Scroll
Drittes Trimester T3

Woche achtunddreißig

Achte auf die drei Geburtszeichen: regelmäßige Wehen, Blasensprung, blutiger Schleim. Bei Unsicherheit: Klinik anrufen.

Noch zu gehen
2 Wochen
± 14 Tage
Trimester
3 von 3
Woche 28–42
Monat
Monat 9
Drittes Trimester
Größe

So groß wie eine Lauch

Lauch zum Vergleich
Embryo Woche 38
Schwanger in Woche 38
Länge
49,8 cm
Gewicht
3080 Gramm
01

Was passiert diese Woche mit deinem Baby?

Entwicklung · Embryo
Fettanteil bei 15% des Körpergewichts

Das Unterhautfett macht etwa 15 Prozent des Körpergewichts aus. Diese Reserven sichern die Wärmeregulation und liefern Energie für die ersten Lebenstage, bevor die Milchmenge richtig anläuft.

Neu diese Woche
Mekonium bildet sich im Darm

Mekonium ist der erste Stuhl, dunkelgrün und teerartig. Es enthält Fruchtwasser, Schleim und Hautzellen, normalerweise wird es in den ersten Tagen nach der Geburt ausgeschieden.

Neu diese Woche
Gehirn weiter aktiv

Das Gehirn wächst weiter und legt Synapsen an. Auch nach der Geburt entwickelt sich das Gehirn rasant, jeder Sinnesreiz, jede Berührung formt neue Verknüpfungen aktiv.

Neu diese Woche
Vernix nimmt langsam ab

Die Käseschmiere reduziert sich, bleibt aber in Hautfalten erhalten. Sie schützt die Haut beim Durchtritt durch den Geburtskanal und sollte beim Neugeborenen nicht abgewaschen werden.

Neu diese Woche
02

Was spürst du selbst diese Woche?

Häufige Symptome · Woche 38

Unterleib kann hart werden

Häufig

Vorwehen ziehen den Bauch kurz hart, das ist normal. Trinken und kurzes Hinlegen helfen, regelmäßige schmerzhafte Wehen alle fünf Minuten sind dagegen ein Zeichen für echten Geburtsbeginn.

Wann zur Klinik? →

Frühes CTG bei Unsicherheit

Häufig

Bei verminderten Kindsbewegungen oder anderen Sorgen wird ein CTG geschrieben. Es zeigt die Herztöne und Wehen, ein wichtiges Werkzeug zur engmaschigen Überwachung in der Endphase.

Was ist ein CTG? →

Druck im Becken nimmt zu

Häufig

Das Baby drückt fest auf den Beckenboden. Schweres Tragen vermeiden, regelmäßige Pausen einlegen, das schont Becken und Rücken in dieser körperlich besonders fordernden Schlussphase der Schwangerschaft.

Mehr zur Vorsorge →

Schlafmangel durch Bauchumfang

Häufig

Der Bauch macht Schlafen unbequem, häufiger Harndrang stört zusätzlich. Nimm dir tagsüber Pausen, das hilft die Energiereserven für die bevorstehende Geburt langsam aufzubauen.

Tipps gegen Müdigkeit →

Blasensprung mit klarer Flüssigkeit

Sofort abklären

Ein Blasensprung ist meist ein klarer Zeichen, dass die Geburt nah ist. Auch ohne Wehen in die Klinik fahren, vor allem bei verfärbtem oder grünlichem Fruchtwasser sofort.

Mehr zur Ernährung →

Helle starke vaginale Blutung

Sofort abklären

Helle, frische und starke Blutung ist ein Notfall, vor allem mit Bauchschmerzen. Sofort den Notruf wählen, das kann auf eine Plazenta-Lösung oder Plazenta praevia hinweisen.

Mehr zur SSW →
03

Deine Checkliste für diese Woche

0 von 6 abgehakt

Woche 38, To-do

0 / 6
  • Beginn, Dauer und Abstand jeder Wehe notieren. Smartphone-Apps oder ein einfaches Notizbuch reichen aus.

    sofort
  • Klinik-Kreißsaal-Direktnummer, Hebamme, Partner-Mobil und Familien-Notfall-Nummer auf einer Karte sammeln.

    diese Woche
  • Voll getankt zu jeder Tageszeit, Reifendruck prüfen, Babyschale schon im Auto. Fahrtweg zur Klinik einmal abfahren.

    diese Woche
  • Frage nach Aufnahme-Modus außerhalb der Sprechzeiten. Kreißsaal-Telefon und Aufnahme-Bereich sind selten dieselbe Tür.

    diese Woche
  • Spotify, Apple Music oder Deezer ohne Internet hören können. WLAN im Kreißsaal ist oft schwach.

    in den nächsten 3 Tagen
  • Drei Bodys, drei Strampler, Mütze, zwei Decken in einer separaten Tasche. Bereit für die Heimfahrt.

    vor SSW 39
04

Diese Woche ausprobieren

Optional · 3 Vorschläge
Wechselatmung beim Vorwehen-Training

Bei einer Vorwehe abwechselnd durch Nase ein- und durch leicht geöffneten Mund ausatmen. Du übst, in der Wehe ruhig zu bleiben.

10 Min
Lange Spaziergänge bei Sonnenuntergang

Vierzig Minuten in moderatem Tempo, idealerweise auf weichen Wegen. Bewegung kann Wehen sanft fördern und entspannt zugleich.

40 Min
Akupressur-Punkt SP6 üben

Vier Querfinger oberhalb des Innenknöchels mit Daumen sanft drücken. Lass dich von einer ausgebildeten Hebamme einweisen, bevor du regelmäßig stimulierst.

5 Min
05

Was dich diese Woche erwartet

Übersicht · Woche 38

In der 38. Schwangerschaftswoche steigt die Wahrscheinlichkeit für eine baldige Geburt deutlich. Dein Baby misst etwa 50 Zentimeter und wiegt rund 3080 Gramm. Es ist vollständig vorbereitet auf das Leben außerhalb der Gebärmutter. Du selbst stehst zwischen letztem Endspurt und intensiver Beobachtung deines Körpers. Vorwehen können stärker werden, der Muttermund reift weiter, und das Erkennen echter Wehen wird zur Schlüsselkompetenz. Diese Woche dreht sich vieles um mentale Vorbereitung, das Verstehen der Geburtsphasen und das Vertrauen in den eigenen Körper.

Entwicklung deines Babys in Woche 38

Dein Baby hat einen Fettanteil von rund 15 Prozent seines Körpergewichts erreicht. Diese Reserven helfen, die Körpertemperatur in den ersten Tagen außerhalb des Mutterleibs zu halten und Energie für die ersten Atem- und Saug-Versuche bereitzustellen.

Im Darm hat sich Mekonium gebildet, das nach der Geburt als erster Stuhl ausgeschieden wird. Auch die Nieren produzieren weiterhin Urin, der einen großen Teil des Fruchtwassers ausmacht. Der Wasseraustausch funktioniert nun rund.

Das Gehirn arbeitet aktiv weiter. Studien zeigen, dass Babys in dieser Woche bereits Stimmen unterscheiden, Tonhöhen wahrnehmen und auf bekannte Melodien mit Bewegung reagieren. Die neuronale Vernetzung wird auch nach der Geburt rasant weitergehen.

Die Leber speichert weiterhin Eisen. Diese Reserven sind in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten wichtig, weil Muttermilch nur wenig Eisen enthält. Eine gesunde Eisenversorgung in der Schwangerschaft sichert diesen Vorrat ab.

Auch die Nebennieren produzieren bereits eigene Stresshormone. Diese helfen dem Baby, den Geburtsprozess zu bewältigen und die ersten Atemzüge erfolgreich zu nehmen. Die hormonelle Reife ist eine entscheidende Vorbereitung auf das Leben außerhalb der Gebärmutter.

Das Gehirn arbeitet rund um die Uhr. Studien zeigen, dass Babys in dieser Phase bereits komplexe Hörmuster verarbeiten und auf vertraute Stimmen mit verstärkter Bewegung reagieren. Auch der Geschmackssinn ist ausgeprägt.

Die Käseschmiere, also die Vernix caseosa, schützt die Haut weiterhin und wird beim Geburtsvorgang durch die Reibung im Geburtskanal teilweise abgerieben. Reste auf dem Baby nach der Geburt sind völlig normal.

Was passiert in deinem Körper?

Der Unterleib kann phasenweise hart werden. Wenn die Verhärtungen unregelmäßig sind und nach einem Lagewechsel nachlassen, handelt es sich meist um Vorwehen. Werden sie regelmäßig und schmerzhaft, ist die Geburt nahe.

Auch der Beckenboden steht unter Druck. Ein Ziehen in den Leisten, ein Schmerz im Schambein und ein wackeliges Gefühl beim Gehen sind nicht ungewöhnlich. Eine warme Sitzposition mit Knien über Hüfthöhe entlastet.

Wenn du dir unsicher bist, ob die Geburt beginnt, ist ein CTG in der Klinik schnell erledigt und schafft Klarheit. Falsch-Alarme sind völlig normal, das Klinik-Team rechnet damit und nimmt dich ernst.

Der Muttermund kann sich jetzt stetig verändern. Manche Frauen sind bei der Vorsorge bereits ein bis zwei Zentimeter geöffnet, ohne aktive Wehen. Dies ist ein gutes Zeichen für die Geburtsvorbereitung, sagt aber wenig über den genauen Zeitpunkt aus.

Auch die Beckenbänder lockern sich weiter. Ein leichter Schmerz im Schambein oder im Iliosakralgelenk ist häufig. Eine warme Wärmflasche, sanftes Yoga und regelmäßige Pausen helfen, die Beschwerden zu lindern.

Auch dein Schlaf-Wach-Rhythmus kann sich verändern. Manche Frauen berichten von plötzlichem Energieschub am späten Abend oder ungewohnter Müdigkeit am Vormittag. Höre auf deinen Körper.

Der Beckenboden wird durch die Lockerung der Bänder stärker beansprucht. Vermeide schweres Heben und übe sanfte Beckenboden-Aktivierungen, um die Muskulatur in Form zu halten.

Diese Woche im Fokus: Übungswehen versus echte Wehen

Übungswehen, auch Vorwehen genannt, kommen unregelmäßig, klingen nach einer warmen Dusche oder einem Lagewechsel ab und werden nicht intensiver. Sie tasten den Muttermund vorsichtig ab, beginnen aber keine Eröffnung der Geburt.

Echte Geburtswehen werden über die Zeit länger, intensiver und kommen in regelmäßigeren Abständen. Eine bewährte Faustregel: Wenn die Abstände unter sieben Minuten liegen, jede Wehe rund eine Minute dauert und das eine Stunde durchhält, ist Klinik-Zeit.

Bei vorzeitigem Blasensprung gilt unabhängig von Wehen: Klinik anrufen, Vorlage anlegen, in die Klinik. Bei klarem Fruchtwasser kannst du in Ruhe fahren, bei grünlichem oder bei starker Blutung ist die Notfall-Aufnahme der richtige Weg.

Eine bewährte Methode zur Unterscheidung ist die 5-1-1-Regel: Wenn die Wehen alle fünf Minuten kommen, jede Wehe eine Minute dauert und das eine Stunde anhält, ist es Zeit, in die Klinik zu fahren. Diese Regel gilt vor allem für Erstgebärende.

Bei Mehrgebärenden geht die Geburt oft schneller voran. Hier wird oft die 7-1-1-Regel empfohlen, weil die Anfahrt sicherer wäre. Sprich vorab mit deiner Hebamme über die für dich passende Faustregel.

Eine warme Dusche oder ein warmes Bad ist der einfachste Test: Lassen die Wehen nach, waren es Vorwehen. Bleiben sie regelmäßig oder werden sie stärker, ist die Geburt am Start.

Auch ein Glas Wasser oder ein Lagewechsel können Vorwehen abklingen lassen. Echte Wehen lassen sich durch keine dieser Maßnahmen stoppen, sie folgen ihrer eigenen Dynamik.

Was dich emotional erwartet

Mentale Bereitschaft wächst durch Wissen und durch Vertrauen. Erinnere dich an Geburtsvorbereitungs-Inhalte, schau eventuell ein ruhiges Geburts-Video und sprich mit Frauen, die positive Erfahrungen teilen.

Manche Schwangere fühlen sich plötzlich sehr ruhig, andere intensiv aufgeregt. Beides ist normal. Vertraue deinen Mustern und zwinge dich nicht in eine bestimmte Stimmung.

Für den Partner kann die Anspannung ebenfalls hoch sein. Sprecht über konkrete Aufgaben in den ersten Wehenstunden: Wer ruft die Klinik an, wer bringt die Tasche, wer informiert die Familie. Klarheit reduziert Stress.

Auch die Vorstellung vom ersten Zusammentreffen mit deinem Baby kann emotional sehr aufgeladen sein. Erlaube dir, diese Vorfreude zu fühlen, ohne sie zu bewerten. Jede Mutter hat ihren eigenen Zugang zu diesem ersten Moment.

Falls Ängste vor Schmerzen oder Kontrollverlust dich überrollen, sprich mit deiner Hebamme oder einer Geburtsvorbereiterin. Atemtechniken, Visualisierungen und Hypnobirthing-Übungen können sehr hilfreich sein und sind in vielen Fällen evidenzbasiert.

Plane bewusst Pausen für dich allein ein. Eine ruhige Tasse Tee, ein Spaziergang im Park oder ein langes Bad. Diese Inseln sind nicht egoistisch, sondern essentiell.

Auch der Austausch mit anderen Schwangeren in einer ähnlichen Phase kann entlasten. Gemeinsame Erfahrungen, Tipps und Sorgen teilen, schafft Verbundenheit.