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Organscreening Woche 20: Ablauf, DEGUM, Befunde

Das Organscreening findet im G-BA-Fenster zwischen SSW 18+0 und 21+6 statt. Was in den 30 bis 60 Minuten Ultraschall untersucht wird, was die DEGUM-Stufen bedeuten und welche Kosten als Selbstzahler anfallen.

Mamenza-Redaktion
Zuletzt geprüft · 5 Min. Lesezeit
Das große Organscreening (20. SSW)

Du hast Termin für das große Organscreening, etwa SSW 20. Es ist eine zentrale Ultraschall-Untersuchung der Schwangerschaft: in 30 bis 60 Minuten werden ausgewählte Strukturen des Babys systematisch beurteilt, Plazenta und Fruchtwasser bewertet. Der G-BA bietet im Fenster SSW 18+0 bis 21+6 die Wahl zwischen einer Basis-Ultraschalluntersuchung und einer erweiterten Basis-Ultraschalluntersuchung (beide Kassenleistung). Eine weiterführende Feindiagnostik (DEGUM-Stufe II/III) ist bei medizinischer Indikation möglich.

Hier ist, was passiert, was geschaut wird und welche Befunde wann auffallen.

Was du jetzt tun kannst

Drei Schritte vor dem Termin.

Organscreening Woche 20: Ablauf, DEGUM, Befunde Infografik
Abb. 1: Das Organscreening um SSW 20 prüft wichtige Organstrukturen, Wachstum und Plazenta und hilft, auffällige Befunde gezielt weiter abzuklären.

1. Termin in Pränatalmedizin-Praxis buchen

Standard-Frauenarzt-Praxen machen den Basis-Ultraschall. Für ein detailliertes Organscreening (DEGUM-Stufe II oder III) gehst du in eine Pränatalmedizin-Praxis. Bei Indikation übernimmt GKV die Kosten.

2. Aufklärung verstehen

Vor dem Screening erklärt der Arzt, was geschaut wird und was Auffälligkeiten bedeuten könnten. Manche Eltern wollen nur "alles okay" hören, andere maximale Information. Sag deine Präferenz vorab.

3. Partner mitbringen

Es ist ein langer Termin mit vielen Bildern. Partner kann zuschauen, Fragen stellen, emotional unterstützen, falls Befunde auftauchen.

Was wird untersucht?

Das Organscreening folgt einer festgelegten Reihenfolge:

  • Kopf: Hirnstrukturen, Schädelform, Gesichtsspalte
  • Wirbelsäule: Beurteilung auf Hinweiszeichen für Spina bifida und andere Strukturauffälligkeiten; eine sichere Ausschlussdiagnose ist mit Ultraschall allein nicht in allen Fällen möglich
  • Herz: 4-Kammer-Blick, Ausflussbahnen, Aortenbogen
  • Bauch: Magen, Nieren, Blase, Bauchwand
  • Extremitäten: alle Knochen vorhanden, Hände, Füße
  • Plazenta: Lage (Vorderwand, Rückwand), Auffälligkeiten
  • Fruchtwasser: zu viel, zu wenig?
  • Geburtsweg: Plazenta praevia ausschließen
  • Doppler bei Bedarf: Plazenta-Durchblutung

DEGUM-Stufen

Der Befund-Umfang hängt vom Pränatalmediziner-Niveau ab:

DEGUM-StufeWas wird gemacht
Stufe IBasis-Sonografie im Vorsorgeplan, erkennt Warnzeichen (DEGUM-Qualifikation)
Stufe IIPränatalmedizinische Praxis: detailliertes Organscreening bei Risiko oder auffälligem Befund
Stufe IIIHöchste Spezialisierung, oft an Zentren: komplexe Auffälligkeiten und seltene Diagnostik

Welche Stufe für dich passt, hängt von deinem Risiko-Profil ab.

Häufige Befunde

Nicht jede Auffälligkeit ist gefährlich. Häufige Befunde im Überblick:

  • Soft Marker: leicht abweichende Strukturen wie eine Plexus-Choroideus-Zyste (kleines Flüssigkeitsbläschen im Hirnwasser) oder ein hell leuchtender Darm. Isoliert oft harmlos, sie werden aber immer im Gesamtbild beurteilt.
  • Plazenta-Lage: Vorderwand oder Rückwand ist normal. Plazenta praevia (am Muttermund) braucht Kontrolle.
  • Polyhydramnion / Oligohydramnion: zu viel oder zu wenig Fruchtwasser, Anlass für weitere Diagnostik.
  • Wachstumsstörungen: Baby kleiner oder größer als erwartet, Doppler-Untersuchung folgt.
  • Herzfehler-Verdacht: häufigste relevante Auffälligkeit, weitere Diagnostik in spezialisiertem Zentrum.

Das Organscreening gehört zu den wichtigsten Untersuchungen der Schwangerschaft, weil viele Strukturen genau in diesem Zeitfenster gut sichtbar sind. Eine weiterführende Feindiagnostik (DEGUM-Stufe II oder III) ist bei medizinischer Indikation eine Kassenleistung, du musst sie also nicht aus eigener Tasche bezahlen.

Was Eltern oft vergessen

Das Organscreening ist auch der häufigste Termin, an dem Eltern das Baby-Geschlecht erfahren möchten. Sag dem Arzt vorab, ob ja oder nein. In manchen Praxen muss das schriftlich auf der Anmeldung ankreuzt werden.

Bei einem auffälligen Befund hilft eine zweite Meinung. DEGUM-Stufe-III-Zentren bieten eine Kontroll-Untersuchung an. Die Frauenärztin überweist dich auf Wunsch.

5 Fehler, die fast alle machen

Diese Punkte tauchen in fast jeder Pränatalmedizin-Praxis auf:

  1. Stufe I statt Stufe II bei Risiko. Eine Pränatalmediziner-Praxis sieht mehr als der Standard-Frauenarzt.
  2. Soft Marker als sicheren Befund. Isoliert meist harmlos, immer im Kontext beurteilen.
  3. Geschlechts-Wunsch nicht ankreuzen. Praxen wollen vorher wissen, ob Eltern das Geschlecht hören wollen.
  4. Aufklärung skippen. Vor dem Termin verstehen, was möglich gefunden werden kann, vermeidet Schock.
  5. Bei Befund Internet recherchieren. Stiftet Panik. Mit Pränatalmedizin-Praxis besprechen.

Häufige Fragen zu diesem Thema

Die Fragen, die zu diesem Thema am häufigsten gestellt werden.

Nein, das Screening ist freiwillig. Im G-BA-Fenster SSW 18+0 bis 21+6 hast du die Wahl zwischen der Basis-Ultraschalluntersuchung und der erweiterten Basis-Ultraschalluntersuchung (beide Kassenleistung, durchgeführt durch entsprechend qualifizierte Ärztinnen/Ärzte). Eine spezialisierte Feindiagnostik der DEGUM-Stufe II oder III erfolgt bei medizinischer Indikation und ist dann ebenfalls GKV-Leistung.

Die Preise als Selbstzahler variieren je nach Praxis, Umfang und Region; informiere dich vor dem Termin in der Praxis. Bei medizinischer Indikation (Risiko, auffälliger Befund) übernimmt die GKV die Kosten.

In den meisten Fällen ja, wenn die Lage des Babys es zulässt. Das Geschlecht darf nach dem Gendiagnostikgesetz erst nach der 12. Schwangerschaftswoche mitgeteilt werden, in der Praxis meist ab SSW 14. Praxen klären in der Regel vor der Untersuchung ab, ob ihr das Geschlecht erfahren möchtet.

Leichte Auffälligkeit ohne sicheren Krankheitswert. Isoliert oft harmlos. Kombiniert mit anderen Befunden ggf. Hinweis auf Chromosomen-Anomalien, dann NIPT/Amnio empfohlen.

30-60 Min. Bei ungünstiger Baby-Lage länger, manchmal mit Wiederholungstermin nach 1-2 Wochen, weil noch nicht alles beurteilbar war.

Nein. Die Detektionsrate hängt vom Schweregrad der Fehlbildung, von Gerät, Untersucher und Lage des Babys ab; sie ist je nach Befund unterschiedlich hoch und für viele Fehlbildungen deutlich unter 100 Prozent. Manche Diagnosen werden erst im dritten Trimester oder postnatal sichtbar.

Stand: Juni 2026. Wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig.

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