Was passiert diese Woche mit deinem Baby?
Herzschlag & AnlagenNieren vollständig entwickelt
Die Nieren arbeiten zuverlässig und filtern Fruchtwasser. Diese Funktion ist nach der Geburt sofort eigenständig nutzbar, was die Anpassung an das Leben außerhalb der Gebärmutter erleichtert.
Leber funktioniert fast vollständig
Die Leber übernimmt zunehmend Stoffwechselaufgaben. Nach der Geburt baut sie auch Bilirubin ab, was die typische Neugeborenen-Gelbsucht in den ersten Lebenstagen erklärt.
Baby nimmt ca. 220g pro Woche zu
In der Endphase legt das Baby kräftig zu. Das Geburtsgewicht der meisten Reifgeborenen liegt zwischen 2800 und 4000 Gramm, mit großen individuellen Schwankungen nach oben oder unten.
Greifkraft der Hände messbar
Der Greifreflex ist so stark ausgeprägt, dass das Neugeborene später kurzzeitig sein eigenes Körpergewicht halten könnte. Diese Fähigkeit verschwindet im Lauf der ersten Monate wieder.
Was spürst du selbst diese Woche?
Hormone & SymptomeWöchentliche Vorsorge ab SSW 36
HäufigDie letzten Termine finden wöchentlich statt. Blutdruck, Gewicht, Urin, Kindslage und CTG werden engmaschig kontrolliert, um Komplikationen vor der Geburt früh zu erkennen und einzuschätzen.
Mehr zum CTG →Schlaf mit Kissen verbessern
HäufigEin Stillkissen oder mehrere Kissen unter Bauch, Rücken und zwischen den Knien entlasten den Körper deutlich. Linke Seitenlage bleibt die optimale Position für Mutter und Baby.
Tipps gegen Müdigkeit →Mutterschutz beginnt (6 Wochen vor ET)
HäufigAb jetzt darfst du nicht mehr arbeiten, falls du nicht ausdrücklich willst. Mutterschaftsgeld wird gezahlt, deine Krankenkasse und der Arbeitgeber teilen sich die Auszahlung der Lohnersatzleistung.
Mehr zum Mutterschutz →Senkwehen nehmen zu
HäufigSenkwehen positionieren das Baby tiefer im Becken. Du atmest leichter, hast aber mehr Druck nach unten, häufigeren Harndrang und manchmal stechende Empfindungen im Schambereich des Beckens.
Wehen unterscheiden →Deine Checkliste für diese Woche
Jetzt wichtigWoche 35, To-do
0 / 6- diese Woche
Frage deine Hebamme oder Frauenärztin nach dem GBS-Abstrich zwischen SSW 35 und 37. Bei positivem Befund bekommst du unter der Geburt ein Antibiotikum.
- diese Woche
Lege die Tasche jetzt griffbereit neben die Tür. Mutterpass, Personalausweis, Versichertenkarte und Wechselkleidung gehören in den oberen Bereich.
- vor SSW 36
Klinik, Hebamme, Partner, Eltern und Taxi auf eine laminierte Karte. Eine Kopie in die Tasche, eine ans Telefon.
- in den nächsten 7 Tagen
Sprecht über Wunsch-Geburtsposition, Schmerzlinderung, PDA, eventuelle Sectio und Begleitung. Halte alles im Geburtsplan fest.
- diese Woche
Wasche neue Bodys, Strampler und Mützen mit einem milden Waschmittel ohne Duftstoffe. Trocknen an der Luft schont die Fasern.
- vor SSW 37
Wochenbett-Einlagen, weite Baumwoll-Slips, Wundheilcreme und Stilleinlagen besorgen. Kühltruhe mit Suppen und Aufläufen füllen.
Was du in SSW 35 ausprobieren kannst
Optional · 3 VorschlägeBeckenboden-Atmung üben
Lege dich seitlich, Knie angewinkelt. Atme tief in den Bauch, lass den Beckenboden bewusst los. Zehn Minuten täglich helfen unter der Geburt enorm.
10 MinGeburtspositionen ausprobieren
Probiere Vierfüßler, Seitenlage und Kniestand auf einer Yoga-Matte. So spürst du, welche Position für dich angenehm ist, bevor die Wehen kommen.
15 MinSpaziergang im langsamen Tempo
Eine halbe Stunde gemütliches Gehen fördert die Durchblutung der Plazenta und unterstützt das Eintreten des Babykopfs ins Becken.
30 MinWas dich in SSW 35 erwartet
ÜberblickIn der 35. Schwangerschaftswoche ist dein Baby etwa so groß wie eine Kokosnuss und wiegt rund 2380 Gramm. Du bist jetzt im finalen Endspurt, und die meisten Vorbereitungen für die Geburt rücken in den Mittelpunkt. Diese Woche steht der B-Streptokokken-Abstrich an, deine Kliniktasche sollte griffbereit sein, und Gespräche über Geburtsmodi mit deinem Team werden konkreter. Dein Körper macht sich Schritt für Schritt bereit, während dein Baby seine Reserven aufbaut und die letzten Organfeinheiten ausreifen lässt.
Entwicklung deines Babys in Woche 35
Dein Baby misst von Scheitel bis Ferse etwa 46 Zentimeter und nimmt aktuell rund 220 Gramm pro Woche zu. Die Nieren sind vollständig entwickelt und filtern Fruchtwasser zuverlässig. Auch die Leber arbeitet inzwischen fast wie nach der Geburt und übernimmt wichtige Stoffwechselfunktionen.
Das Fettpolster unter der Haut wird dichter, sodass die Haut jetzt rosig und nicht mehr durchscheinend wirkt. Die schützende Käseschmiere, also die Vernix caseosa, bedeckt den Körper noch komplett und wird beim Geburtsvorgang abgerieben. Die Lanugo-Behaarung verschwindet langsam.
Im Gehirn entstehen weiterhin millionenfach neue Verknüpfungen. Dein Baby hört jetzt deutlich, reagiert auf vertraute Stimmen mit Bewegung und unterscheidet hell von dunkel. Die Schlafphasen sind klar strukturiert und bestehen aus aktiven REM-Phasen und ruhigeren Tiefschlafphasen.
Die Lungen sind in dieser Woche fast vollständig ausgereift. Das produzierte Surfactant verhindert, dass die Lungenbläschen beim Ausatmen kollabieren. Selbst bei einer Geburt jetzt wäre die Atmung in der Regel stabil, eventuell mit kurzer Unterstützung in den ersten Stunden.
Auch das Saug- und Schluckmuster wird intensiv geübt. Dein Baby trinkt aktiv Fruchtwasser, was die Geschmacksknospen prägt. Studien zeigen, dass Aromen aus deiner Ernährung über das Fruchtwasser wahrgenommen werden und die spätere Geschmacksvorliebe beeinflussen können.
Auch das Verdauungssystem ist gut vorbereitet. Der Magen kann erste kleine Mengen verdauen, der Darm ist mit Mekonium gefüllt und die Leber arbeitet selbstständig. Diese Reife ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche erste Stillzeit nach der Geburt.
Die Position des Babys verändert sich in dieser Woche oft nicht mehr stark. Die meisten Kinder liegen bereits in Schädellage mit dem Kopf nach unten. Falls dein Baby noch in Beckenendlage liegt, lass dich von deiner Frauenärztin über mögliche Maßnahmen beraten.
Was passiert in deinem Körper?
Deine Gebärmutter reicht inzwischen rund 35 Zentimeter über das Schambein und schiebt sich knapp unter den Rippenbogen. Sodbrennen, Atemnot bei Belastung und ein Druckgefühl im Oberbauch sind dadurch häufig. Sobald sich das Baby tiefer ins Becken senkt, lässt dieser Druck spürbar nach.
Der Mutterschutz beginnt offiziell sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Falls du noch arbeitest, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, deine letzten Übergaben zu planen und dich aktiv zu schonen. Auch dein Hormonhaushalt bereitet die Brust auf die Milchproduktion vor.
Wassereinlagerungen in Händen, Füßen und im Gesicht können zunehmen. Solange dein Blutdruck normal bleibt und keine Kopfschmerzen oder Sehstörungen auftreten, sind sie harmlos. Bei starken oder plötzlichen Schwellungen ist eine Kontrolle wichtig, weil eine Präeklampsie ausgeschlossen werden muss.
Der Beckenboden steht unter zunehmendem Druck. Eine bewusst aktivierte Beckenbodenmuskulatur, kombiniert mit gezielten Entspannungsphasen, ist die beste Vorbereitung auf die Geburt. Vermeide schweres Heben und höre auf deinen Körper, wenn er Pausen einfordert.
Auch dein Verdauungssystem reagiert empfindlicher. Häufige kleine Mahlzeiten statt drei große, ausreichend Flüssigkeit und ballaststoffreiche Lebensmittel beugen Verstopfung vor. Bei starkem Sodbrennen helfen ein leicht erhöhtes Kopfteil im Bett und das Vermeiden später Mahlzeiten.
Auch deine Schlafqualität verändert sich. Der Schwangerschaftshormon-Spiegel ist hoch, der Bauch macht das Liegen schwierig, und die Gedanken kreisen um die nahende Geburt. Plane bewusst Mittagsruhen ein, um Schlafdefizite auszugleichen.
Die Gebärmutter erreicht ihren höchsten Stand. Sie reicht knapp unter den Rippenbogen und drückt aufs Zwerchfell. Das macht das Atmen flacher und kann zu Kurzatmigkeit bei Belastung führen, was komplett normal ist.
Diese Woche im Fokus: B-Streptokokken-Abstrich und Geburtsplan
Zwischen SSW 35 und SSW 37 wird der vaginal-rektale Abstrich auf B-Streptokokken empfohlen, in Deutschland meist als Selbstzahlerleistung (IGeL). Die Bakterien sind bei etwa 16 Prozent der Schwangeren Teil der natürlichen Flora, können das Baby aber bei der Geburt infizieren. Bei positivem Befund erhältst du unter der Geburt ein Antibiotikum, das das Risiko zuverlässig senkt.
Parallel ist der richtige Moment, deinen Geburtsplan zu finalisieren. Notiere Wünsche zu Geburtsposition, Schmerzlinderung, eventueller PDA, Dammschutz und Bonding nach der Geburt. Bringe das Dokument in mehreren Kopien mit, damit Schicht-Wechsel im Kreißsaal informiert bleiben.
Auch die Frage nach dem Geburtsmodus, also Spontangeburt, geplanter oder eventueller Kaiserschnitt, sollte jetzt klar besprochen sein. Falls dein Baby in Beckenendlage liegt, kann eine äußere Wendung diskutiert werden. Lass dich beraten und entscheide ohne Zeitdruck gemeinsam mit deinem Team.
Der Abstrich selbst ist schmerzfrei und dauert nur Sekunden. Das Ergebnis liegt meist nach zwei bis drei Tagen vor. Bei positivem Befund wird die Antibiotikum-Gabe als Tropf während der Eröffnungsphase verabreicht und reduziert das Übertragungsrisiko deutlich.
Im Geburtsplan kannst du auch Wünsche zur Atmosphäre festhalten: gedimmtes Licht, Musik, Aromaöle, Position der Geburt und wer im Raum sein soll. Halte den Plan flexibel, weil sich Geburten dynamisch entwickeln und Wünsche manchmal angepasst werden müssen.
Sprich mit deiner Hebamme über mögliche alternative Geburtsmethoden wie Wassergeburt, Hocker-Geburt oder Vierfüßler. Manche Kliniken bieten verschiedene Optionen an und richten den Kreißsaal entsprechend ein.
Auch die ersten Stunden nach der Geburt verdienen Planung. Wer macht das erste Foto, wer informiert die Familie, wann kommt das Baby ans erste Stillen. Ein klarer Plan gibt dir Ruhe in einer emotional dichten Phase.
Was dich emotional erwartet
Viele Schwangere erleben in dieser Woche ein Wechselbad zwischen Vorfreude und Angst vor der Geburt. Beides ist normal. Sprich offen mit deiner Hebamme oder deinem Partner über deine Sorgen, statt sie für dich zu behalten.
Schlafprobleme nehmen oft zu, weil die optimale Liegeposition schwer zu finden ist. Ein langes Stillkissen zwischen den Knien und unter dem Bauch entlastet Hüften und unteren Rücken. Tagsüber helfen kurze Ruhephasen, das Energie-Defizit auszugleichen.
Plane bewusst Inseln für dich allein und für die Partnerschaft. Ein gemeinsamer Filmabend, ein letztes Date oder ein langer Spaziergang stärken die Bindung, bevor der Alltag mit Baby völlig neu organisiert wird.
Auch der Partner braucht jetzt mentale Vorbereitung. Sprecht über Erwartungen, Ängste und konkrete Aufgaben am Tag der Geburt. Eine klare Rollenverteilung gibt euch beiden Sicherheit und reduziert spontanen Stress in der Akutphase.
Plane bewusst Auszeiten ein, in denen du nicht über die Geburt sprichst. Ein guter Roman, ein Filmabend oder ein Spaziergang ohne Schwangerschafts-Thema schenken deinem Kopf Pause und stärken die Bindung zum Partner.
Falls du Geschwisterkinder hast, ist die Vorbereitung jetzt besonders wichtig. Sprich altersgerecht über das Baby, erkläre die Veränderungen und plane die Betreuung während der Geburt. Eine vertraute Bezugsperson reduziert Stress für alle.
Auch der Hund oder andere Haustiere brauchen Vorbereitung. Wer betreut sie während des Klinik-Aufenthalts und wie wird das Baby vorgestellt. Diese organisatorischen Punkte sind kein Luxus, sondern Teil eines entspannten Übergangs.
Häufige Fragen zu SSW 35
Was werdende Eltern uns am häufigsten zu dieser Woche fragen.
In SSW 35 ist das Baby weitgehend ausgereift, nur die Lunge entwickelt sich noch. Die Käseschmiere wird dichter, Lanugohaare verschwinden. Bei dir spürst du Senkwehen, der Bauch senkt sich oft, du atmest leichter, aber der Druck auf Blase und Becken nimmt zu.
In SSW 35 misst der Fetus etwa 45 Zentimeter Scheitel-Fuß-Länge, vergleichbar mit einer Kokosnuss. Er wiegt rund 2,4 Kilogramm. Im Ultraschall ist alles voll ausgebildet, das Baby nimmt täglich etwa 30 Gramm zu und füllt den Bauchraum vollständig aus.
Der B-Streptokokken-Test (Gruppe B Streptokokken, GBS) wird zwischen SSW 35 und SSW 37 als Vaginalabstrich durchgeführt. Etwa 16 Prozent der Schwangeren in Deutschland (international 10 bis 30 Prozent) tragen GBS, die für Erwachsene harmlos, aber für Neugeborene gefährlich sein können. Bei positivem Befund erhältst du unter der Geburt Antibiotika (Penicillin).
Echte Geburtswehen in SSW 35 plus erkennst du an: regelmäßigen Abständen (alle 5 bis 10 Minuten), zunehmender Intensität und Dauer, Schmerzen vom Rücken in den Bauch ziehend, kein Verschwinden bei Lageänderung oder warmem Bad. Übungswehen sind unregelmäßig, bleiben gleich stark und verschwinden bei Entspannung.
In SSW 35 erfolgt eine Vorsorge mit Blutdruck, Gewicht, Urin, Herztönen, CTG und ggf. B-Streptokokken-Abstrich. Lage und Größe des Babys werden geprüft. Plane Hebammenwahl für Wochenbett, hab die Kliniktasche bereit und besprich den Geburtsplan mit deinem Geburtsteam.
Eine Hausgeburt in SSW 35 plus ist bei komplikationsloser Schwangerschaft, Schädellage, Einlingsschwangerschaft und Wohnortnähe zur Klinik möglich. Eine Hausgeburtshebamme begleitet dich. Risiken: bei Komplikationen längere Verlegungszeit. Etwa 1 bis 2 Prozent der Geburten in Deutschland finden zu Hause statt.




