Du hast einen positiven Test, Termin in 2 Wochen, Frauenärztin will alles beim ersten Termin checken. Die Erstvorsorge ist die ausführlichste Untersuchung der gesamten Schwangerschaft: Anamnese, Ultraschall, große Blutuntersuchung, Urin und das Ausstellen des Mutterpasses.
Hier ist, was passiert, was du mitbringst und welche Fragen du stellen solltest.
Was du jetzt tun kannst
Drei Schritte vor dem Termin.
1. Letzte Periode notieren
Die Frauenärztin braucht das Datum vom ersten Tag deiner letzten Periode. Aus dem Datum wird der voraussichtliche Geburtstermin (ET) berechnet. Bei unsicherem Datum: Smartphone-Kalender, Tampon-Apps, Brust-Spannen-Tagebuch.
2. Liste deiner Vorerkrankungen
Die Frauenärztin fragt nach: Allergien, chronische Erkrankungen (Asthma, Hashimoto, Bluthochdruck), Operationen, frühere Schwangerschaften, Fehlgeburten, Familien-Erkrankungen.
3. Medikamenten-Liste
Auch frei verkäufliche, pflanzliche, Nahrungsergänzung. Die Frauenärztin prüft, was in der Schwangerschaft weiter erlaubt ist und was angepasst werden muss (z.B. L-Thyroxin oft Dosis-Anpassung).
Ablauf der Erstvorsorge
Typische Inhalte (Reihenfolge variiert je nach Praxis):
| Schritt | Was passiert |
|---|---|
| 1. Anamnese | 20-30 Min Gespräch zu Vorgeschichte, Lifestyle, Familien-Erkrankungen |
| 2. Vaginal-Ultraschall | Embryo, Herztöne ab Woche 6-7, ET berechnen |
| 3. Blutabnahme | Blutgruppe, Rhesus, Antikörper, Röteln, Lues (Syphilis), HIV, Hepatitis B |
| 4. Urinprobe | Eiweiß, Zucker, Bakterien |
| 5. Blutdruck und Gewicht | Ausgangswerte für Vergleich |
| 6. Mutterpass | Ausstellung mit ersten Eintragungen |
| 7. Aufklärung | Folsäure, Vorsorge-Plan, NIPT-Optionen, weitere Termine |
Nach diesen Schritten hast du den Mutterpass und einen klaren Vorsorge-Plan in der Hand.
Was im Mutterpass steht
Der Mutterpass ist 32 Seiten und dokumentiert die ganze Schwangerschaft. Wichtigste Einträge:
- Personalien der Schwangeren
- Anamnese-Befunde aus der Erstvorsorge
- Blutgruppe und Rhesus-Faktor
- Ergebnisse Antikörper-Suchtest
- Hepatitis-B- und Röteln-Status (beim HIV-Test wird nur vermerkt, dass er gemacht wurde, nicht das Ergebnis)
- Gravidogramm: Verlauf jeder Vorsorge
- Ultraschall-Befunde
- Geburts-Daten nach der Geburt
- Wochenbett-Eintragung
Wichtige Fragen, die du stellen solltest
Die Erstvorsorge ist der beste Moment für Grundsatz-Fragen:
- Welche Medikamente kann ich weiter nehmen, welche umstellen?
- Welche Vorsorge-Termine sind GKV, welche IGeL?
- Empfehlst du detailliertes Organscreening (DEGUM 2)?
- NIPT bei meinem Risiko sinnvoll?
- Wann macht ihr Ersttrimester-Screening?
- Hebamme empfehlen bei euch in der Region?
- Wer ist Notfall-Ansprechpartnerin außerhalb der Praxiszeiten?
Die Erstvorsorge legt das Fundament für die ganze Schwangerschaft. Wer hier offen über die eigene Vorgeschichte spricht und den Vorsorge-Plan versteht, vermeidet späte Überraschungen und kann sich auf jeden weiteren Termin besser vorbereiten.
5 Fehler, die fast alle machen
Diese Punkte tauchen in fast jeder Frauenarzt-Sprechstunde auf:
- Termin zu früh. Eine sichere Darstellung gelingt im Ultraschall meist ab SSW 5 bis 6 (Fruchtsack) und ab SSW 6 bis 7 (Herzaktion). Die reguläre erste Vorsorge mit Basis-Ultraschall liegt in SSW 8+0 bis 11+6. Vereinbare den Termin entsprechend zügig.
- Letzte Periode unsicher. Bei unsicherem Datum sagt der Arzt das, ET wird per Ultraschall korrigiert. Trotzdem helfen Annäherungs-Daten.
- Medikamente verschweigen. Auch Nahrungsergänzung und pflanzliche Mittel angeben. Manche müssen umgestellt werden.
- Mutterpass zuhause lassen. Immer dabeihaben, auch im Urlaub. Im Notfall ist er Ausgangsbasis.
- Fragen sparen. Erstvorsorge ist der ausführlichste Termin, alles ansprechen was wichtig ist.
Häufige Fragen zu diesem Thema
Die Fragen, die zu diesem Thema am häufigsten gestellt werden.
Die reguläre erste Vorsorge mit Basis-Ultraschall liegt in SSW 8+0 bis 11+6. Anamnese und erste Bluttests können auch davor erfolgen. Wichtige Diagnostik-Fenster: Ersttrimester-Screening SSW 11+0 bis 13+6, zweiter Basis-Ultraschall SSW 18+0 bis 21+6.
Vollständig GKV-finanziert. Versichertenkarte mitbringen, keine Selbstbeteiligung.
Üblicherweise nicht. Frag bei Terminvereinbarung. Bei Übelkeit darfst du leicht frühstücken.
Blutgruppen-Merkmal. Bei Rhesus-negativen Müttern kann ab SSW 11+0 ein nicht-invasiver Bluttest zur Bestimmung des fetalen RhD-Faktors gemacht werden (Kassenleistung seit 2021). Ist der Fetus RhD-positiv, erhält die Mutter Anti-D-Immunglobulin (Prophylaxe in SSW 27+0 bis 29+6 und nach der Geburt innerhalb von 72 Stunden). Bei RhD-negativem Fetus kann die Prophylaxe entfallen.
Zeigt, ob die Mutter Antikörper gegen Blutgruppen-Merkmale des Babys hat. Wichtig zur Frühwarnung bei seltener Blutgruppen-Konstellation.
Ja. Frauenärztin füllt erste Seiten aus, du bekommst ihn mit nach Hause.
Stand: Juni 2026. Wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig.



