Was passiert diese Woche mit deinem Baby?
Zyklus & VorbereitungErster Tag der letzten Periode
SSW 1 beginnt mit dem ersten Tag der letzten Periode. Konvention der medizinischen Berechnung der Schwangerschaftswochen, auch wenn die Befruchtung erst Wochen später stattfindet.
Periode + Gebärmutter-Reinigung
Die Gebärmutterschleimhaut der vorherigen Zyklusphase wird abgebaut und mit der Menstruation ausgeschieden. Anschließend bereitet sich der Körper auf den nächsten Zyklus vor.
Eibläschen reifen heran
In den Eierstöcken beginnen unter FSH-Einfluss neue Eibläschen heranzureifen. Eines wird in etwa zwei Wochen den Eisprung haben.
Es ist noch keine Schwangerschaft
SSW 1 ist eigentlich noch nicht schwanger. Die Befruchtung passiert erst in SSW 2 oder 3. Diese Konvention bei der Schwangerschaftsberechnung kann verwirrend wirken.
Warum zählt Woche 1 als Schwangerschaftswoche?
Berechnung & ZeitstrahlÄrzte rechnen die 40 Wochen Schwangerschaft ab dem ersten Tag deiner letzten Periode (LMP), nicht ab der Befruchtung. Das liegt daran, dass das exakte Eisprung-Datum oft unbekannt ist, während die Menstruation gut datierbar ist. Der Effekt: In deinen ersten beiden „Schwangerschaftswochen" bist du noch gar nicht schwanger.
Was spürst du selbst diese Woche?
PeriodenbeschwerdenPeriode normalerweise
HäufigSSW 1 entspricht den ersten Tagen der Periode. Wenn die nächste Periode in zwei Wochen ausbleibt, könnte eine Schwangerschaft begonnen haben.
Mehr zum Zyklus →Niedrige Basaltemperatur
HäufigWährend der Periode und der ersten Zyklus-Hälfte ist die Basaltemperatur niedriger. Sie steigt erst nach dem Eisprung an.
Basaltemperatur verstehen →Keine Schwangerschaftssymptome
HäufigEchte Schwangerschaftsanzeichen können erst ab SSW 4 oder 5 auftreten, wenn das hCG-Hormon ansteigt. In SSW 1 spürst du bestenfalls die normale Periode.
Wann erste Anzeichen? →Energie-Phase nach Periode
VerbreitetNach Abklingen der Periode steigen die Energie-Levels wieder, eine gute Phase für sportliche Aktivität, soziale Kontakte und Pläne.
Mehr zu Bewegung →Deine Checkliste für diese Woche
VorbereitenWoche 1, To-do
0 / 5- Bei Kinderwunsch sofort
400 µg täglich (bei spätem Beginn kurz vor oder nach der Konzeption im 1. Trimenon 800 µg), idealerweise schon drei Monate vor der Schwangerschaft. Reduziert das Risiko für Neuralrohrdefekte beim späteren Baby.
- Laufend
Kein Alkohol, kein Nikotin, gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, Stress reduzieren wenn möglich.
- Diese Woche
Apps wie NFP-Apps oder Zyklus-Tracker helfen, den Eisprung zu erkennen. Drei Zyklen Beobachtung geben gutes Bild.
- Bei Bedarf
Bei längerem erfolglosem Versuch (über 12 Monate, ab 35 über 6 Monate) mit Frauenärztin sprechen.
- Laufend
Medikamente prüfen, Impfstatus klären (Röteln, Windpocken, Tetanus, Pertussis), Untergewicht oder starkes Übergewicht angehen.
Was dich diese Woche erwartet
ÜberblickWillkommen in Schwangerschaftswoche 1, einer Woche, in der du biologisch gesehen noch gar nicht schwanger bist. Klingt paradox, ist aber medizinisch korrekt: In Deutschland zählen Ärztinnen und Hebammen die Schwangerschaft ab dem ersten Tag deiner letzten Menstruation, weil dieser Tag verlässlich datierbar ist, der genaue Eisprung dagegen oft nicht. Diese Woche steht damit ganz im Zeichen deiner Periode, deiner Hormone und deiner Vorbereitung. Wenn du gerade aktiv versuchst, schwanger zu werden, ist das die ideale Phase, um deinen Körper bestmöglich auszustatten und die wichtigsten Weichen zu stellen.
Was passiert in deinem Körper in Woche 1?
Tag 1 deiner letzten Periode markiert den Start deines Zyklus und damit auch den offiziellen Beginn deiner Schwangerschaftswoche. Während du blutest, baut sich die Gebärmutterschleimhaut, die im letzten Zyklus aufgebaut wurde, kontrolliert wieder ab. Gleichzeitig beginnt im Hintergrund schon der nächste Zyklus: Die Hirnanhangsdrüse schüttet das follikelstimulierende Hormon FSH aus, das in den Eierstöcken eine Gruppe von Follikeln zum Wachsen anregt.
Von diesen heranreifenden Follikeln wird sich in den nächsten Tagen meist nur einer durchsetzen, der sogenannte Leitfollikel. Er produziert immer mehr Östrogen, das wiederum die Gebärmutterschleimhaut neu aufbaut, damit sie in zwei Wochen ein befruchtetes Ei aufnehmen könnte. Dein Körper bereitet die Bühne also schon vor, bevor überhaupt ein Eisprung stattgefunden hat.
Wichtig zu wissen: Diese hormonellen Abläufe spürst du in der Regel nicht direkt. Was du wahrnimmst, sind eher die typischen Periodenbeschwerden: ziehende Unterleibskrämpfe, vielleicht ein druckgefühl im Rücken, müde Beine, Stimmungsschwankungen. All das ist physiologisch normal und sagt nichts über deine Fruchtbarkeit aus.
Diese Woche im Fokus: Folsäure und Lebensstil
Die wichtigste Empfehlung in dieser Woche kommt von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie von den deutschen Fachgesellschaften: Beginne, falls noch nicht geschehen, mit der täglichen Einnahme von 400 Mikrogramm Folsäure. Idealerweise startest du damit mindestens vier Wochen, bevor du schwanger werden möchtest, denn Folsäure schützt das Neuralrohr deines Kindes, das sich bereits in den ersten Wochen nach der Befruchtung schließt, oft bevor du überhaupt von der Schwangerschaft weißt.
Auch andere Lebensstilfaktoren wirken jetzt schon mit. Alkohol und Nikotin solltest du ab dem Kinderwunsch konsequent weglassen, weil sie die Eizellqualität und die spätere Embryonalentwicklung beeinträchtigen können. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkorn, hochwertigen Eiweißquellen und gesunden Fetten unterstützt deinen Hormonhaushalt. Genauso wichtig sind ausreichend Schlaf, moderate Bewegung und ein bewusster Umgang mit Stress.
Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, mit deiner Frauenärztin zu besprechen, was bei einer Schwangerschaft bleiben darf und was umgestellt werden sollte. Für viele Wirkstoffe gibt die Datenbank Embryotox Sicherheit, du musst aber nichts auf eigene Faust ändern. Mehr dazu findest du in unserem Überblick zu Medikamenten in der Schwangerschaft.
Was du jetzt schon tun kannst
Diese Woche eignet sich gut, um administrative und organisatorische Dinge anzustoßen, die später Druck rausnehmen. Prüfe deinen Versicherungsstatus, kläre, ob deine Krankenkasse zusätzliche Leistungen für Schwangere oder Kinderwunschpaare anbietet, und verschaffe dir einen ersten Überblick über deine Rechte und finanzielle Unterstützung.
Wenn du deinen Zyklus noch nicht gut kennst, ist jetzt ein guter Moment, ihn zu beobachten. Notiere Tag 1 deiner Periode, achte auf Veränderungen des Zervixschleims und beobachte deine Basaltemperatur, falls du das möchtest. So bekommst du ein Gefühl für deinen individuellen Eisprungzeitpunkt, was die Chance auf eine Schwangerschaft im laufenden Zyklus deutlich erhöhen kann.
Emotional darf diese Woche ruhig leise sein. Viele Paare empfinden den Kinderwunsch als Mischung aus Vorfreude, Anspannung und Ungeduld. Sprich offen mit deinem Partner oder deiner Partnerin über Erwartungen, Ängste und Alltagsfragen. Eine Schwangerschaft beginnt nicht erst mit dem positiven Test, sondern schon mit dieser Haltung der bewussten Vorbereitung.
Häufige Fragen zu SSW 1
Was werdende Eltern uns am häufigsten zu dieser Woche fragen.
Nein. In Woche 1 hast du deine Periode. Die Befruchtung findet erst rund um Woche 2-3 statt. Die ärztliche Zählung beginnt am ersten Tag deiner letzten Menstruation, weil das ein zuverlässiger Bezugspunkt ist, der tatsächliche Empfängnistermin lässt sich meist nicht exakt bestimmen.
Eine Schwangerschaft ab Befruchtung dauert rund 38 Wochen. Da der Eisprung jedoch meist um Tag 14 des Zyklus liegt, kommen diese ersten beiden „Wochen" hinzu, und ergeben so 40 Wochen ab LMP.
Ja. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die DGE empfehlen den Beginn ab Kinderwunsch, mindestens 4 Wochen vor Empfängnis. Folsäure (400 μg) senkt das Risiko eines Neuralrohrdefekts deutlich, gerade in den ersten Wochen nach der Befruchtung, in denen viele Frauen noch nicht wissen, dass sie schwanger sind.
Die meisten Tests sind ab dem Tag der erwarteten Periode, etwa Woche 4, zuverlässig. Zu frühes Testen führt häufig zu falsch-negativen Ergebnissen, weil der hCG-Spiegel noch zu niedrig ist.
Ganz normal, die Spanne reicht von 21 bis 35 Tagen. Der Eisprung liegt meist 14 Tage vor der nächsten Periode, bei längerem Zyklus verschiebt er sich also nach hinten. Der errechnete Geburtstermin wird später häufig anhand des ersten Ultraschalls korrigiert.


