Woche achtundzwanzig
Drittes Trimester beginnt. Rhesus-negative Schwangere erhalten die Anti-D-Prophylaxe zum Schutz bei künftigen Schwangerschaften.
So groß wie eine Aubergine
01
Was passiert diese Woche mit deinem Baby?
Entwicklung · Embryo
Baby wiegt erstmals über 1 kg
Mit etwa einem Kilogramm Gewicht und 38 Zentimetern Länge erreicht das Baby einen wichtigen Meilenstein. Die Lebensfähigkeit bei einer Frühgeburt ist nun deutlich verbessert.
Reagiert auf externe Geräusche
Lautes Hupen, Türen schlagen oder Musik lassen das Baby zusammenzucken. Vertraute Stimmen wie deine oder die des Partners erkennt es deutlich wieder, sogar nach der Geburt.
REM-Schlafphasen messbar
Im EEG zeigen sich klare REM-Phasen, das Baby träumt vermutlich. Diese Schlafarchitektur entwickelt sich weiter, REM-Schlaf ist auch nach der Geburt für Hirnreifung essenziell.
Anti-D-Prophylaxe bei Rh-negativ fällig
Bei Rh-negativen Müttern verhindert eine Spritze in SSW 28 die Bildung von Antikörpern gegen ein Rh-positives Baby. Das schützt aktiv vor Komplikationen in folgenden Schwangerschaften.
02
Was spürst du selbst diese Woche?
Häufige Symptome · Woche 28
Beginn drittes Trimester
HäufigDie letzten zwölf Wochen beginnen. Energie schwindet, Schlaf wird unruhiger, dafür rückt die Geburt spürbar näher und mit ihr die freudige Erwartung deines Babys.
Tipps gegen Müdigkeit →Vorsorge nun alle 2 Wochen
HäufigEngmaschigere Termine ermöglichen frühe Erkennung von Komplikationen. Blutdruck, Gewicht, Urin und Kindsbewegungen werden bei jedem Besuch sorgfältig dokumentiert und im Mutterpass eingetragen.
Mehr zu Kindsbewegungen →Bauch wird schwerer im Alltag
HäufigTreppensteigen, Schuhe binden und langes Stehen fordern dich. Plane Pausen ein, lass dir bei körperlichen Aufgaben helfen und akzeptiere ein langsameres Tempo im Alltag.
Mehr zur Vorsorge →Kurzatmigkeit bei Belastung
HäufigDie Gebärmutter drückt das Zwerchfell nach oben. Schon Treppensteigen kann außer Atem bringen, das ist normal. Bewege dich bewusst langsamer und atme tief in den Bauch.
Mehr zur Ernährung →Plötzlicher Flüssigkeitsabgang vaginal
Sofort abklärenPlötzlicher schwallartiger oder anhaltend tröpfelnder Flüssigkeitsabgang kann ein vorzeitiger Blasensprung sein. Vor SSW 37 sofort in die Klinik, das Risiko einer aufsteigenden Infektion ist erhöht.
Wann zur Klinik? →
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Deine Checkliste für diese Woche
0 von 6 abgehakt
Woche 28, To-do
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Diese Woche
Bei Rhesus-negativen Schwangeren wird jetzt routinemäßig Anti-D-Immunglobulin gespritzt.
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Alle 2 Wochen
Ab jetzt alle 2 Wochen Termin bei Frauenärztin oder Hebamme zur engmaschigen Kontrolle.
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Beim Termin
Ab SSW 28 werden CTG-Aufzeichnungen Bestandteil mancher Vorsorge zur Wehenkontrolle.
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Bei Bedarf
Regelmäßige Wehen, Druck nach unten, Flüssigkeitsverlust oder Blutung sofort melden.
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Diese Woche
Liste anlegen, Tasche muss nicht gepackt sein, aber alle wichtigen Items sollten verfügbar sein.
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Diese Woche
Unterlagen sammeln, Berechnung kalkulieren, Anträge können nach Geburt zügig gestellt werden.
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Diese Woche ausprobieren
Optional · 3 Vorschläge
Stillvorbereitungs-Kurs besuchen
Hebammen oder Stillberaterinnen bieten Workshops an, die Anlegen, Stillpositionen und typische Probleme erklären.
2-3 StundenBabys Tritte zählen
Ab SSW 28 sind regelmäßige Bewegungen wichtig, weniger Aktivität sollte abgeklärt werden.
Mehrmals täglichGeburtsbericht-Podcast hören
Realistische Geburtsberichte von echten Müttern bauen Wissen und Selbstvertrauen auf.
30 Min
05
Was dich diese Woche erwartet
Übersicht · Woche 28
Willkommen im dritten Trimester! Mit Woche 28 beginnt der letzte Abschnitt deiner Schwangerschaft. Dein Baby wiegt jetzt erstmals über ein Kilogramm, etwa 1005 Gramm bei rund 38 Zentimeter, vergleichbar mit einer Aubergine. Die Vorsorge wird intensiver: Ab jetzt sind die Termine alle zwei Wochen geplant. Falls du Rhesus-negativ bist, steht die Anti-D-Prophylaxe an, eine wichtige Schutzmaßnahme für künftige Schwangerschaften. Gleichzeitig solltest du Frühgeburts-Anzeichen kennen und auf die Bewegungsmuster deines Babys achten.
Entwicklung deines Babys in Woche 28
Dein Baby wiegt erstmals über ein Kilogramm und ist rund 38 Zentimeter groß. Es reagiert deutlich auf externe Geräusche und unterscheidet bekannte von unbekannten Stimmen. REM-Schlafphasen sind klar messbar, was darauf hindeutet, dass dein Baby bereits träumt.
Das Gehirn entwickelt sich rasant, immer mehr Faltungen entstehen in der Großhirnrinde. Diese sogenannten Sulci sind Voraussetzung für die spätere kognitive Leistung. Auch das Nervensystem wird durch Myelinisierung der Nervenfasern leistungsfähiger.
Die Augen können jetzt blinzeln und auf Licht reagieren. Dein Baby hat klare Schlaf-Wach-Phasen, oft im 20- bis 40-Minuten-Rhythmus. Du wirst die unterschiedlichen Aktivitätsmuster gut spüren, vor allem abends nach Mahlzeiten.
Auch das Immunsystem reift weiter. Über die Plazenta erhält dein Baby Antikörper von dir, die in den ersten Lebensmonaten Schutz bieten, der sogenannte Nestschutz. Diese Immunglobuline schützen das Baby gegen viele Krankheitserreger, denen es nach der Geburt begegnet. Stillen verlängert diesen Schutz zusätzlich, weil auch in der Muttermilch Antikörper enthalten sind.
Die Lungen reifen weiter, sind aber noch nicht voll ausgereift. Die Alveolen vermehren sich und die Surfactant-Produktion steigert sich. Bei einer Frühgeburt jetzt würde dein Baby höchstwahrscheinlich Atemunterstützung benötigen, die Überlebenschancen liegen aber bereits bei über 90 Prozent. Mit jeder weiteren Woche steigen Reife und Prognose deutlich.
Auch das Gehör ist jetzt vollständig ausgebildet. Dein Baby unterscheidet bekannte Stimmen von fremden, reagiert auf laute Geräusche mit erhöhter Herzfrequenz oder Bewegung und beruhigt sich bei vertrauten Klängen. Sprich, singe und lies viel mit deinem Baby, das stärkt die pränatale Bindung.
Auch die ersten U-Untersuchungen für dein Baby kannst du planen. Die U1 erfolgt direkt nach der Geburt im Kreißsaal. U2 zwischen 3. und 10. Lebenstag, U3 zwischen 4. und 5. Lebenswoche. Suche frühzeitig einen Kinderarzt, denn die Praxen sind oft voll und brauchen Anmeldung lange vor Geburt.
Was passiert in deinem Körper?
Mit Beginn des dritten Trimesters wird der Bauch deutlich schwerer. Alltägliche Bewegungen wie Aufstehen, Bücken oder Treppensteigen werden anstrengender. Höre auf deinen Körper, plane Pausen und reduziere unnötigen Stress.
Die Vorsorgeintervalle wechseln auf alle zwei Wochen. Diese engere Überwachung dient der frühzeitigen Erkennung von Komplikationen wie Präeklampsie, Wachstumsstörungen oder vorzeitigen Wehen. Nutze die Termine für offene Fragen.
Falls du Rhesus-negativ bist und das Kind möglicherweise Rhesus-positiv, wird in dieser Phase routinemäßig die Anti-D-Prophylaxe gespritzt. Sie verhindert, dass dein Körper Antikörper gegen kindliche Blutzellen bildet, was bei späteren Schwangerschaften gefährlich wäre.
Auch CTG-Kontrollen können jetzt Bestandteil der Vorsorge werden, vor allem bei Risikoschwangerschaften, Übertragung oder bei verminderter Kindsbewegung. Das CTG zeichnet Herztöne und Wehen gleichzeitig auf und gibt Aufschluss über das kindliche Wohlbefinden. Plane für eine CTG-Aufzeichnung etwa 30 bis 45 Minuten ein.
Auch das Fettgewebe wird weiter aufgebaut. Das braune Fett, das zur Wärmeregulierung wichtig ist, lagert sich besonders zwischen Schulterblättern und um die Nieren ab. Diese Fettreserven sind essenziell, weil Neugeborene noch nicht zittern können, um sich aufzuwärmen, und schnell auskühlen können.
Auch der Schlaf-Wach-Rhythmus wird erkennbarer. Dein Baby schläft die meiste Zeit, hat aber klare Aktivitätsphasen, oft abends nach dem Essen oder wenn du zur Ruhe kommst. Nutze diese Bewegungen als Indikator: Weniger Aktivität als gewohnt sollte ärztlich abgeklärt werden, das kann ein wichtiger Frühindikator sein.
Auch die Vorbereitung auf das Stillen ist wichtig, falls du planst zu stillen. Lies oder besuche einen Stillkurs, der Anlegen, häufige Probleme und Lösungen erklärt. Stillen ist natürlich, aber muss von beiden, Mutter und Baby, gelernt werden. Stillberaterinnen, Hebammen oder die La Leche Liga unterstützen bei Startschwierigkeiten. Die ersten Tage nach der Geburt produziert dein Körper Kolostrum, eine besonders nährstoff- und antikörperreiche Vormilch.
Diese Woche im Fokus: Frühgeburt erkennen und Anti-D-Prophylaxe
Vorzeitige Wehen sind ein wichtiges Thema im dritten Trimester. Achte auf regelmäßige Kontraktionen häufiger als sechs pro Stunde, ziehende Rückenschmerzen, Druck nach unten oder Blutung. Auch Fruchtwasserabgang muss sofort abgeklärt werden.
Bei Verdacht auf vorzeitige Wehen suche umgehend die Klinik auf. Moderne Behandlungen wie Wehenhemmer und Lungenreifung mit Kortison können oft eine Frühgeburt aufschieben oder die Lungenfunktion des Babys deutlich verbessern.
Die Anti-D-Prophylaxe ist ein einfacher, aber wichtiger Eingriff. Sie wird bei allen Rhesus-negativen Schwangeren um Woche 28 verabreicht und nach der Geburt nochmals, falls das Kind Rhesus-positiv ist. Diese Routine schützt zukünftige Schwangerschaften vor Rhesus-Inkompatibilität.
In Deutschland erhalten alle Rh-negativen Schwangeren routinemäßig in SSW 28 bis 30 die Anti-D-Spritze. Heute werden zunehmend auch nicht-invasive Pränataltests genutzt, um das kindliche Rhesus-Merkmal aus mütterlichem Blut zu bestimmen, was bei negativem Befund die Spritze überflüssig macht. Frage in der Praxis nach diesen modernen Optionen.
Falls du beruflich anspruchsvoll arbeitest, plane konkret die Übergabe. Wer übernimmt deine Aufgaben? Welche Dokumentation ist nötig? Wie sind Kollegen informiert? Eine gute Übergabe gibt dir Ruhe für Mutterschutz und Wochenbett. Auch klare Regelungen, ob und wie du erreichbar sein willst während der Elternzeit, sind wichtig.
Plane auch konkret das Wochenbett. Wer kocht in den ersten Wochen? Wer kauft ein? Wer wäscht die Wäsche? Diese Fragen frühzeitig zu klären, schafft entscheidende Entlastung. Eine Wochenbett-Hebamme begleitet die ersten Tage, aber sie ersetzt nicht die Alltagshilfe der Familie oder Freunde.
Plane auch konkret die Kliniktasche. Sie muss noch nicht gepackt sein, aber alle wichtigen Items wie bequeme Kleidung, Stillauflagen, Kosmetik, Babykleidung in Größe 56, Mutterpass und Wichtigstes solltest du beisammen haben. Eine Liste hilft, in den letzten Wochen schnell zu packen, falls die Geburt früher beginnt.
Was dich emotional erwartet
Der Beginn des dritten Trimesters wird oft als doppeldeutige Phase erlebt. Einerseits wächst die Vorfreude, andererseits werden Müdigkeit, Beschwerden und Geburtsängste konkreter. Beides darf sein, du musst nicht ständig glücklich strahlen.
Plane jetzt konkrete Schritte für die letzten Wochen. Wer übernimmt nach der Geburt Einkäufe? Wer informiert Familie und Freunde? Wer holt das ältere Kind aus der Kita? Diese Logistik vorab zu klären, entlastet enorm im Wochenbett.
Falls du arbeitest, plane den Mutterschutz. Sechs Wochen vor errechnetem Termin beginnt er automatisch. Übergabegespräche, klare Dokumentation und ein gutes Abschlussgefühl sind sinnvoll, damit du gedanklich loslassen kannst.
Auch über die Babyausstattung solltest du jetzt konkret nachdenken. Was wird wirklich gebraucht in den ersten Wochen? Babybett oder Beistellbett, Wickelkommode, Babykleidung in Größe 56, Tragetuch, Stilleinlagen, Windeln und Pflegeprodukte sind die Basics. Vieles lässt sich gebraucht oder geliehen organisieren, was nachhaltig und budgetfreundlich ist.
Plane auch die Zeit nach der Geburt konkret. Wer hilft in den ersten Wochen? Wer kocht, wäscht, kauft ein? Wer betreut Geschwisterkinder? Diese Fragen frühzeitig zu klären, schafft Entlastung im Wochenbett. In Deutschland gibt es auch Anspruch auf Haushaltshilfe von der Krankenkasse, falls du keine private Unterstützung hast.
Auch die emotionale Vorbereitung auf die Mutterrolle ist wichtig. Sprich offen über Ängste und Wünsche, suche bei Bedarf psychologische Unterstützung. Eine Schwangerschaftsdepression oder postpartale Depression kann jede Frau treffen und ist nichts, wofür man sich schämen muss. Rechtzeitige Hilfe verhindert lange Leidenswege.
Auch der Gedanke an die Elternzeit beschäftigt jetzt viele Paare. Wer nimmt wie viel Elternzeit? Welche Aufteilung passt zu eurer Lebensrealität? In Deutschland gibt es flexible Modelle mit Basiselterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus. Eine frühzeitige Planung gibt Sicherheit und ermöglicht eine bewusste Entscheidung. Anträge können schon vor der Geburt vorbereitet werden.


