Hinweis: Die SSW-Berechnung folgt der LMP-Konvention. Bei abweichender Zykluslänge oder unbekanntem LMP-Datum legt deine Praxis das Datum per Ultraschall fest. Dieser Rechner ersetzt keine ärztliche Beratung.
Was ist genau SSW 12+3?
SSW steht für Schwangerschaftswoche, die offizielle Einheit in der deutschen Geburtsheilkunde. Die Zählung beginnt am ersten Tag deiner letzten Periode, nicht am eigentlichen Konzeptionszeitpunkt. Das Format SSW 12+3 bedeutet: 12 vollständig abgeschlossene Wochen plus 3 weitere Tage. Du befindest dich also im 88. Schwangerschaftstag, gezählt ab dem ersten Tag der letzten Periode.
Warum fängt die Zählung vor der eigentlichen Befruchtung an? Weil der erste Tag der letzten Periode für die meisten Frauen leicht feststellbar ist, das genaue Konzeptionsdatum hingegen nicht. Die Ovulation findet im Durchschnitt 14 Tage nach Zyklusbeginn statt, die Embryonalentwicklung beginnt also tatsächlich erst in SSW 3. Rechnerisch dauert eine Schwangerschaft so 40 Wochen (280 Tage) ab LMP. Diese Zählkonvention entspricht der klinischen Praxis und wird in Deutschland einheitlich angewendet.
Warum stimmt meine SSW nicht mit dem Ultraschall überein?
Unser Rechner berechnet die SSW anhand deiner letzten Periode, dem klinischen Standard in Deutschland. Dieser Wert stimmt nur bei einem Zyklus von exakt 28 Tagen präzise. Bereits eine Zyklusabweichung von ±5 Tagen kann die berechnete SSW um mehrere Tage verschieben. Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung misst deine Ärztin die Scheitel-Steiß-Länge (SSL) per Ultraschall. Dieses Maß erlaubt im ersten Trimester eine SSW-Bestimmung auf ±5 Tage genau, weil das Wachstum in dieser Phase bei allen Föten sehr gleichmäßig verläuft.
Weicht die Ultraschall-SSW mehr als 7 Tage von der berechneten SSW ab, wird die Ultraschall-Datierung in den Mutterpass übernommen. Danach ist dieser Termin verbindlich für alle weiteren Vorsorgen und für die Berechnung des Mutterschutzbeginns. Ab dem zweiten Trimester verlieren Ultraschall-Korrekturen an Aussagekraft, weil die individuelle Wachstumsvariation zunimmt.
Die drei Trimester und ihre SSW-Grenzen
Eine Schwangerschaft gliedert sich in drei Abschnitte. Die Grenzen sind klinisch relevant, weil sich Risiken, Vorsorgeintervalle und körperliche Beschwerden je nach Trimester deutlich unterscheiden:
- 1. Trimester: SSW 1–13. Die Phase der Organanlage. Viele Frauen erleben Schwangerschaftsübelkeit und Müdigkeit. Die ersten Anzeichen zeigen sich oft ab SSW 5. Das Fehlgeburtsrisiko ist im ersten Trimester am höchsten und sinkt nach SSW 12 deutlich.
- 2. Trimester: SSW 14–27. Übelkeit lässt meist nach, der Bauch wird sichtbar und die Energie kehrt zurück. In SSW 20 findet das Organscreening statt. Ab etwa SSW 18 spüren viele Mütter die ersten Kindsbewegungen.
- 3. Trimester: SSW 28–40+. Ab SSW 28 legt dein Baby stark an Gewicht zu. Ab SSW 37 gilt eine Geburt als termingerecht. Jetzt ist Zeit, die Kliniktasche zu packen und den Geburtsplan zu erstellen.
Wann ist welche Vorsorge dran?
Die Mutterschaftsrichtlinien schreiben 10 reguläre Vorsorgeuntersuchungen vor, deren Zeitpunkte fest an bestimmte SSW gebunden sind. Ein persönlicher Vorsorge-Terminplan hilft dir, alle Termine im Blick zu behalten:
- SSW 8–12: Erste Vorsorge mit Blutabnahme, Urintest, Blutdruckmessung, Bestimmung der Blutgruppe und erstem Ultraschall. Dein Mutterpass wird angelegt.
- SSW 11–14: Ersttrimester-Screening (ETS) mit Nackentransparenzmessung, optional und in der Regel IGeL-Leistung. Der nicht-invasive Pränataltest (NIPT) auf Trisomien ist seit 2022 GKV-Leistung nach individueller ärztlicher Beratung und Indikationsstellung, nicht pauschal für alle Schwangeren.
- SSW 18–22: Zweiter Ultraschall, Biometrie des Fötus, Fruchtwassermenge, Lage der Plazenta.
- SSW 19–22: Organscreening (erweiterter Ultraschall), alle Organe werden systematisch kontrolliert.
- SSW 24–28: Oraler Glukosetoleranztest (oGTT) auf Schwangerschaftsdiabetes, Kassenleistung.
- SSW 28–32: Dritter Ultraschall. Ein CTG wird in dieser Phase nicht routinemäßig für alle Schwangeren eingesetzt, sondern nur bei medizinischer Indikation.
- Ab SSW 36: Wöchentliche Vorsorgen, GBS-Abstrich, Geburtsplanung. Idealerweise hast du jetzt einen Geburtsvorbereitungskurs absolviert und deine Wunsch-Geburtsklinik besichtigt.
SSW und Mutterschutz: welche Fristen gelten?
Deine aktuelle SSW bestimmt direkt wichtige rechtliche Fristen. Der gesetzliche Mutterschutz beginnt 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, also bei einem ET in SSW 40 bereits ab SSW 34. Nach der Geburt schließt sich eine Schutzfrist von 8 Wochen an, bei Früh- und Mehrlingsgeburten sogar 12 Wochen.
Für finanzielle Planung lohnt sich ein früher Blick in den Elterngeld-Rechner. Alle relevanten Fristen und Leistungen im Überblick findest du im Bereich Recht und Finanzen.
Babys Entwicklung Woche für Woche
Jede SSW bringt neue Meilensteine. In SSW 6 schlägt das Herz erstmals, in SSW 9 sind die Finger angelegt und dein Baby wird als Fötus bezeichnet. In SSW 12 sind alle Organe angelegt und das erste Trimester ist abgeschlossen. In SSW 24 gilt dein Baby in Deutschland als lebensfähig. Beim Baby-Größenrechner kannst du nachsehen, wie groß und schwer dein Baby in jeder Woche ungefähr ist.
Unsere Wochenseiten begleiten dich von SSW 5 bis SSW 42 mit detaillierten Informationen zu Symptomen, Babygröße und den wichtigsten Untersuchungen der jeweiligen Woche.
SSW bei unregelmäßigem Zyklus berechnen
Ein Zyklus kürzer als 28 Tage bedeutet, dass die Ovulation früher stattfindet. Weil die Empfängnis dann früher erfolgt ist, ist die Schwangerschaft weiter fortgeschritten als die reine LMP-Rechnung anzeigt. Bei einem Zyklus von 24 Tagen beträgt die Korrektur +4 Tage. Bei einem Zyklus von 35 Tagen ovulierst du später, die tatsächliche Schwangerschaftsdauer ist also geringer als die LMP-Methode anzeigt, die Korrektur beträgt dann minus 7 Tage. Unser Rechner berücksichtigt diese Verschiebung automatisch, wenn du deine Zykluslänge eingibst.
Bei der Planung einer Schwangerschaft hilft der Eisprung-Rechner, um das fruchtbare Fenster präzise zu bestimmen. Bei einem Zyklus unter 21 Tagen oder über 35 Tagen ist eine gynäkologische Abklärung sinnvoll. In diesen Fällen ist der Ultraschall im ersten Trimester die verlässlichste Methode zur genauen SSW-Bestimmung.
Tipps für die ersten SSW
Sobald du deine Schwangerschaftswoche kennst, gibt es einige praktische Schritte, die du jetzt angehen solltest:
- Gynäkologen-Termin buchen für die erste Vorsorge und deinen Mutterpass. Viele Praxen haben Wartezeiten von 2–4 Wochen, also frühzeitig anrufen.
- Folsäure supplementieren, 400 µg täglich sind die Standardempfehlung für die meisten Frauen. Höhere Dosierungen (z. B. 800 µg) empfiehlt deine Ärztin bei bestimmten Risikofaktoren oder Vorgeschichte. Am besten schon vor der Schwangerschaft beginnen und bis mindestens Ende des ersten Trimesters weiternehmen. Folsäure schützt vor Neuralrohrdefekten.
- Hebamme frühzeitig suchen. Der Hebammen-Mangel in Deutschland ist real: In vielen Regionen sind Hebammen bereits in SSW 6–8 ausgebucht. Warte nicht bis zum zweiten Trimester.
- Ernährung anpassen. Bestimmte Lebensmittel sind in der Schwangerschaft zu meiden, darunter roher Fisch, nicht pasteurisierter Käse und Alkohol. Unsere Ernährungs-Übersicht gibt dir einen schnellen Überblick.
- Geburt vorbereiten. Im dritten Trimester wird es konkret: Kurs buchen, Klinik besichtigen und die Kliniktasche rechtzeitig packen.