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NIPT (nicht-invasiver Pränataltest)

NIPT ist ein Bluttest aus dem mütterlichen Venenblut ab der 10. SSW. Screent auf Trisomie 21, 18, 13 sowie Geschlechtschromosomen. Sensitivität für Trisomie 21 über 99%. Seit Juli 2022 Kassenleistung für Risikogruppen.

Mamenza-Redaktion
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NIPT

Die Frauenärztin erwähnt „NIPT" und du fragst dich, ob das jetzt invasiv ist und was es kostet. Die wichtigste Antwort vorab: NIPT ist ein einfacher Bluttest aus deinem Arm, ab SSW 10 möglich, seit Juli 2022 für Risikogruppen Kassenleistung, sonst IGeL 150-350 Euro.

Der NIPT (nicht-invasiver Pränataltest) ist ein Bluttest aus dem mütterlichen Venenblut, der ab der 10. SSW bestimmte chromosomale Anomalien beim Ungeborenen nachweisen kann. Er screent auf die drei häufigsten Trisomien (21, 18, 13) sowie auf Geschlechtschromosomen-Abweichungen.

Was du jetzt bei diesem Thema tun kannst

Drei Schritte, die du um SSW 9-12 angehen solltest, falls du einen NIPT erwägst.

1. Indikation und Kassenleistung prüfen

Seit Juli 2022 zahlen die Kassen den NIPT bei nachgewiesenem Risiko: auffälliges Ersttrimester-Screening, familiäre Vorbelastung oder Alter (oft ab 35). Frag deine Frauenärztin und Krankenkasse vor dem Test, das spart 150-350 Euro IGeL-Kosten.

2. Verpflichtendes Beratungsgespräch nutzen

Vor dem NIPT ist ein Beratungsgespräch vorgeschrieben (§ 9 GenDG). Nutze es, um Aussagekraft und Grenzen zu verstehen. Konkrete Fragen, die du stellen kannst:

  • Was genau wird geprüft (nur Trisomien oder auch Mikrodeletionen)?
  • Was bedeutet ein „auffälliger" Befund konkret?
  • Wie hoch ist die Falsch-positiv-Rate?
  • Wann ist eine Folge-Diagnostik (Amniozentese) nötig?
  • Was passiert bei einem nicht-auswertbaren Ergebnis?

3. Test ab SSW 10 buchen, Ergebnis nach 1 Woche

Frühestens ab vollendeter 10. SSW, weil dann genug freie fetale DNA im mütterlichen Blut zirkuliert. Eine zu frühe Entnahme kann zu einem nicht auswertbaren Befund führen. Das Ergebnis liegt in der Regel nach etwa einer Woche vor.

Wie der NIPT abläuft

Für den Test wird lediglich eine Blutprobe von der werdenden Mutter benötigt. Diese wird im Labor untersucht: aus dem mütterlichen Blut lässt sich kindliche Erbsubstanz (freie fetale DNA) isolieren und auf Auffälligkeiten prüfen.

NIPT (nicht-invasiver Pränataltest) Infografik
Abb. 1: Der NIPT ist ein Bluttest auf häufige Chromosomenabweichungen, ersetzt aber keine Ultraschalldiagnostik und braucht klare Beratung.

Ein auffälliger Befund bedeutet nicht automatisch, dass das Kind betroffen ist. Der NIPT liefert eine Wahrscheinlichkeitsaussage, keinen sicheren Befund. Deshalb wird bei einem positiven Ergebnis eine Bestätigung durch invasive Methoden (Chorionzottenbiopsie oder Fruchtwasseruntersuchung) empfohlen.

Kassenleistung oder IGeL?

Seit Juli 2022 ist der NIPT auf Trisomie 21, 18 und 13 eine Kassenleistung, wenn ein begründetes Risiko vorliegt. Die Übersicht:

KriteriumKassenleistungIGeL (Selbstzahler)
VoraussetzungRisiko, Auffälligkeit, familiäre VorbelastungKeine, jederzeit möglich
Kosten€0, übernommen€150 bis €350
Standard-LeistungTrisomie 21, 18, 13Erweitert: Geschlecht, Mikrodeletionen
Sensitivität Trisomie 21> 99%> 99%

Frag deine Krankenkasse vor dem Test, ob du in eine Risikogruppe fällst. Ist das der Fall, übernimmt sie die Kosten. Sonst bleibt der NIPT eine Selbstzahlerleistung.

Der NIPT ist ein Screening, kein diagnostischer Test. Ein auffälliger Befund braucht eine invasive Bestätigung durch Chorionzottenbiopsie oder Fruchtwasseruntersuchung. Die Falsch-positiv-Rate liegt bei rund 1 von 1.000.

Gemeinsamer Bundesausschuss, Beschluss zur NIPT-Kassenleistung, 2022

Wann ist der NIPT sinnvoll?

Der Test kann ab der 10. SSW durchgeführt werden und ist damit früher möglich als invasive Diagnostik. Die Untersuchung eignet sich besonders für:

  1. Frauen ab 35 Jahren: erhöhtes statistisches Risiko für Trisomien
  2. Familiäre Belastung: vorherige Schwangerschaft mit Trisomie
  3. Auffälliges Ersttrimester-Screening: NT-Messung oder Bluttest grenzwertig
  4. Soft Markers im Ultraschall: Hinweise, die NIPT-Klärung nahelegen
  5. Selbstzahler ohne Indikation: wer mehr Sicherheit möchte

Wer entscheidet, und welche Beratung ist Pflicht?

Die Entscheidung für oder gegen einen NIPT treffen die werdenden Eltern gemeinsam mit ihrer Ärztin oder Hebamme. Ein ausführliches Beratungsgespräch vor dem Test ist nach § 9 GenDG vorgeschrieben, damit Eltern die Aussagekraft und Grenzen verstehen.

Wenn der Test keine Kassenleistung ist, bieten viele Praxen und Labore ihn als IGeL-Leistung an. Die Anbieter unterscheiden sich in Umfang und Preis, ein Vergleich lohnt sich. Vor der Buchung schriftlichen Kostenvoranschlag verlangen, das ist dein Recht.

Die 5 häufigsten Fehler rund um den NIPT

Im Beratungsalltag tauchen immer wieder dieselben Stolpersteine auf. Diese fünf Fehler kannst du leicht vermeiden, wenn du sie kennst.

  1. NIPT als diagnostischen Test sehen. Es ist Screening mit Wahrscheinlichkeitsaussage, kein sicherer Befund. Bei „auffällig" folgt invasive Bestätigung.
  2. Indikation nicht prüfen lassen. Bei Risikogruppe übernimmt die Kasse seit Juli 2022. Frag aktiv bei Frauenärztin und Kasse.
  3. Vor SSW 10 testen. Zu wenig fetale DNA, hohe Wahrscheinlichkeit eines nicht-auswertbaren Befunds. Ab vollendeter 10. SSW oder später.
  4. Beratungsgespräch überspringen. Es ist nicht nur Pflicht (§ 9 GenDG), sondern auch nützlich. Aussagekraft und Grenzen verstehen, bevor du das Ergebnis bekommst.
  5. NIPT statt Ersttrimester-Screening machen. Beide ergänzen sich. NT-Messung erkennt strukturelle Auffälligkeiten, NIPT prüft Chromosomen, Kombination ist informativer.

Häufige Fragen zu diesem Thema

Die Fragen, die zu diesem Thema am häufigsten gestellt werden.

Frühestens ab der vollendeten 10. Schwangerschaftswoche, weil erst dann genug freie fetale DNA im mütterlichen Blut zirkuliert. Das Ergebnis liegt in der Regel nach etwa einer Woche vor. Eine zu frühe Entnahme kann zu einem nicht auswertbaren Befund führen.

Seit Juli 2022 ist der NIPT auf Trisomie 21, 18 und 13 eine Kassenleistung, wenn ein begründetes Risiko vorliegt. Dazu zählen ein auffälliges Ersttrimester-Screening, familiäre Vorbelastung oder ein erhöhtes Alter. Ohne Indikation ist er eine Selbstzahlerleistung von 150 bis 350 Euro.

Die Sensitivität für Trisomie 21 liegt bei über 99 Prozent, für Trisomie 18 und 13 etwas niedriger. Der Test bleibt aber ein Screening, kein diagnostischer Test. Ein auffälliger Befund muss durch eine Chorionzottenbiopsie oder Fruchtwasseruntersuchung bestätigt werden.

Nein, beide Untersuchungen ergänzen sich. Die Nackenfaltenmessung erkennt auch Hinweise auf Herzfehler oder andere strukturelle Auffälligkeiten, die der NIPT nicht zeigt. Viele Praxen empfehlen weiterhin die Kombination aus Ultraschall und Bluttest.

Technisch ja, weil der Test auch die Geschlechtschromosomen analysiert. In Deutschland darf das Geschlecht aufgrund des Gendiagnostikgesetzes aber erst nach der vollendeten 12. Schwangerschaftswoche mitgeteilt werden, um geschlechtsselektive Abbrüche zu verhindern.

Ein auffälliger Befund bedeutet nicht automatisch, dass das Kind betroffen ist. Es folgt eine ausführliche Beratung und meist eine invasive Bestätigung durch Chorionzottenbiopsie oder Fruchtwasseruntersuchung. Du entscheidest in jedem Schritt mit, welche weitere Diagnostik du in Anspruch nehmen möchtest.

Stand: Juni 2026. Wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig.

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