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Erstes Trimester T1

Woche sechs

Beim ersten Ultraschall ist der Herzschlag oft sichtbar. Die typischen Schwangerschaftsbeschwerden können diese Woche einen Höhepunkt erreichen.

Noch zu gehen
34 Wochen
± 238 Tage
Trimester
1 von 3
Woche 1–13
Monat
Monat 2
Erstes Trimester
Größe

So groß wie eine Erbse

Erbse zum Vergleich
Embryo Woche 6
Schwanger in Woche 6
Länge
0,75 cm
Gewicht
1 Gramm
01

Was passiert diese Woche mit deinem Baby?

Entwicklung · Embryo
Gesichtszüge (Augen, Nasenlöcher) bilden sich

Augenbecher, Nasengruben und kleine Ohranlagen werden sichtbar. Das Gesicht wirkt noch sehr fremd, doch die Grundstruktur der Sinnesorgane wird in dieser Woche angelegt.

Neu diese Woche
Arm- und Beinknospen sichtbar

Aus winzigen Knospen wachsen später Arme und Beine. In den nächsten Wochen differenzieren sich daraus Hände, Füße und einzelne Finger.

Neu diese Woche
Herzschlag via Vaginal-Ultraschall erkennbar

Mit etwa 110 bis 130 Schlägen pro Minute ist der embryonale Herzschlag jetzt oft im Vaginalultraschall sichtbar. Für viele Eltern ein bewegender erster Bestätigungsmoment.

Neu diese Woche
Neuralrohr vollständig geschlossen

Der Schluss des Neuralrohrs ist abgeschlossen. Folsäure bleibt wichtig, da Gehirn und Rückenmark sich weiterhin rasant entwickeln und Zellteilung Energie braucht.

Diese Woche
02

Was spürst du selbst diese Woche?

Häufige Symptome · Woche 6

Morgenübelkeit oft am stärksten

Häufig

Der hCG-Spiegel erreicht jetzt seinen Höhepunkt, was Übelkeit verstärken kann. Iss vor dem Aufstehen einen Keks, halte den Magen nie ganz leer.

Was hilft gegen Übelkeit? →

Geruchsempfindlichkeit erhöht

Häufig

Hormone schärfen den Geruchssinn dramatisch. Bekannte Düfte wie Kaffee oder Parfüm können plötzlich Übelkeit auslösen, oft gemeinsam mit der Morgenübelkeit.

Mehr zur Ernährung →

Brustspannen nimmt zu

Häufig

Die Milchgänge wachsen, die Brust wird empfindlicher und bisweilen schmerzhaft. Ein bequemer Still-BH oder Sport-BH ohne Bügel verschafft spürbare Erleichterung.

Mehr zu Brustveränderungen →

Stimmungsschwankungen durch Hormone

Häufig

Östrogen und Progesteron schwanken stark und beeinflussen Neurotransmitter. Gefühlsachterbahnen sind normal, sprich offen mit Partner oder Hebamme über deine Erlebnisse.

Mehr zur Vorsorge →

Anhaltendes Erbrechen ohne Flüssigkeit (Hyperemesis)

Sofort abklären

Hyperemesis gravidarum bedeutet starkes Erbrechen mit Gewichtsverlust und Dehydrierung. Wenn du nichts mehr bei dir behältst, brauchst du ärztliche Behandlung, oft mit Infusionen.

Mehr zu Hyperemesis →

Starkes Bluten mit Krämpfen

Sofort abklären

Helle Blutung mit krampfartigen Schmerzen kann auf einen Frühabort oder eine Eileiterschwangerschaft hinweisen. Sofort Frauenärztin anrufen oder am Wochenende die Notaufnahme aufsuchen.

Mehr zur SSW →
03

Deine Checkliste für diese Woche

0 von 6 abgehakt

Woche 6, To-do

0 / 6
  • Wenn noch nicht geschehen, jetzt unbedingt einen Termin vereinbaren. Die erste Untersuchung findet meist zwischen SSW 7 und 9 statt.

    Diese Woche
  • Hebammenplätze sind in vielen Regionen knapp. Frag früh nach Wochenbett- und Vorsorgehebammen in deiner Nähe, idealerweise jetzt.

    Diese Woche
  • Falls dein Präparat noch kein Jod enthält, ergänze 100 bis 150 Mikrogramm täglich. Jod ist wichtig für die Schilddrüse von Mutter und Kind.

    Sofort
  • Notiere, welche Gerüche dir Übelkeit verursachen. So kannst du Küche, Arbeitsplatz und Bad gezielt anpassen und Trigger meiden.

    Diese Woche
  • Hochintensives Training und Kontaktsport vermeiden. Spaziergänge, Schwimmen und sanftes Yoga bleiben in der Regel unbedenklich.

    Diesen Monat
  • Schreib alles auf, was du den Frauenarzt fragen möchtest. Beim Termin vergisst man im Moment oft die Hälfte der Fragen.

    Diese Woche
04

Diese Woche ausprobieren

Optional · 3 Vorschläge
Trockene Cracker am Morgen

Stell abends ein paar Vollkorn-Cracker neben das Bett. Vor dem Aufstehen ein paar essen. Das stabilisiert den Blutzucker und mildert die morgendliche Übelkeit.

5 Min.
Sanfter Spaziergang

Eine halbe Stunde an der frischen Luft tut Kreislauf und Stimmung gut. Bewegung reduziert Müdigkeit oft besser als noch mehr Schlaf.

30 Min.
Atemübung gegen Übelkeit

Vier Sekunden durch die Nase einatmen, sechs Sekunden durch den Mund ausatmen. Zehn Wiederholungen können akute Übelkeitswellen abmildern.

10 Min.
05

Was dich diese Woche erwartet

Übersicht · Woche 6

In Schwangerschaftswoche 6 ist dein Baby etwa so groß wie eine Erbse, knapp einen halben bis ganzen Zentimeter. Diese Woche ist eine der dynamischsten der gesamten Embryonalzeit. Gesichtszüge beginnen sich zu modellieren, kleine Augenanlagen und Nasenlöcher werden sichtbar, und die Knospen für Arme und Beine entstehen. Im Vaginal-Ultraschall ist der Herzschlag jetzt oft erstmals als pulsierender Punkt erkennbar. Gleichzeitig erreichen viele Schwangere diese Woche den Höhepunkt der Frühschwangerschafts-Beschwerden, allen voran Übelkeit, Müdigkeit und eine extreme Geruchsempfindlichkeit. Du bist nicht allein damit, das ist eine der hormonell intensivsten Phasen überhaupt.

Entwicklung deines Babys in Woche 6

Das Embryo wächst diese Woche besonders schnell. Aus den Keimblättern formen sich erste Strukturen, die später Hals, Kiefer und Wirbelsäule bilden. Die Schwanzknospe, die vorübergehend sichtbar war, beginnt sich zurückzubilden. Dein Baby sieht im Ultraschall noch nicht menschlich aus, aber alle Bauanleitungen sind aktiv und arbeiten parallel. Die Entwicklung folgt einem fein abgestimmten genetischen Programm.

Das Herz schlägt jetzt zwischen 100 und 160 Mal pro Minute. Im Vaginal-Ultraschall sehen viele Eltern in dieser Woche zum ersten Mal das Flackern des winzigen Herzschlags. Für viele ist das ein extrem emotionaler Moment und gleichzeitig eine Bestätigung, dass die Schwangerschaft sich gut entwickelt. Manche Praxen geben dir ein erstes Ultraschallbild zur Erinnerung mit nach Hause.

Auch das Gehirn entwickelt sich rapide. Aus dem Neuralrohr formen sich erste Hirnabschnitte: Vorderhirn, Mittelhirn und Hinterhirn. Diese Differenzierung ist die Grundlage für alle späteren neurologischen Funktionen. Gleichzeitig beginnt die Bildung von Innenohr-Strukturen und Augenlinsen. Eine ausreichende Versorgung mit Folsäure und Jod ist jetzt entscheidend für die gesunde Entwicklung deines Babys.

Auch wenn du dich elend fühlst: Versuche, jeden Tag mindestens eine kleine Sache für dich zu tun, die dir guttut. Ein heißer Tee, fünf Minuten an der frischen Luft, ein gutes Buch. Solche Mikro-Routinen stabilisieren deine Stimmung enorm in dieser fordernden Phase.

Was passiert in deinem Körper?

Die Konzentration von hCG erreicht in dieser und der nächsten Woche oft ihren Höhepunkt. Genau das ist der Hauptgrund für die intensive Übelkeit, die viele Schwangere jetzt erleben. Bei extrem starker, ständiger Übelkeit mit Erbrechen und Gewichtsverlust kann eine Hyperemesis gravidarum vorliegen, die ärztlich behandelt gehört. Sie betrifft etwa ein bis drei Prozent aller Schwangeren und ist keine Schwäche, sondern eine medizinische Diagnose.

Brustspannen, häufiger Harndrang und extreme Müdigkeit sind diese Woche oft besonders ausgeprägt. Auch ein verändertes Geruchsempfinden ist typisch. Gerüche, die du sonst kaum bemerkst, können jetzt unerträglich wirken. Das ist eine evolutionäre Schutzfunktion und legt sich meist im zweiten Trimester wieder. Versuche, deine Trigger zu identifizieren und im Alltag zu meiden.

Manche Schwangere berichten von leichten Schmierblutungen rund um den Zeitpunkt der ausgebliebenen Periode. Das kann an Einnistung oder hormonellen Veränderungen liegen und ist meist harmlos. Bei starken Blutungen, krampfartigen Schmerzen oder einseitigen Schmerzen solltest du sofort den Frauenarzt kontaktieren. Auch Hebammen sind in akuten Situationen oft eine wichtige erste Anlaufstelle.

Bei extremer Übelkeit gibt es bewährte Strategien jenseits von Tipps wie Cracker oder Ingwer. Vitamin B6, Akupressur-Bänder und in schweren Fällen verschreibungspflichtige Medikamente helfen. Eine offene Diskussion mit deiner Frauenärztin lohnt sich, wenn du im Alltag stark eingeschränkt bist.

Diese Woche im Fokus: Erste Vorsorge planen

Die erste Vorsorgeuntersuchung wird in den meisten Praxen zwischen SSW 7 und 9 angesetzt. Wenn du noch keinen Termin hast, sollte das jetzt höchste Priorität haben. Beim ersten Termin bekommst du den Mutterpass, der dich durch die gesamte Schwangerschaft begleiten wird. Er enthält alle wichtigen Untersuchungsergebnisse und ist im Notfall ein zentrales Dokument.

Bring zur ersten Vorsorge alle relevanten Informationen mit: letzte Periode, Vorerkrankungen, Medikamente, eventuelle frühere Schwangerschaften und einen Überblick deines Familien-Gesundheitsstands. Beim ersten Termin werden meist Vaginal-Ultraschall, Blutdruck, Urinprobe und ein ausführliches Gespräch durchgeführt. Auch eine Toxoplasmose- und Listeriose-Beratung gehört in vielen Praxen dazu.

Plane parallel die Hebammensuche. In vielen deutschen Regionen sind Hebammen knapp, besonders für Wochenbett-Betreuung. Frag jetzt schon Freundinnen, Geburtshäuser oder Hebammenverbände nach freien Kapazitäten. Du hast gesetzlich Anspruch auf Hebammen-Hilfe, musst dich aber selbst kümmern. Eine gute Hebamme begleitet dich oft schon ab dem ersten Trimester.

Die Kommunikation mit dem Partner spielt jetzt eine zentrale Rolle. Erkläre, was du brauchst, denn nicht jede Veränderung ist von außen sichtbar. Müdigkeit, Übelkeit und Hormone können das Gefühl auslösen, von der Außenwelt entfremdet zu sein. Sprich es aus, das verbindet.

Ernährung und Lebensstil

Eine gute Ernährung in der Schwangerschaft ist jetzt wichtiger denn je, auch wenn die Übelkeit oft im Weg steht. Versuche, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag zu verteilen, anstatt drei große. Vollkornprodukte, eiweißreiche Snacks und viel Wasser stabilisieren den Blutzucker und helfen oft besser gegen Übelkeit als jeder Tee.

Listeriose und Toxoplasmose sind die zwei wichtigsten infektiösen Risiken jetzt. Verzichte auf Rohmilchkäse, rohes Fleisch, rohen Fisch (auch Sushi und Räucherlachs), vorgeschnittenen Salat und Leber. Pasteurisierte Produkte und durchgegartes Fleisch sind sicher. Frisches Obst und Gemüse gründlich waschen, gerade Salat und Beeren.

Auch dein Wassertrinken solltest du jetzt steigern. Mit zunehmendem Blutvolumen brauchst du mehr Flüssigkeit, mindestens zwei Liter pro Tag. Bei Hitze, Sport oder starker Übelkeit gerne mehr. Stell eine große Karaffe sichtbar auf den Tisch, dann fällt das Trinken leichter. Auch Kräutertees ohne kritische Inhaltsstoffe und verdünnte Saftschorlen sind gute Optionen.

Auch Hintergrundwissen rund um Schwangerschaftsbeschwerden hilft jetzt enorm. Du verstehst besser, welche Symptome normal sind und wann ein Arztbesuch nötig ist. Ein Mutterschutz-Rechner gibt dir einen ersten Überblick, ab wann du in den Mutterschutz gehen kannst. Auch ein SSW-Rechner zeigt dir präzise, in welcher Phase du gerade steckst.

Wenn du eine Risikoschwangerschaft hast oder Vorerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck mitbringst, sind häufigere Untersuchungen und manchmal auch frühe Feindiagnostik bei einem Arzt mit DEGUM-Stufe II sinnvoll. Sprich offen über deine Vorgeschichte. Auch bestimmte Medikamente in der Schwangerschaft können angepasst werden, oft mit Beratung über Embryotox.

Auch deine Ernährung-in-der-Schwangerschaft sollte bewusst gestaltet werden. Eisenreiche Lebensmittel wie Linsen, Spinat und mageres Fleisch sind wichtig, da das Blutvolumen ansteigt. Bei nachgewiesenem Eisenmangel kann auch ein Präparat sinnvoll sein, das deine Frauenärztin verschreiben würde.

Was dich emotional erwartet

Die starken körperlichen Beschwerden können emotional zermürben. Wenn du dich elend fühlst, ist das nicht der freudige Schwangerschafts-Glanz, den Filme suggerieren. Das ist okay. Du darfst dich mies fühlen und gleichzeitig dankbar für die Schwangerschaft sein. Beide Gefühle haben Platz und gehören zur Realität vieler Schwangerer dazu.

Viele Frauen empfinden Schuldgefühle, wenn die Schwangerschaft sich nicht so anfühlt wie erwartet. Dazu kommt oft Angst, dass etwas mit dem Baby nicht stimmen könnte. Diese Sorgen sind verbreitet. Ein offenes Gespräch mit Partner, Hebamme oder Frauenarzt hilft, sie einzuordnen. Auch BZgA-Materialien auf Familienplanung.de bieten gute Informationen.

Akzeptiere, dass dein Energielevel jetzt anders ist. Streiche Termine, wenn möglich. Sag öfter Nein. Diese Wochen werden vorbeigehen, und im zweiten Trimester fühlen sich die meisten Schwangeren deutlich besser. Bis dahin: Geduld mit dir selbst. Dein Körper baut gerade ein neues Leben auf, das ist die größte Anstrengung, die er je geleistet hat.

Praktische Themen wie Recht und Finanzen rund um Mutterschutz und Elterngeld sind in den ersten Wochen oft weit weg. Trotzdem schadet ein erster Blick nicht. Auch die Mutterschaftsrichtlinien legen genau fest, welche U-Untersuchungen dir zustehen. Ein Geburtstermin-Rechner gibt dir online schnell Orientierung. Wenn du noch keinen Schwangerschaftstest zur Bestätigung gemacht hast, ist das jetzt der ideale Zeitpunkt.

Wenn die emotionale Belastung anhält, ist eine Schwangerschaftsberatung kostenlos und vertraulich. Pro Familia, Donum Vitae und kirchliche Anbieter haben qualifizierte Beraterinnen. Dort kannst du anonym über alles sprechen, was dich bewegt, ohne Angst vor Bewertung oder Konsequenzen für dein medizinisches Umfeld.

Auch praktische Vorbereitungen wie die Auswahl einer Geburtsklinik oder eines Geburtshauses lohnen einen ersten Blick. Viele Einrichtungen bieten frühe Informationsabende an, oft online. Eine erste Orientierung schafft Sicherheit, auch wenn die Entscheidung erst später fällt. Auch der Frauenarzt kann Empfehlungen aussprechen und Erfahrungen aus seiner Praxis teilen, was bei der Auswahl wertvoll ist.