Wann solltest du die Kliniktasche packen?
Ein guter Zeitpunkt liegt in SSW 35 oder SSW 36, also etwa vier bis fünf Wochen vor deinem errechneten Termin. Im dritten Trimester können Wehen jederzeit früher als geplant einsetzen, und dann willst du keine halbe Stunde mit Suchen verbringen.
Ein praktischer Tipp: Pack die Tasche in zwei Runden. Zuerst alles, was du nicht täglich brauchst, etwa Dokumente, Babykleidung und Snacks. Die Alltagsgegenstände, Ladekabel, Kosmetik und dein Handy, legst du daneben und packst sie am Tag X dazu. So steht die Tasche fertig, ohne dass dir tagelang Dinge fehlen.
Nutze unseren SSW-Rechner, um zu sehen, in welcher Woche du gerade bist, und checke deinen Vorsorge-Terminplaner für die letzten Untersuchungen vor der Geburt. Das Anmeldegespräch in der Wunschklinik solltest du rechtzeitig vereinbart haben: viele Kliniken empfehlen ein Vorgespräch zwischen SSW 30 und SSW 36, manche sehen es bereits früher vor. Sprich mit deiner Wunschklinik konkret ab, wann sie ein Anmeldegespräch wünscht.
Dokumente und Unterlagen
Der Mutterpass ist das wichtigste Dokument, das du mitnimmst. Ohne ihn kann das Klinikpersonal keine vollständige Geburtsanamnese aufnehmen. Pack ihn als Erstes ein und lege ihn ganz oben oder in ein separates Fach, damit er beim Einchecken sofort griffbereit ist. Im Mutterpass sind alle relevanten Befunde dokumentiert, darunter Blutgruppe, Antikörper-Suchtest und sämtliche Ultraschall-Befunde.
Ein Geburtsplan ist optional, kann aber helfen, Wünsche zur Geburt klar zu kommunizieren. Halte ihn auf ein bis zwei Seiten kurz und hände ihn der aufnehmenden Hebamme direkt beim Ankommen aus. Zu lange Pläne werden unter Zeitdruck kaum gelesen.
- Mutterpass, alle Vorsorgebefunde
- Krankenversicherungskarte, gesetzlich oder privat
- Personalausweis oder Reisepass
- Geburtsplan, falls vorhanden, ein bis zwei Seiten; direkt an die Hebamme übergeben
- Falls vorhanden: GBS-Abstrich-Ergebnis (häufig eine IGeL-Leistung, daher nicht standardmäßig im Mutterpass)
- Notfallkontakte, aufgeschrieben auf Papier, nicht nur im Handy
- Krankenhausformulare, falls du dich vorangemeldet hast und noch Unterlagen fehlen
Kleidung für Mama: Kreißsaal und Wochenbett
Für den Kreißsaal selbst bekommst du in den meisten Kliniken ein Krankenhaushemd. Trotzdem packen viele Frauen ein eigenes, weiches Geburts-Shirt ein, das vorne öffnet, für frühen Hautkontakt nach der Geburt. Ein weites Baumwoll-T-Shirt in deiner normalen Größe tut es genauso gut.
Für das Wochenbett gilt: Bequemlichkeit vor Ästhetik. Plane für zwei bis vier Tage bei Spontangeburt, vier bis fünf Tage bei Kaiserschnitt. Dein Körper hat gerade Großes geleistet, bequeme Kleidung ohne enge Bündchen oder Druckpunkte hilft dabei, dass du dich so gut wie möglich erholst.
- 2 bis 3 bequeme Schlaf- oder Stillhemden, vorne öffnend wenn du stillen möchtest
- Rutschfeste Socken oder Pantoffeln, der Boden ist oft kalt
- Bademantel oder leichte Strickjacke
- Wochenbett-Einlagen oder dunkle Baumwollunterwäsche, mehrere Paare
- Outfit für die Heimfahrt, etwas Bequemes in Schwangerschaftsgröße, der Bauch ist nach der Geburt noch vorhanden
Kleidung und Erstausstattung fürs Baby
Die Klinik stellt Windeln und Pflegeartikel oft für die ersten Tage bereit, aber eigene Babykleidung brauchst du für die Entlassung und als Backup. Neugeborenen-Größe (50/56) passt bei den meisten Babys für die ersten Wochen. Falls du weißt, dass dein Baby voraussichtlich größer sein wird (Ultraschall-Schätzung), pack Größe 56/62 zur Sicherheit mit ein.
Denk auch an die Jahreszeit: Im Winter braucht das Baby für die Heimfahrt eine warme Decke, da Autositze keine Schneeanzüge erlauben, die Gurte liegen sonst nicht korrekt an.
- 2 bis 3 Bodys oder Strampler, Größe 50 bis 56
- 1 bis 2 Schlafanzüge
- Mützchen, Babys verlieren über den Kopf viel Wärme
- Wolldecke oder Pucktuch
- Autositz, muss bereits vor der Geburt eingebaut und auf korrekte Gurte geprüft sein
In der Regel wird die Geburt innerhalb einer Woche beim Standesamt angemeldet, viele Kliniken erledigen die formale Geburtsanzeige direkt. Die Beantragung der Geburtsurkunde durch die Eltern erfolgt je nach Bundesland persönlich oder per Vollmacht der Klinik. Ihr benötigt dafür einen fertigen Namen des Kindes.
Snacks und Getränke für die Geburt
Eine Wehenphase kann Stunden dauern, in dieser Zeit wird kaum an Essen gedacht. Trotzdem brauchen Mama und Begleitperson Energie. Pack leicht verdauliche, nicht zu geruchsintensive Snacks ein. Manche Kliniken erlauben in der aktiven Geburtsphase nur noch klare Flüssigkeiten, deshalb sind isotonische Getränke (etwa elektrolythaltige Sportgetränke) eine praktische Option, um Flüssigkeit und Mineralien aufzunehmen.
Nach der Geburt, egal ob Spontangeburt oder Kaiserschnitt, wirst du hungrig sein. Pack ein paar herzhafte Snacks extra für den Moment direkt danach ein, denn Krankenhausmahlzeiten kommen oft erst Stunden nach der Verlegung aus dem Kreißsaal auf die Wochenstation.
- Isotonische Sportgetränke oder Elektrolyt-Pulver, praktisch bei langer Wehentätigkeit
- Weiche Energieriegel, Trockenfrüchte, Nüsse
- Salzige Cracker oder Toast, gut bei Übelkeit zwischen den Wehen
- Kaugummis oder Pfefferminzbonbons, helfen bei trockenem Mund
- Eine gefüllte Wasserflasche, mindestens 1 Liter
- Ein Snack für danach, Nussbutter-Sandwich oder Studentenfutter für die erste Mahlzeit nach der Geburt
Kliniktasche für den Partner oder die Begleitperson
Die Begleitperson wird oft vergessen, sitzt aber genauso viele Stunden in der Klinik. Bei langen Geburten ist es sinnvoll, wenn sie eine eigene kleine Tasche dabei haben. Die aktive Eröffnungsphase dauert typischerweise rund acht bis achtzehn Stunden bei Erstgebärenden, mit großer individueller Streuung; bei Mehrgebärenden ist es oft kürzer. Plane lieber zu lang als zu kurz.
Gut vorbereitet ist außerdem, wer die Fotoeinstellungen am Handy schon vorab testet. Im Kreißsaal ist es oft warm und das Licht ungewohnt, ein paar Testfotos vorab sparen Frust im entscheidenden Moment.
- Ladekabel und Powerbank, Handys gehen bei intensiver Foto- und Video-Nutzung schnell leer
- Eigene Snacks und Getränke
- Wechsel-Shirt, Geburten können dauern und Kreißsäle sind warm
- Kleingeld oder Karte für Automaten und Cafeteria
- Kissen oder Nackenkissen, falls eine Nacht bleibt
- Playlist oder Podcast zur Entspannung zwischen aktiven Wehenphasen
Kliniktasche bei Kaiserschnitt
Bei einem geplanten Kaiserschnitt ist der Aufenthalt in der Regel länger, vier bis fünf Tage statt zwei bis drei, und die Mobilität in den ersten Tagen ist eingeschränkter. Das beeinflusst, was du einpackst. Die Bauchdecke ist nach der Operation empfindlich, und Kleidung, die direkt auf der Narbe aufliegt oder reibt, macht die Erholung schwerer.
Besonders wichtig beim Kaiserschnitt: die erste Zeit nach der OP verbringst du liegend oder sitzend, deshalb macht ein E-Reader oder Tablet mit geladenen Inhalten mehr Sinn als schwere Bücher. Auch ein Kissen als Schutz für die Narbe beim ersten Husten oder Lachen empfehlen viele Frauen.
- Mehr Wäsche einpacken, fünf bis sechs Unterwäscheteile statt drei, da die Mobilität eingeschränkt ist
- Hohe, weiche Baumwoll-Slips (mindestens bis zum Bauchnabel reichend); der Bund sollte oberhalb der Narbe sitzen, damit nichts auf die Wunde reibt. Spezielle Kaiserschnitt-Slips gibt es in der Apotheke.
- Bequeme weite Hosen oder Kleider, nichts was an der Narbe drückt oder zieht
- Ladekabel und Tablet oder E-Reader, mehr Bettruhe bedeutet mehr Unterhaltungsbedarf
- Hausschuhe mit flacher Sohle für erste Gehversuche auf dem Flur
- Kleines Kissen für die Narbe, hilft beim Husten oder Niesen in den ersten Tagen
Beachte auch: nach einem Kaiserschnitt gelten besondere Wochenbettregeln. Unser Wochenbett-Ratgeber gibt dir einen Überblick über die ersten Wochen zu Hause.
Was du nicht einpacken musst
Weniger ist mehr, eine überfüllte Tasche kostet im Stress Zeit. Diese Dinge lässt du besser zu Hause:
- Schwere Bücher: E-Reader sind leichter und einfacher zu halten, wenn man erschöpft ist
- Zu viel Kosmetik: Reinigungstücher und Lippenbalsam genügen für die Klinik
- Schmuck und Wertgegenstände: Kreißsaal-Schmuck muss abgenommen werden und kann verloren gehen
- Zu viele Babysachen: die Klinik stellt Erstversorgung bereit, zwei bis drei Outfits reichen
- Eigene Handtücher in großen Mengen: die meisten Kliniken stellen welche bereit; ein extra-weiches für dich selbst ist trotzdem okay
- Laptop: das Handy reicht für Fotos und Nachrichten; weniger Gerät bedeutet weniger Ladesorgen
- Aufwendige Hausapotheke: Schmerzmittel und Wundpflege stellt die Klinik. Eigene Medikamente bitte vorab mit dem Personal absprechen
Gut vorbereitet: Frag bei deiner Klinik nach dem empfohlenen Zeitpunkt für das Vorgespräch oder Anmeldegespräch, oft liegt es zwischen SSW 30 und SSW 36. Wer unseren Elterngeld-Rechner noch nicht genutzt hat, sollte das ebenfalls vor der Geburt erledigen, damit die Antragstellung direkt nach der Entlassung starten kann.
Hinweis: Diese Liste ist ein Vorschlag, frag deine Klinik nach ihrer offiziellen Packliste, denn manche Häuser stellen Wochenbettwäsche, Wochenbett-Einlagen oder Stilleinlagen selbst zur Verfügung.