Woche dreiundzwanzig
Das Baby hat einen Gleichgewichtssinn und merkt, ob du stehst oder liegst. Wassereinlagerungen werden typischer.
So groß wie eine Granatapfel
01
Was passiert diese Woche mit deinem Baby?
Entwicklung · Embryo
Innenohr ausgebildet, Gleichgewichtssinn
Das Innenohr ist komplett, das Baby entwickelt einen Gleichgewichtssinn. Es spürt jede Bewegung und schaukelt sanft mit, wenn du läufst, sitzt oder dich umdrehst.
Haut noch rot und faltig
Es fehlt noch das schützende Unterhautfettgewebe, deshalb wirkt die Haut transparent. Die Blutgefäße schimmern durch, was dem Baby aktuell ein zartes rotes Aussehen verleiht.
Knochen weiter verhärtet
Die Knochenmineralisation schreitet rasant voran. Calcium und Vitamin D sind entscheidend, deine Ernährung mit Milchprodukten oder pflanzlichen Alternativen unterstützt diese Phase aktiv und bedeutsam.
Lungenbläschen beginnen sich zu formen
Die Alveolen, in denen später der Gasaustausch stattfindet, beginnen sich zu bilden. Diese Reifung ist entscheidend für die Lebensfähigkeit eines Babys bei einer möglichen Frühgeburt.
02
Was spürst du selbst diese Woche?
Häufige Symptome · Woche 23
Schwangerschaftsakne möglich
HäufigHormone können die Talgproduktion ankurbeln und Pickel verursachen. Verwende milde Pflege ohne Salicylsäure oder Retinoide, sprich stärkere Mittel mit der Hebamme oder Hautärztin ab.
Mehr zur Vorsorge →Geschwollene Füße durch Wassereinlagerungen
HäufigErhöhtes Blutvolumen und der Druck auf die Beckenvenen lassen Wasser in den Beinen versacken. Hochlagern, Bewegung und Stützstrümpfe schaffen wirksam und nachhaltig Erleichterung.
Tipps gegen Müdigkeit →Braxton-Hicks erstmals tastbar
HäufigDiese Übungswehen ziehen den Bauch kurz hart. Sie sind unregelmäßig, schmerzlos und bereiten den Uterus auf die Geburt vor, anders als echte Wehen kommen sie selten.
Wann zur Klinik? →Bluthochdruck mit Kopfschmerzen
Sofort abklärenPlötzlich auftretende Kopfschmerzen mit Sehstörungen oder Oberbauchschmerzen können Zeichen einer Präeklampsie sein. Sofort den Blutdruck messen lassen und ärztlich abklären, das ist dringend notwendig.
Mehr zu Kindsbewegungen →
03
Deine Checkliste für diese Woche
0 von 6 abgehakt
Woche 23, To-do
0 / 6-
Diese Woche
Den oralen Glucose-Toleranz-Test zwischen SSW 24 und 28 mit deiner Frauenärztin abstimmen.
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Täglich
Bei Wassereinlagerungen und Kopfschmerzen Werte zuhause messen, um Präeklampsie früh zu erkennen.
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Diese Woche
Beliebte Hebammenkurse sind oft Wochen vorher ausgebucht, jetzt Platz sichern lohnt sich.
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Täglich
Mehrmals täglich 10 Minuten die Füße über Herzhöhe lagern, das entlastet Venen und Lymphsystem.
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Diese Woche
Regelmäßige Wehen, Druck nach unten oder Flüssigkeitsverlust kennen und beim Verdacht sofort melden.
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Diese Woche
Vertragliche Zusage einholen, falls du die Betreuung noch nicht final geklärt hast.
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Diese Woche ausprobieren
Optional · 3 Vorschläge
Sanftes Schwimmen oder Aquagymnastik
Das Wasser entlastet deinen Körper, lindert Wassereinlagerungen und kräftigt sanft die Muskulatur.
30 MinGespräch mit dem Baby aufnehmen
Dein Baby hat einen Gleichgewichtssinn und nimmt deine Stimme wahr, baue bewusste Sprechpausen in den Alltag ein.
10 Min/TagSchwangerschafts-Yoga ausprobieren
Sanfte Asanas öffnen die Hüften, lösen Verspannungen im Rücken und bereiten den Körper auf die Geburt vor.
20 Min
05
Was dich diese Woche erwartet
Übersicht · Woche 23
Mit Woche 23 bist du mitten im zweiten Trimester und dein Baby ist jetzt etwa so groß wie ein Granatapfel, rund 29 Zentimeter und 500 Gramm. Diese Woche ist medizinisch besonders, denn ab etwa SSW 23 bis 24 spricht die Medizin von der sogenannten Lebensfähigkeit, falls eine Frühgeburt eintritt und intensive neonatologische Versorgung verfügbar ist. Gleichzeitig spürst du immer deutlicher, wie dein Körper sich verändert: Wassereinlagerungen, leichte Akne und mehr Druck im Becken gehören oft dazu. Es ist die ideale Zeit, Vorsorge und Geburtsplanung konkret werden zu lassen.
Entwicklung deines Babys in Woche 23
Dein Baby misst rund 29 Zentimeter und wiegt etwa 500 Gramm, vergleichbar mit einem Granatapfel. Das Innenohr ist jetzt funktional ausgebildet, sodass dein Kind einen Gleichgewichtssinn entwickelt und spürt, ob du gerade stehst, liegst oder dich bewegst.
Die Haut ist noch rot und faltig, weil das Unterhautfettgewebe gerade erst aufgebaut wird. Eine schützende Schicht aus Vernix caseosa, der sogenannten Käseschmiere, bedeckt die empfindliche Haut und schützt sie vor dem Fruchtwasser. Auch der feine Lanugo-Flaum ist gut erkennbar.
Die Knochen verhärten weiter, das Skelett wird stabiler und die ersten Bewegungsmuster werden koordinierter. Viele Schwangere spüren in dieser Phase deutliche Tritte, vor allem abends, wenn das Baby besonders aktiv ist.
Die Proportionen werden harmonischer, der Kopf macht nicht mehr so dominant Anteil am Gesamtkörper aus. Auch die feinen Wimpern und Augenbrauen werden sichtbarer, das Gesicht bekommt ein individuelles Profil. Mit hochwertigen 3D- oder 4D-Ultraschall-Geräten lassen sich diese Details bereits gut darstellen, falls du eine Feindiagnostik wahrnimmst. Die Gehirnreifung schreitet besonders schnell voran: Pro Minute entstehen Zehntausende neuer Nervenverbindungen. Die Großhirnrinde beginnt, ihre charakteristischen Faltungen zu bilden, die später für komplexes Denken zuständig sind.
Auch das Verdauungssystem deines Babys reift weiter. Im Darm sammelt sich bereits das sogenannte Mekonium, das erste Kindspech, das nach der Geburt ausgeschieden wird. Es besteht aus abgestoßenen Zellen, Schleim und verschluckten Lanugohaaren. Der Darmtrakt übt bereits peristaltische Bewegungen, eine wichtige Vorbereitung für die Nahrungsaufnahme nach der Geburt. Auch die Nieren produzieren bereits regelmäßig Urin, der ans Fruchtwasser abgegeben wird, ein zentraler Kreislauf, der das Fruchtwasservolumen aufrechterhält.
Auch die Geschmackswahrnehmung deines Babys ist aktiv. Über das Fruchtwasser nimmt es Aromen aus deiner Nahrung wahr. Vielfältige, gesunde Ernährung in dieser Phase prägt also bereits die spätere Geschmacksvorliebenwelt deines Kindes. Achte besonders auf eine ausgewogene Mischkost mit vielen frischen Zutaten und vermeide riskante Lebensmittel wie rohes Fleisch, rohen Fisch oder unpasteurisierte Milchprodukte, die Listeriose oder Toxoplasmose übertragen können.
Auch dein Körperbild verändert sich rasch. Manche Frauen lieben den runden Bauch, andere kämpfen mit den Veränderungen. Beide Reaktionen sind legitim. Sprich offen mit Partner und vertrauten Personen, vermeide unrealistische Vergleiche aus sozialen Medien und konzentriere dich auf das Wunder, das in dir wächst. Schwangerschaftsstreifen sind genetisch bedingt und kein persönliches Versagen.
Was passiert in deinem Körper?
Wassereinlagerungen werden ab Woche 23 ein häufiges Thema. Geschwollene Füße und Knöchel entstehen, weil das Blutvolumen deutlich zunimmt und die Plazenta hormonell für lockereres Bindegewebe sorgt. Beine hochlegen, Bewegung und ausreichend trinken helfen.
Manche Frauen entwickeln Schwangerschaftsakne, weil die Hormone die Talgproduktion ankurbeln. Sanfte Reinigung ohne aggressive Wirkstoffe und ein Blick in die Embryotox-Datenbank vor Akne-Medikamenten ist sinnvoll, denn vieles ist in der Schwangerschaft tabu.
Achte besonders auf deinen Blutdruck. Werte über 140 zu 90 mmHg, plötzliche Wassereinlagerungen im Gesicht oder anhaltende Kopfschmerzen können Hinweise auf eine beginnende Präeklampsie sein und gehören zeitnah in die Praxis.
Sodbrennen wird in dieser Phase ein häufiger Begleiter, weil die wachsende Gebärmutter den Magen nach oben drückt und das Hormon Progesteron den Schließmuskel der Speiseröhre lockert. Mehrere kleine Mahlzeiten statt großer Portionen helfen, ebenso ein erhöhter Oberkörper beim Schlafen. Bei Wadenkrämpfen kann ein Magnesium-Mangel mitverantwortlich sein, sprich mit deiner Hebamme oder Ärztin über mögliche Supplementierung. Wichtig: Magnesium niemals selbst hochdosiert ohne Rücksprache nehmen, da es Wechselwirkungen geben kann.
Die Plazenta hat in dieser Phase ihre maximale Effizienz erreicht und versorgt dein Baby mit allen wichtigen Nährstoffen. Sie filtert mütterliches Blut, gibt Sauerstoff weiter und entsorgt Stoffwechselprodukte. Eine gesunde Ernährung mit ausreichend Eiweiß, komplexen Kohlenhydraten, gesunden Fetten und vielen Mikronährstoffen unterstützt diese wichtige Funktion. Folsäure, Eisen, Jod und Vitamin D bleiben weiterhin zentrale Nährstoffe.
Auch die Augen reagieren bereits auf Helligkeitsunterschiede durch die Bauchdecke. Wenn du in praller Sonne sitzt oder eine Taschenlampe auf den Bauch hältst, spürst du oft eine Reaktion in Form veränderter Bewegung. Die Netzhaut reift weiter, ist aber noch nicht voll funktionsfähig.
Diese Woche im Fokus: Lebensfähigkeit ab SSW 23
Ab Woche 23 bis 24 spricht man medizinisch von der Grenze der extrauterinen Lebensfähigkeit. Mit moderner neonatologischer Versorgung können Babys, die jetzt zur Welt kommen würden, in spezialisierten Perinatalzentren überleben, wenn auch oft mit langen Klinikaufenthalten und hohem Komplikationsrisiko.
Diese Information soll keine Angst machen, sondern dich für die Bedeutung der Vorsorge sensibilisieren. Vermeide langes Stehen, achte auf ausreichend Schlaf und melde dich bei Schmierblutungen, vorzeitigen Wehen oder Fruchtwasserabgang sofort in der Klinik.
Die Vorsorgeintervalle bleiben in dieser Phase noch alle vier Wochen, ändern sich aber bald auf 14-Tage-Rhythmen ab Woche 28. Nutze die Termine, um offene Fragen zu Geburtsort, Geburtsplan und Wochenbett-Betreuung zu klären.
Statistisch überleben in deutschen Perinatalzentren der Stufe 1 etwa 60 bis 70 Prozent der Babys, die in Woche 23 bis 24 zur Welt kommen, viele davon mit langfristigen Beeinträchtigungen. Diese Zahlen verbessern sich mit jeder weiteren Woche dramatisch. Aus diesem Grund ist es so wichtig, jede zusätzliche Schwangerschaftswoche zu schützen. Bei Risikofaktoren wie Mehrlingsschwangerschaft, vorausgegangenen Frühgeburten oder Zervixinsuffizienz kann eine engmaschigere Betreuung nötig sein.
Wenn du regelmäßig Sport gemacht hast, kannst du das in moderater Form fortsetzen. Schwimmen, Yoga, Pilates und zügiges Spazierengehen sind ideal. Vermeide Sportarten mit Sturzgefahr, Kontaktsportarten und alles, was den Bauch direkt belastet. Höre auf deinen Körper und reduziere Intensität bei Beschwerden oder Erschöpfung. Bewegung in dieser Phase reduziert das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck und Rückenschmerzen.
Manche Frauen nutzen die Phase auch für eine bewusste Auszeit vom Alltag. Eine Schwangerschaftsmassage bei einer geschulten Therapeutin entspannt Rückenmuskulatur und unterstützt das Wohlbefinden. Auch Akupunktur, sanfte osteopathische Behandlungen oder Aromatherapie mit schwangerschaftsfreundlichen Ölen können hilfreich sein. Sprich vorher mit deiner Hebamme über geeignete Anwendungen.
Die Mutterpass-Werte solltest du langsam selbst lesen lernen. Symphysen-Fundus-Abstand, fetale Lage, Herztöne und Auffälligkeiten werden bei jedem Termin eingetragen. Wer den Mutterpass versteht, kann gezielter Fragen stellen und Befunde besser einordnen. Bei Unsicherheit erklärt jede Hebamme oder Frauenärztin gerne die Einträge.
Was dich emotional erwartet
Mit zunehmender Bauchgröße wird die Schwangerschaft auch im Alltag spürbarer. Manche Frauen freuen sich über die deutlichen Kindsbewegungen, andere fühlen sich von der Aufmerksamkeit überfordert oder grübeln häufiger über die Geburt nach.
Es ist normal, in dieser Phase Hochs und Tiefs zu erleben. Hormonelle Schwankungen, körperliche Beschwerden und Zukunftspläne erzeugen ein emotionales Wechselbad. Tausche dich mit deinem Partner, deiner Hebamme oder Freundinnen aus, die selbst Mütter sind.
Falls dich Sorgen länger als ein bis zwei Wochen begleiten oder du Anzeichen einer Schwangerschaftsdepression bemerkst, suche Unterstützung. Hebammen, Frauenärztinnen oder Beratungsstellen wie pro familia helfen unkompliziert weiter.
Auch der Partner durchlebt in dieser Phase oft eine emotionale Achterbahn. Die Realität, bald Vater zu werden, wird konkreter. Plant gemeinsame Auszeiten ein, bei denen ihr nicht über Baby, Geburt oder Vorbereitung sprecht, sondern einfach Paar seid. Das stärkt die Bindung für die intensive Zeit, die vor euch liegt.
Die finanzielle Vorbereitung auf die Babyzeit ist ebenfalls Thema. Beantrage rechtzeitig Elterngeld, kläre Kindergeld und prüfe, welche Leistungen dir als werdender Familie zustehen. In Deutschland gibt es viele Unterstützungsangebote, die oft nicht ausgeschöpft werden, weil sie nicht bekannt sind. Beratungsstellen wie pro familia oder die Caritas helfen unkompliziert weiter.
Auch dein Schlafrhythmus passt sich an. Häufiges Wasserlassen, das aktive Baby und Sodbrennen unterbrechen die Nachtruhe. Powernaps am Tag, eine konsequente Schlafhygiene und ein Stillkissen oder Seitenschläferkissen verbessern die Erholung deutlich. Die Linksseitenlage ist optimal für die Durchblutung.
