Cola in der Schwangerschaft ist nicht verboten. Entscheidend ist die Menge, nicht das Verbot. Ein Glas (250 ml) bringt rund 25 mg Koffein und 27 g Zucker mit, also fast neun Stück Würfelzucker. Ein bis zwei Gläser ab und zu sind kein Problem, solange dein Koffein-Budget für den Tag stimmt. Als tägliches Getränk ist Cola die schlechtere Wahl, weil sich Zucker und Koffein schnell summieren.
Wichtig ist vor allem deine gesamte Koffein-Bilanz: Cola zählt zusammen mit Kaffee, Tee und Schokolade auf die Tagesgrenze von 200 mg. Wie du das im Blick behältst, welche Sorte sich lohnt und ob Cola gegen Übelkeit hilft, steht weiter unten.
Wie viel Cola ist in der Schwangerschaft okay?
Die Faustregel von Hebammen und Frauenärztinnen: ein bis zwei Gläser gelegentlich sind unbedenklich. Nicht die einzelne Cola ist das Thema, sondern die Gewohnheit, sie täglich oder mehrmals am Tag zu trinken. Dann läppern sich Zucker und Koffein zusammen.
Warum die 200-mg-Koffein-Grenze zählt
In der Schwangerschaft gilt eine Obergrenze von 200 mg Koffein pro Tag. Diese Menge passiert die Plazenta und erreicht dein Baby, das Koffein nur sehr langsam abbaut. Bleibst du darunter, gilt der Konsum als sicher.
Cola gehört in diese Rechnung, auch wenn sie weniger Koffein hat als Kaffee. Die folgenden Werte zeigen, was pro Glas zusammenkommt und wie sich die Sorten unterscheiden.
| Getränk | Koffein/Glas | Zucker/Glas |
|---|---|---|
| Coca-Cola | ca. 25 mg | ca. 27 g |
| Cola Light / Zero | ca. 25 mg | 0 g |
| Pepsi | ca. 25 mg | je nach Rezeptur |
| Afri / Fritz-Kola | ca. 63 mg | ca. 25 g |
| Koffeinfreie Cola | 0 mg | ca. 27 g |
Auffällig: Afri-Cola und Fritz-Kola haben pro Glas mehr als das Doppelte an Koffein. Zwei Gläser davon liefern schon rund 126 mg und verbrauchen damit einen großen Teil der Tagesgrenze. Bei koffeinfreier Cola bleibt der Zucker das eigentliche Thema.
Warum der Zucker das größere Problem ist
Ein Glas Cola überschreitet bereits die Hälfte der empfohlenen Tagesmenge an freiem Zucker. Regelmäßig getrunken bringt das mehrere Folgen mit sich, die in jeder Ernährungs-Beratung zur Sprache kommen.
- Schwangerschaftsdiabetes: Wer regelmäßig Süßgetränke trinkt, hat ein höheres Risiko.
- Gewichtszunahme: Flüssige Kalorien machen kaum satt und summieren sich unbemerkt.
- Heißhunger-Achterbahn: Der Zucker treibt den Blutzucker hoch, danach kommt das Tief und der nächste Hunger.
- Karies: Säure und Zucker greifen den Zahnschmelz an, gerade in der Schwangerschaft empfindlich.
Wasser, ungesüßter Tee und verdünnte Säfte decken den Flüssigkeits-Bedarf genauso, ohne den Blutzucker hochzutreiben. Eine Apfelschorle im Verhältnis 1:3 schmeckt fruchtig und hat einen Bruchteil des Zuckers einer Cola.
Was zu viel Cola für dein Baby bedeutet
Koffein passiert die Plazenta und erreicht dein Baby fast ungefiltert. Dein Baby baut es nur sehr langsam ab, weil die nötigen Enzyme noch fehlen. Deshalb zählt deine Tagesmenge doppelt.
Bei dauerhaft hoher Koffeinzufuhr zeigen Beobachtungsstudien Zusammenhänge mit geringerem fetalem Wachstum und niedrigerem Geburtsgewicht. Koffein kann außerdem bei dir Schlaf, Unruhe, Puls und Blutdruck beeinflussen. Bei ein bis zwei Gläsern gelegentlich besteht dieses Risiko nicht, die Menge macht den Unterschied.
Sind Light und Zero die bessere Wahl?
Beim Zucker eindeutig ja. Cola Light und Zero kommen ohne Zucker aus und sparen damit Kalorien und Blutzucker-Spitzen. Statt Zucker stecken Süßstoffe wie Aspartam und Acesulfam-K drin.
Diese Süßstoffe gelten in den üblichen Konsum-Mengen als unbedenklich. Wer ohnehin nur gelegentlich Cola trinkt, fährt mit der Light-Variante also etwas besser. Den Koffein-Gehalt änderst du damit nicht, der bleibt gleich.
Hilft Cola gegen Übelkeit?
Viele Schwangere schwören darauf, doch die Evidenz dafür ist dünn. Kurzfristig kann der Zucker den Kreislauf anheben und ein flaues Gefühl überdecken. Danach folgt oft ein Tief, das die Übelkeit zurückbringt.
Besser belegt sind sanftere Mittel. Ingwertee, kleine Mengen Vitamin B6 und trockene Cracker helfen vielen Frauen zuverlässiger und ohne Zucker-Achterbahn. Wenn dir die Übelkeit stark zusetzt, sprich das mit deiner Hebamme oder deiner Ärztin ab.
5 Fehler, die fast alle machen
Diese Punkte tauchen in fast jeder Ernährungs-Beratung auf.
- Cola gegen Übelkeit trinken. Der Zucker hilft kurz und verstärkt das flaue Gefühl danach oft.
- Light-Cola unbegrenzt trinken. Koffein und Süßstoffe sprechen weiter gegen große Mengen.
- Die Koffein-Bilanz nicht zählen. Cola, Kaffee und Schokolade summieren sich schnell auf 200 mg.
- Cola statt Wasser trinken. Sie löscht den Durst schlechter und liefert nur leere Kalorien.
- Afri- oder Fritz-Kola unterschätzen. Diese Sorten haben mehr als doppelt so viel Koffein wie Coca-Cola.
Häufige Fragen
Die Fragen, die zu diesem Thema am häufigsten gestellt werden.
Ein bis zwei Gläser ab und zu sind unbedenklich. Täglich oder mehrmals am Tag ist zu viel, weil sich Zucker und Koffein summieren.
Coca-Cola hat rund 25 mg pro 250-ml-Glas. Afri- und Fritz-Kola liegen mit gut 60 mg deutlich höher. Die Tagesgrenze liegt bei 200 mg.
Beim Zucker ja, denn sie spart Kalorien und Blutzucker-Spitzen. Die Süßstoffe gelten in üblichen Mengen als unbedenklich. Das Koffein bleibt gleich hoch.
Nicht zuverlässig. Der Zucker kann kurz helfen, danach kommt oft eine Rebound-Übelkeit. Ingwertee, Vitamin B6 und Cracker sind besser belegt.
Aspartam, Acesulfam-K und Sucralose gelten in den üblichen Konsum-Mengen als unbedenklich. Nur bei der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie ist Aspartam tabu, wie sonst auch.
Wasser mit Zitrone, Apfelschorle im Verhältnis 1:3 und selbstgemachter ungesüßter Eistee aus Früchtetee. Sie löschen den Durst besser und ohne Zucker-Spitze.
HINWEIS
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zur Ernährung in der Schwangerschaft wende dich an deine Hebamme oder deine Frauenärztin.
Stand: Juni 2026. Wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig.




