kinder im Alter 40-44 ist von 17% (2012) auf 22% (2024) gestiegen.
Regionale Unterschiede
Niedersachsen und Bayern haben mit 1,45 bzw. 1,43 Kindern pro Frau die höchsten Raten, Berlin mit 1,22 die niedrigste. Städte-Land-Gefälle bleibt deutlich: Großstädte liegen im Schnitt 0,15 unter dem Bundesdurchschnitt.
Was das für werdende Eltern bedeutet
Demografische Trends sagen wenig über deine individuelle Situation aus. Sie sind aber relevant für:
- Kita-Verfügbarkeit: In Regionen mit sinkenden Geburtenzahlen werden Plätze etwas entspannter.
- Medizinische Versorgung: Geburtskliniken schließen in ländlichen Regionen, weil Fallzahlen sinken. Gut zu wissen für Geburtsplanung auf dem Land.
- Politische Debatten: Elterngeld, Kindergeld und Kitaplätze werden 2026 im Bundestag neu verhandelt. Bleib informiert.