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DEGUM-Stufe

Die DEGUM zertifiziert Ultraschall-Ärztinnen und -Ärzte in drei Stufen: Stufe I steht für das Basis-Screening als Kassenleistung, die Stufen II und III für die Feindiagnostik bei Risikoschwangerschaften, die oft als IGeL 80 bis 200 Euro kostet.

Mamenza-Redaktion
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DEGUM-Stufe

Du sollst zur Feindiagnostik überwiesen werden und liest „DEGUM II" auf der Überweisung. Die wichtigste Antwort vorab: das ist eine Qualifikations-Stufe, die zeigt, wie spezialisiert der Ultraschall-Arzt ist. Für komplexe Befunde lohnt eine Praxis mit Stufe II oder III.

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) zertifiziert Ärzte in drei Stufen. Je höher die Stufe, desto mehr Erfahrung und Spezialisierung. Stufe I deckt das Basis-Screening, Stufe II und III sind für Feindiagnostik und Hochrisiko-Schwangerschaften zuständig.

Was du jetzt bei diesem Thema tun kannst

Drei Routinen helfen, die richtige DEGUM-Stufe für deine Situation zu finden.

1. DEGUM-Stufe der Praxis aktiv erfragen

Praxen führen die Stufe häufig auf der Website oder im Wartezimmer auf. Wenn nicht, ruf einfach in der Praxis an und frag nach. Für Standard-Vorsorge reicht Stufe I, für Feindiagnostik solltest du Stufe II oder höher wählen.

2. Bei Risikofaktoren Überweisung an Stufe II/III erbitten

Bei Diabetes, Hypertonie, Mehrlingsschwangerschaft, Alter über 35 oder vorherigen Auffälligkeiten ist eine spezialisierte Praxis sinnvoll. Deine Frauenärztin kann gezielt überweisen, bei Indikation übernimmt die Kasse die Kosten.

3. Vor dem Feindiagnostik-Termin Erwartung klären

Diese Punkte solltest du vor dem Termin klären, damit du gut vorbereitet bist:

  • Welche DEGUM-Stufe hat die Praxis?
  • Wie lange dauert die Untersuchung (meist 30-60 Minuten)?
  • Liegt eine medizinische Indikation vor (Kassen- oder IGeL)?
  • Was passiert bei einem auffälligen Befund?
  • Wer bespricht die Ergebnisse mit dir, der Spezialist oder deine Frauenärztin?

Die drei DEGUM-Stufen im Detail

Die DEGUM-Stufen spiegeln die Fachkompetenz des Arztes im Umgang mit dem Ultraschallgerät und bei der Beurteilung von Befunden wider. Die Stufen bauen aufeinander auf, ein Arzt mit DEGUM III hat automatisch die Qualifikation von Stufe I und II.

StufeQualifikationUntersuchungs-Inhalt
DEGUM IGrundausbildungBasis-Screening, Vitalität, Plazenta, Biometrie
DEGUM IIErweiterte AusbildungDetaillierte Organuntersuchung (Herz, Gehirn, Extremitäten), Doppler
DEGUM IIIHöchste StufeKomplexe Fehlbildungen, minimalinvasive Eingriffe, Hochrisiko

Die Information zur Stufe ist meistens öffentlich zugänglich und wird auch von Patientinnen aktiv abgefragt.

Wann welche Stufe relevant ist

Die DEGUM-Stufen sind vor allem bei der Feindiagnostik von Bedeutung. Im Verlauf der Schwangerschaft gibt es mehrere Punkte, an denen die Stufe der Praxis eine Rolle spielt.

  • Ersttrimester-Screening (SSW 11-14): Combined Screening mit Nackentransparenz-Messung, DEGUM I oder höher empfohlen
  • Organ-Screening (SSW 19-22): große Feindiagnostik, ideal mit DEGUM II oder III
  • Drittes Screening (SSW 29-32): bei Wachstumsretardierung oder Verdacht auf Fehlbildungen DEGUM II/III
  • Risikoschwangerschaften: bei Diabetes, Hypertonie, Zwillingen, vorherigen Auffälligkeiten DEGUM II/III empfohlen
  • Auffällige Vorbefunde: Folgeuntersuchung in spezialisierter Praxis, DEGUM III bei komplexen Fragen

Die DEGUM-Stufen sind ein Qualitätsmerkmal: höhere Stufen erhöhen die Erkennungsrate von Auffälligkeiten. Bei Risikoschwangerschaften empfehlen die Fachgesellschaften ausdrücklich die Untersuchung durch DEGUM-II- oder DEGUM-III-Ärzte.

Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin, Qualifikationsrichtlinien, 2024

Kosten und Indikation

Die Kostenübernahme hängt von der Indikation ab. Bei medizinischer Notwendigkeit übernimmt die GKV auch die erweiterte Diagnostik, ohne Indikation ist sie eine IGeL-Leistung.

Konkrete Kosten und Zuständigkeiten je Stufe:

  1. DEGUM I (Basis-Screening): 100% GKV-Leistung, keine Zusatzkosten
  2. DEGUM II (Feindiagnostik IGeL): €80 bis €200 Selbstzahler ohne Indikation
  3. DEGUM II (Feindiagnostik mit Indikation): 100% GKV-Leistung
  4. DEGUM III (Spezialdiagnostik): bei Indikation GKV, sonst Privatleistung
  5. NIPT (nicht-invasiv): seit 2022 bei Indikation Kassenleistung, sonst €130 bis €300

Wer entscheidet über die Stufe?

Die Entscheidung, welche DEGUM-Stufe für deine Untersuchung relevant ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Ein Frauenarzt ohne DEGUM-Zertifikat kann die regulären Vorsorgeuntersuchungen durchführen, für die erweiterte Feindiagnostik ist die Zusatzqualifikation jedoch ein Qualitätsmerkmal.

  • Frauenärztin: schätzt individuelles Risiko ein, überweist bei Bedarf an Spezialisten
  • Schwangere selbst: kann nach Qualifikation fragen und Zweitmeinung einholen
  • Medizinische Leitlinien: empfehlen erweiterte Diagnostik bei bestimmten Indikationen
  • Hebamme: kann beraten und auf Möglichkeiten hinweisen, hat aber keine Überweisungsbefugnis

Die 5 häufigsten Fehler rund um DEGUM-Stufen

Im Beratungsalltag tauchen immer wieder dieselben Stolpersteine auf. Diese fünf Fehler kannst du leicht vermeiden, wenn du sie kennst.

  1. DEGUM-Stufe nie aktiv erfragen. Bei einer Feindiagnostik solltest du wissen, ob die Praxis überhaupt Stufe II hat. Einmal nachfragen lohnt sich.
  2. Bei Risikofaktoren bei Stufe-I-Praxis bleiben. Mehrlinge, Diabetes oder vorherige Auffälligkeiten sprechen für eine Überweisung an Stufe II oder III.
  3. Indikation nicht erfragen. Aus IGeL wird Kassenleistung, sobald medizinische Indikation vorliegt. Bei Risikofaktoren aktiv nachfragen.
  4. 3D/4D-Ultraschall mit Feindiagnostik verwechseln. 3D-Ultraschall ist ein reines Erinnerungsbild, kein DEGUM-zertifiziertes Diagnostik-Verfahren. Die DEGUM-Stufe spielt dort keine Rolle.
  5. Zweitmeinung bei auffälligem Befund nicht einholen. Bei Verdacht auf Fehlbildung oder schwerer Diagnose lohnt eine Zweitmeinung beim DEGUM-III-Spezialisten, oft als Kassenleistung möglich.

Häufige Fragen zu diesem Thema

Die Fragen, die zu diesem Thema am häufigsten gestellt werden.

Die Stufen geben den Spezialisierungsgrad des Ultraschall-Arztes an. Stufe I ist Grundausbildung für Basis-Screening, Stufe II umfasst detaillierte Organuntersuchungen, Stufe III ist die höchste Spezialisierung für komplexe Fehlbildungen und Hochrisiko-Schwangerschaften.

Für die regulären Vorsorgeuntersuchungen reicht jeder zugelassene Frauenarzt. Für die Feindiagnostik (SSW 19-22) und bei Risikoschwangerschaften ist DEGUM II oder III ein wichtiges Qualitätsmerkmal.

Ohne medizinische Indikation kostet die Feindiagnostik 80-200 Euro als IGeL-Leistung. Bei medizinischer Indikation, etwa nach auffälligem Basis-Ultraschall oder Risikofaktoren, übernimmt die GKV die Kosten vollständig.

Auf der DEGUM-Website (www.degum.de) gibt es eine Suchfunktion nach PLZ und Stufe. Auch deine Frauenärztin kann gezielt überweisen. Im Wartezimmer oder auf der Praxis-Website ist die Stufe meist sichtbar ausgehängt.

Für die reguläre Vorsorge ist das ausreichend. Für die Feindiagnostik überweist sie dich bei Bedarf an einen DEGUM-II- oder III-Spezialisten. Du kannst auch von dir aus eine Überweisung erbitten.

Nein. 3D/4D-Ultraschall ist ein reines Erinnerungsbild ohne diagnostischen Anspruch. Die DEGUM-Zertifizierung bezieht sich auf medizinische Diagnostik, nicht auf Marketing-Bilder.

Stand: Juni 2026. Wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig.

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