Was passiert diese Woche in deinem Körper?
Eisprung findet statt
Mitte oder Ende der zweiten Woche reift ein Eibläschen heran und springt aus dem Eierstock. Das Eisprung-Fenster ist etwa 12 bis 24 Stunden, das fruchtbare Fenster mit Spermien-Lebensdauer 5 bis 7 Tage.
Hormone steuern
Östrogen und LH (Luteinisierendes Hormon) steuern den Eisprung. Der LH-Anstieg löst den Eisprung etwa 24 bis 36 Stunden später aus, ein Punkt, den Ovulationstests erkennen.
Eizelle bereit
Die reife Eizelle wartet im Eileiter etwa 12 bis 24 Stunden auf Befruchtung. Spermien können bis zu 5 Tage im weiblichen Körper überleben, das Zeitfenster für Befruchtung ist also breiter.
Vorbereitung der Gebärmutter
Die Gebärmutterschleimhaut baut sich unter Östrogen-Einfluss weiter auf, bereit für die Einnistung einer befruchteten Eizelle.
Wo stehst du jetzt im Zeitstrahl?
ZeitstrahlDu befindest dich um den wichtigsten Moment deines Zyklus. Der Eisprung trennt die follikuläre Phase von der lutealen Phase und entscheidet, ob in diesem Zyklus eine Schwangerschaft entstehen kann.
Was spürst du selbst diese Woche?
Fruchtbare PhaseBasaltemperatur steigt nach Eisprung
Erst nach EisprungDirekt nach dem Eisprung steigt die Basaltemperatur um etwa 0,5 °C an. Wenn sie über 14 Tage erhöht bleibt, deutet das auf Schwangerschaft hin.
Basaltemperatur verstehen →Zervixschleim verändert sich
VerbreitetUm den Eisprung wird der Zervixschleim klar, dehnbar, spinnbar (wie rohes Eiweiß). Ein Zeichen der fruchtbaren Phase.
Zervixschleim deuten →Mittelschmerz möglich
SeltenManche Frauen spüren ein leichtes Ziehen im Unterbauch zum Eisprung (Mittelschmerz). Hält wenige Stunden bis ein Tag, ist harmlos.
Mittelschmerz erkennen →Gesteigerte Libido
HäufigHormonell bedingt steigt um den Eisprung oft die Lust auf Sex. Eine biologisch sinnvolle Anpassung für die fruchtbare Phase.
Hormone & Zyklus →Deine Checkliste für diese Woche
VorbereitungWoche 2, To-do
0 / 5- Diese Woche
Basaltemperatur, Zervixschleim, Ovulationstests, Zyklus-Apps. Genaue Erkennung des Eisprungs erhöht die Chance auf Schwangerschaft.
- Diese Woche
Etwa 5 Tage vor und 1 Tag nach Eisprung sind die fruchtbaren Tage. Regelmäßiger Verkehr alle 1 bis 2 Tage erhöht die Chance.
- Sofort
400 µg täglich (bei spätem Beginn kurz vor oder nach der Konzeption im 1. Trimenon 800 µg), idealerweise schon drei Monate vor der Schwangerschaft. Reduziert das Risiko für Neuralrohrdefekte.
- Laufend
Kein Alkohol, kein Nikotin, gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf. Stress reduzieren wenn möglich.
- Bis SSW 4
Test ist erst etwa 7 bis 10 Tage nach Eisprung mit Frühtest sinnvoll, sicherer ab Tag der ausgebliebenen Periode.
Was dich diese Woche erwartet
ÜberblickIn Schwangerschaftswoche 2 nähert sich dein Körper dem entscheidenden Moment: dem Eisprung. Auch wenn du formal noch nicht schwanger bist, läuft jetzt biologisch alles auf das eine Ereignis zu, das überhaupt erst eine Schwangerschaft möglich macht. Diese Woche bietet ein kurzes, aber wertvolles Zeitfenster, in dem dein Körper besonders fruchtbar ist. Wer bewusst plant, kann jetzt viel richtig machen, ohne sich aber unter Druck zu setzen, denn auch bei optimalem Timing liegt die Chance auf eine Schwangerschaft pro Zyklus bei rund 20 bis 30 Prozent.
Was passiert in deinem Körper in Woche 2?
Die zweite Zyklushälfte beginnt mit der späten Follikelphase. Der dominante Follikel ist mittlerweile rund 18 bis 24 Millimeter groß und produziert kontinuierlich Östrogen. Sobald die Östrogenkonzentration einen bestimmten Schwellenwert überschreitet, löst die Hirnanhangsdrüse einen sprunghaften Anstieg des luteinisierenden Hormons LH aus. Dieser LH-Peak ist das eigentliche Startsignal für den Eisprung.
Etwa 24 bis 36 Stunden nach dem LH-Anstieg, bei einem klassischen 28-Tage-Zyklus rund um Tag 14, platzt der Follikel und gibt die reife Eizelle frei. Sie wird vom Trichter des Eileiters aufgefangen und beginnt ihre Reise Richtung Gebärmutter. Befruchtungsfähig ist diese Eizelle nur etwa 12 bis 24 Stunden, danach geht sie zugrunde, falls sie nicht auf Spermien trifft.
Parallel verändert sich dein Zervixschleim. Er wird klar, dehnbar und spinnbar, ähnlich wie rohes Eiweiß. Das ist kein Zufall, sondern Biologie: Diese Konsistenz erleichtert es den Spermien, durch den Muttermund in die Gebärmutter und weiter in den Eileiter zu wandern, wo die Befruchtung stattfindet.
Das fruchtbare Fenster richtig nutzen
Das sogenannte fruchtbare Fenster umfasst rund sechs Tage: die fünf Tage vor dem Eisprung und den Tag des Eisprungs selbst. Spermien können im weiblichen Körper bis zu fünf Tage überleben, eine Eizelle dagegen nur einen Tag. Verkehr in den zwei bis drei Tagen vor dem Eisprung gilt als statistisch am erfolgversprechendsten.
Du kannst dein Fenster auf verschiedene Weise eingrenzen: über die Beobachtung des Zervixschleims, über die Basaltemperatur, die nach dem Eisprung leicht ansteigt, über LH-Tests aus der Apotheke oder über Zyklus-Apps. Wichtig dabei: Keine Methode ist hundertprozentig genau. Wenn du den Druck rausnehmen möchtest, hilft die Faustregel, in der zweiten Zyklushälfte alle zwei bis drei Tage Sex zu haben, ohne den exakten Eisprungtag zu kennen.
Eine ausgewogene Ernährung bleibt jetzt genauso wichtig wie die tägliche Folsäure. Verzichte konsequent auf Alkohol, denn ab dem Eisprung könntest du theoretisch bereits eine befruchtete Eizelle in dir tragen, ohne es zu wissen. Auch Saunagänge mit extremer Hitze und neue, intensive Sportprogramme solltest du in der zweiten Zyklushälfte vorsichtig dosieren.
Was du fühlen kannst und wie du dich vorbereitest
Manche Frauen spüren den Eisprung als sogenannten Mittelschmerz, ein einseitiges Ziehen im Unterleib, das wenige Stunden bis einen Tag anhalten kann. Andere bemerken eine erhöhte Libido, empfindlichere Brüste oder leicht verstärkten Ausfluss. Wieder andere spüren überhaupt nichts, und auch das ist völlig normal. Der Eisprung ist kein dramatisches Ereignis, sondern ein stiller, gut orchestrierter biologischer Vorgang.
Emotional kann diese Woche zwei Gesichter haben. Wer aktiv versucht, schwanger zu werden, erlebt das fruchtbare Fenster oft als Mischung aus Hoffnung und Anspannung. Wer schon länger versucht, kämpft eventuell mit Frustration. Erlaube dir, dass nicht jeder Zyklus klappt, und sprich mit deiner Frauenärztin, wenn ihr nach 12 Monaten regelmäßigem Versuch noch nicht schwanger seid, oder nach 6 Monaten, wenn du über 35 bist.
Falls dein Zyklus diese Woche mit einer Befruchtung endet, beginnt damit eine unsichtbare neue Phase. Der erste Schwangerschaftstest wird allerdings erst in rund zwei Wochen aussagekräftig sein, also ab dem Zeitpunkt der erwarteten nächsten Periode. Bis dahin gilt: gut zu dir sein, gesund leben und nicht in jede Körperempfindung zu viel hineindeuten.
Häufige Fragen zu SSW 2
Was werdende Eltern uns am häufigsten zu dieser Woche fragen.
Bei einer typischen Zykluslänge von 28 Tagen um den Tag 14 (Mitte des Zyklus). Das Eisprung-Fenster ist etwa 12 bis 24 Stunden, das fruchtbare Fenster mit Spermien-Lebensdauer 5 bis 7 Tage. Bei längeren oder kürzeren Zyklen verschiebt sich der Eisprung entsprechend.
Mehrere Zeichen: Basaltemperatur steigt nach Eisprung um etwa 0,5 °C, Zervixschleim wird klar und spinnbar, manchmal Mittelschmerz im Unterbauch, gesteigerte Libido. Ovulationstests erkennen den LH-Anstieg etwa 24 bis 36 Stunden vor Eisprung.
Bis zu 5 Tage in einer geeigneten Umgebung (klarer, spinnbarer Zervixschleim, leicht alkalisches Milieu). Deshalb ist das fruchtbare Fenster mit etwa 6 Tagen länger als das Eisprung-Fenster selbst.
Im fruchtbaren Fenster (etwa 5 Tage vor und 1 Tag nach Eisprung), regelmäßiger Verkehr alle 1 bis 2 Tage. Bei längerem unerfülltem Kinderwunsch (über 12 Monate, ab 35 über 6 Monate) Termin bei Frauenärztin.
Frühestens etwa 7 bis 10 Tage nach Eisprung mit Frühtest, also in SSW 4. Sicherer ab Tag der ausgebliebenen Periode. Vorher ist hCG meist noch nicht ausreichend nachweisbar.
Nicht abwarten bei diesen Warnsignalen:
- Vaginale Blutung unabhängig von Stärke.
- Vorzeitige Wehen regelmäßig und schmerzhaft vor SSW 37.
- Plötzlicher Flüssigkeitsabgang Verdacht auf Blasensprung.
- Starker Kopfschmerz mit Sehstörungen Verdacht auf Präeklampsie.
- Plötzliche Schwellung von Gesicht und Händen ebenfalls Präeklampsie-Verdacht.
- Deutlich reduzierte Kindsbewegungen über mehrere Stunden (als Warnsignal relevant, sobald die Bewegungen regelmäßig spürbar sind, etwa ab SSW 24).
- Hohes Fieber über 38,5 °C Infektion früh klären.
- Einseitiger Beinschmerz mit Schwellung und Wärme DVT-Verdacht.
Im Zweifel anrufen statt googeln.


