Woche eins
Du bist technisch noch nicht schwanger – die Zählung beginnt heute.
Die Menstruation beginnt – Tag 1 deines Zyklus
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Was passiert diese Woche in deinem Körper?
Zyklus & Vorbereitung
Deine Menstruation beginnt – Tag 1
Die Gebärmutterschleimhaut des letzten Zyklus löst sich. Das ist offiziell der Anfang deiner Schwangerschaft nach Ärztezählung – auch wenn du jetzt noch nicht schwanger bist.
Hormone FSH und Östrogen steigen
Deine Hypophyse sendet FSH (follikelstimulierendes Hormon) zu den Eierstöcken. Dort beginnen 5–20 Follikel zu reifen – am Ende setzt sich einer durch.
Neue Schleimhaut wird aufgebaut
Gleichzeitig beginnt deine Gebärmutter eine frische, dicke Schleimhaut anzulegen – ein potenzieller Landeplatz für eine befruchtete Eizelle später im Zyklus.
Kein Embryo, kein Baby – noch nicht
Wichtig: Du bist technisch noch nicht schwanger. Erst in Woche 3 findet eventuell die Befruchtung statt. Was du jetzt tust (Folsäure, gesundes Leben), zählt aber bereits mit.
02
Warum zählt Woche 1 als Schwangerschaftswoche?
Berechnung & Zeitstrahl
Ärzte rechnen die 40 Wochen Schwangerschaft ab dem ersten Tag deiner letzten Periode (LMP) – nicht ab der Befruchtung. Das liegt daran, dass das exakte Eisprung-Datum oft unbekannt ist, während die Menstruation gut datierbar ist. Der Effekt: In deinen ersten beiden „Schwangerschaftswochen" bist du noch gar nicht schwanger.
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Was spürst du diese Woche?
Periodenbeschwerden · keine Schwangerschaftssymptome
Periodenbeschwerden
HäufigBauchkrämpfe, ein volles Gefühl, leichte Rückenschmerzen – ganz normale Menstruation. Nichts Besonderes an diesem Zyklus.
Was hilft gegen Krämpfe? →Stimmungsschwankungen
NormalDurch sinkende Östrogenspiegel rund um die Periode. Verschwinden meist, wenn die Blutung vorbei ist.
Hormone durch deinen Zyklus →Müdigkeit
NormalEisenverlust durch Menstruation + niedrige Hormonwerte = weniger Energie. Ruhe ist erlaubt.
Eisenreiche Ernährung →Keine Schwangerschaftssymptome
WichtigÜbelkeit, empfindliche Brüste, Schwangerschafts-Müdigkeit kommen erst ab Woche 4–5 – wenn hCG messbar ist.
Wann erste Anzeichen? →
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Was du jetzt schon tun kannst
Vorbereiten auf die Schwangerschaft
Präkonzeptions-Checkliste
0 / 5-
Heute noch
Entscheidend für die Neuralrohrentwicklung. Idealerweise schon 4 Wochen vor der Befruchtung. In Drogerie oder Supermarkt erhältlich.
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Sofort
Es gibt keine sichere Alkoholmenge bei (geplanter) Schwangerschaft. Je früher du aufhörst, desto besser.
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Sofort
Rauchen verringert die Fruchtbarkeit und erhöht das Fehlgeburtsrisiko. Hilfe nötig? Sprich deinen Hausarzt an.
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Diesen Monat
Eine Präkonzeptions-Beratung: Bespreche Medikamente, Impfungen (Röteln!), Gewicht, eventuelle Risikofaktoren.
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Ab jetzt
Mit App, Basaltemperatur oder LH-Streifen. Hilft dir, dein fruchtbares Fenster nächste Woche zu erkennen.
Empfohlen
- Folsäure 400 μg täglich
- Gesund essen mit viel Gemüse und Vollkorn
- 30 Min. Bewegung täglich, moderate Intensität
- 7–9 Stunden Schlaf pro Nacht
- Stress reduzieren, wo möglich
Lieber vermeiden
- Alkohol – kein Tropfen mehr
- Rauchen (auch Passivrauchen)
- Drogen und manche Medikamente – mit Arzt absprechen
- Roher Fisch, rohes Fleisch, nicht-pasteurisierter Käse
- Zu viel Koffein (max. 200 mg/Tag)
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Was du diese Woche erwarten kannst
Überblick · Woche 1
In Schwangerschaftswoche 1 bist du, biologisch gesehen, noch gar nicht schwanger. Diese Woche markiert den ersten Tag deiner letzten Periode (LMP) und damit den offiziellen Zählbeginn aller 40 Schwangerschaftswochen. Eine Eizelle ist noch nicht gereift, eine Befruchtung hat nicht stattgefunden. Trotzdem ist diese Woche ein guter Zeitpunkt, deinen Körper und deinen Alltag auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten.
Die Zählweise: Warum 40 Wochen ab LMP?
Schon die alten griechischen Ärzte wussten, dass eine Schwangerschaft etwa zehn Mondzyklen dauert. Modern formuliert: rund 280 Tage oder 40 Wochen, gerechnet ab dem ersten Tag deiner letzten Periode. Diese Methode hat sich durchgesetzt, weil das Datum der letzten Menstruation in der Regel zuverlässig erinnert wird, während der genaue Zeitpunkt der Befruchtung selten exakt bekannt ist.
Die Befruchtung selbst findet erst rund zwei Wochen nach LMP statt, also ungefähr in der Mitte der Schwangerschaftswoche 2 oder zu Beginn von Woche 3. Bis zur Einnistung in der Gebärmutterschleimhaut vergehen weitere fünf bis zehn Tage. Ein Schwangerschaftstest wird typischerweise erst ab Woche 4 (kurz vor der erwarteten Periode) zuverlässig positiv – das hCG-Level muss erst messbar werden.
Was in deinem Körper passiert
Die Gebärmutterschleimhaut, die sich im letzten Zyklus aufgebaut hatte, wird abgestoßen – das ist die Periodenblutung. Gleichzeitig sendet die Hypophyse das Hormon FSH aus, das in den Eierstöcken eine Gruppe von 5 bis 20 Follikeln zur Reifung anregt. Innerhalb der nächsten Tage wird sich einer dieser Follikel als der dominante durchsetzen und in Woche 2 für den Eisprung bereit sein.
Östrogen beginnt zu steigen. Die Gebärmutter baut bereits jetzt eine neue, frische Schleimhaut auf – falls in zwei bis drei Wochen eine befruchtete Eizelle ankommt, soll sie sich gut einnisten können. Dieser Vorbereitungsprozess läuft jeden Zyklus, ob du schwanger werden möchtest oder nicht.
Was du jetzt tun kannst
Folsäure ist die wichtigste Empfehlung für jede Frau mit Kinderwunsch. Eine Tagesdosis von 400 μg Folsäure (auch als Folat bekannt), idealerweise schon 4 Wochen vor der Empfängnis begonnen, senkt das Risiko eines Neuralrohrdefekts beim Embryo deutlich. Dieser Schutz wirkt vor allem in den ersten Wochen nach der Befruchtung – also bevor du überhaupt weißt, dass du schwanger bist. Folsäurepräparate gibt es in jeder Drogerie und im Supermarkt.
Alkohol und Nikotin sollten ab jetzt komplett gestrichen werden. Es gibt keine sichere Menge in der Schwangerschaft, und da die ersten kritischen Entwicklungsschritte noch vor dem positiven Test stattfinden, ist Verzicht ab Kinderwunsch der sicherste Weg. Wenn dein Partner ebenfalls aufhört, hilft das doppelt: Passivrauchen ist genauso schädlich, und Rauchen reduziert auch die männliche Fruchtbarkeit.
Ein Termin beim Hausarzt oder bei der Frauenärztin für eine Präkonzeptions-Beratung ist sinnvoll. Dort werden Themen wie Impfschutz (insbesondere Röteln und Windpocken), bestehende Medikation, Gewicht, Schilddrüsenwerte und chronische Erkrankungen besprochen. Bei manchen Themen ist ein Anpassen oder Abklären vor der Schwangerschaft nötig.
Zyklusbeobachtung hilft dir, in den nächsten Wochen dein fruchtbares Fenster zu erkennen. Apps, ein Basalthermometer oder LH-Teststreifen sind die gängigsten Methoden – jede hat Stärken und Schwächen, aber alle geben dir wertvolle Hinweise auf deinen Eisprung.
Häufig gestellte Fragen
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Folsäure bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft (2023). bfr.bund.de
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) – Leitlinien Schwangerenvorsorge. dggg.de
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) – Familienplanung & Kinderwunsch. familienplanung.de
- Robert Koch-Institut (RKI) – Impfempfehlungen vor und während der Schwangerschaft. rki.de
- Mol BWJ et al. – Pregnancy dating: from LMP to first trimester ultrasound. The Lancet (2018).
Bei individuellen Fragen: Wende dich an deine Hebamme oder Frauenärztin.