Was passiert diese Woche mit deinem Baby?
Herzschlag & AnlagenLungenreifung schreitet voran
Die Surfactant-Produktion steigt deutlich. Bei einer Frühgeburt ab SSW 28 sind die Überlebenschancen schon sehr gut, jede zusätzliche Woche im Mutterleib bringt entscheidende Vorteile.
Netzhaut fertig ausgebildet
Die Netzhaut ist komplett, das Baby unterscheidet hell und dunkel. Volle Sehschärfe entwickelt sich erst Monate nach der Geburt, anfangs sieht es nur etwa 20 Zentimeter scharf.
Baby kann schluchzen und gähnen
Diese Bewegungen sind im Ultraschall sichtbar. Sie trainieren das Zwerchfell und die Atemmuskulatur, alles wichtige Vorbereitungen für die ersten eigenständigen Atemzüge nach der Geburt.
Gehirnfurchen werden tiefer
Die typischen Windungen und Furchen der Großhirnrinde bilden sich aus. Sie vergrößern die Oberfläche enorm und sind die Grundlage für komplexes Denken, Lernen und spätere Sprachfähigkeit.
Was spürst du selbst diese Woche?
Hormone & SymptomeLetzte Woche zweites Trimester
HäufigMit dem Ende von SSW 27 beginnt das letzte Drittel. Genieße jetzt noch die relative Beweglichkeit, die letzten Wochen werden meist deutlich anstrengender und kräftezehrender.
Mehr zur Vorsorge →Mutterpass-Eintragungen intensiver
HäufigDie Vorsorge erfolgt noch alle vier Wochen; ab SSW 32 dann alle zwei Wochen. Blutdruck, Urin und Fundusstand werden engmaschig überwacht, um Komplikationen wie Präeklampsie früh zu erkennen.
Was steht im Mutterpass? →Geburtsvorbereitungskurs buchen
HäufigPlätze sind oft begrenzt, frühe Anmeldung lohnt sich. Krankenkassen übernehmen meist die Kosten, der Kurs vermittelt Atemtechniken, Geburtspositionen und wichtige Infos zum Wochenbett.
Wochenbett vorbereiten →Beinkrämpfe nachts häufiger
HäufigMagnesium- oder Calciummangel und Druck auf Nerven verursachen nächtliche Wadenkrämpfe. Streck das Bein durch und ziehe die Zehen Richtung Schienbein, magnesiumreiche Ernährung hilft vorbeugend.
Tipps gegen Müdigkeit →Deine Checkliste für diese Woche
Jetzt wichtigWoche 27, To-do
0 / 6- Diese Woche
Viele Kliniken bieten Infoabende oder Kreißsaal-Führungen, jetzt anmelden.
- Beim Termin
Aktuelle Werte zu Blutdruck, Gewicht, Baby-Position und Eisen kontrollieren.
- Täglich
Tägliche Übungen sind jetzt essenziell für Geburt und Rückbildung.
- Bei Bedarf
Längere Reisen jetzt nur mit ärztlicher Freigabe, ab SSW 28 verbieten viele Airlines Flüge.
- Täglich
Konsequente Routinen, Linksseitenlage mit Stillkissen und kühle Räume verbessern die Erholung.
- Diese Woche
Bei Rhesus-negativen Schwangeren steht ab SSW 28 die Anti-D-Prophylaxe an.
Was du in SSW 27 ausprobieren kannst
Optional · 3 VorschlägeTagebuch oder Schwangerschaftsbrief
Schreibe deinem Baby einen Brief oder halte deine Gefühle in Worten fest, eine schöne Erinnerung später.
20 MinWickelkommode aufbauen
Frühzeitige Vorbereitung des Babyzimmers entlastet im dritten Trimester und schafft Vorfreude.
1-2 StundenAtem- und Entspannungsübungen
Tägliche bewusste Atmung und Achtsamkeitsübungen reduzieren Stress und üben Geburtstechniken.
15 Min/TagWas dich in SSW 27 erwartet
ÜberblickWoche 27 ist die letzte Woche im zweiten Trimester. Dein Baby wiegt rund 875 Gramm und misst etwa 37 Zentimeter, vergleichbar mit einem Eisbergsalat. Die Lungenreifung schreitet weiter voran, die Netzhaut ist fertig ausgebildet, und dein Baby kann sogar schluchzen oder gähnen. Du befindest dich im Endspurt des zweiten Trimesters. Der Bauch ist deutlich sichtbar, die Vorsorgetermine werden bald häufiger und die mentale Vorbereitung auf das dritte Trimester ist gefragt.
Entwicklung deines Babys in Woche 27
Dein Baby ist nun rund 37 Zentimeter groß und wiegt etwa 875 Gramm. Die Lungenreifung macht große Fortschritte, die Alveolen produzieren weiterhin Surfactant. Dieser Stoff ist essenziell, damit die Lungen nach der Geburt richtig funktionieren und die Bläschen offen bleiben.
Die Netzhaut ist jetzt vollständig ausgebildet. Dein Baby kann grundsätzlich Lichtreize verarbeiten, die durch die Bauchdecke dringen. Studien zeigen, dass schon im Mutterleib einfache visuelle Reize wahrgenommen werden.
Spannend: Dein Baby kann schluchzen oder Schluckauf haben. Du spürst das als rhythmisches Zucken im Bauch, oft mehrmals täglich für einige Minuten. Auch Gähnen, Lächeln und Stirnrunzeln sind in der 4D-Sonografie sichtbar.
Das Fettgewebe nimmt zu und gibt dem Baby eine rundere, weniger faltige Erscheinung. Das braune Fettgewebe, das zur Wärmeregulierung nach der Geburt wichtig ist, lagert sich besonders zwischen den Schulterblättern und um die Nieren ab. Diese Reserven sind essenziell, da Neugeborene noch nicht zittern können, um sich aufzuwärmen.
Die Geschmackswelt deines Babys wird vielfältiger. Über das Fruchtwasser nimmt es Aromen aus deiner Nahrung auf, von Knoblauch über Vanille bis zu Anis. Studien zeigen, dass Babys nach der Geburt Geschmäcker bevorzugen, die ihnen pränatal vertraut wurden. Vielfältige, gesunde Ernährung in der Schwangerschaft prägt also bereits die spätere Vorliebenwelt.
Auch das Atemmuster übt dein Baby regelmäßig. Es atmet Fruchtwasser ein und aus, wodurch die Lungen sich auf die postnatale Atmung vorbereiten. Diese Übungsatmung ist normal und wichtig für die Lungenreifung. Manchmal sind diese Bewegungen sogar im Ultraschall sichtbar.
Auch die Wochenbett-Vorbereitung sollte konkret werden. Plane Mahlzeiten vor, friere Suppen und Eintöpfe ein, organisiere Hilfen für Einkauf und Wäsche. Eine ruhige Wochenbett-Atmosphäre fördert Bindung, Stillstart und Erholung. Vermeide zu viele Besuche in den ersten Tagen, lass dich von vertrauten Personen unterstützen.
Was passiert in deinem Körper?
Die letzten Tage des zweiten Trimesters sind geprägt vom deutlich gewachsenen Bauch. Der Mutterpass wird mit jedem Termin umfangreicher, alle Werte zu Blutdruck, Gewicht und Wachstumsmessungen werden eingetragen.
Beine und Füße schwellen oft stärker an, vor allem abends. Das ist meist harmlos, aber plötzliche, einseitige Schwellungen, Rötung oder Wärme können auf eine Thrombose hinweisen und gehören sofort abgeklärt.
Schlafstörungen verstärken sich. Häufiges nächtliches Wasserlassen, Sodbrennen, Beinkrämpfe und das aktive Baby unterbrechen die Nachtruhe. Tagsüber kurze Powernaps, abends ein leichtes Abendessen und Stillkissen helfen.
Hämorrhoiden sind ein weiteres häufiges Beschwerdebild im fortgeschrittenen Trimester. Der Druck auf die Beckenvenen und Verstopfung begünstigen sie. Ausreichend Flüssigkeit, ballaststoffreiche Ernährung, Bewegung und gegebenenfalls Sitzbäder mit Eichenrinde helfen. Bei starken Beschwerden gibt es schwangerschaftsverträgliche Salben.
Auch die Zahnanlagen entwickeln sich weiter. Bereits jetzt sind alle 20 Milchzähne unter dem Zahnfleisch angelegt und beginnen zu verkalken. Auch die Anlagen für die bleibenden Zähne sind in Vorbereitung. Eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D unterstützt diese wichtige Entwicklung.
Auch das endokrine System reift weiter. Die Schilddrüse produziert eigene Hormone, die für Gehirnentwicklung und Wachstum essenziell sind. Ein ausreichender Jodspiegel bei dir ist daher zentral, in Deutschland wird häufig eine Jod-Supplementierung empfohlen, da die Versorgung über die Nahrung oft unzureichend ist.
Auch die Babyausstattung sollte jetzt konkret werden. Bett oder Beistellbett, Wickelkommode, Babykleidung Größe 50 und 56, Tragetuch oder Trage, Stilleinlagen, Windeln und Pflegeprodukte sind die Basics. Vieles lässt sich gebraucht über Familie, Freunde oder Plattformen wie Mamikreisel oder Vinted beschaffen, was nachhaltig und budgetfreundlich ist. Auch Möbel müssen nicht alle neu sein.
Diese Woche im Fokus: Übergang zum dritten Trimester
Mit Ende von Woche 27 schließt das zweite Trimester ab. Ab nächster Woche beginnt offiziell das dritte und letzte Trimester. Die Vorsorgetermine werden ab SSW 32 auf alle zwei Wochen verkürzt, weil Komplikationen wie Präeklampsie oder Frühgeburt jetzt wachsamer überwacht werden müssen.
Mental kannst du dich auf eine intensive Phase einstellen. Der Bauch wächst weiter rapide, körperliche Beschwerden nehmen zu und die Vorbereitung auf die Geburt rückt in den Mittelpunkt. Plane bewusste Pausen ein und reduziere unnötige Verpflichtungen.
Falls du noch nicht alle Geburtsfragen geklärt hast, ist das jetzt der richtige Zeitpunkt: Wo willst du gebären? Welche Hebamme begleitet dich? Wer ist im Notfall erreichbar? Schreibe wichtige Telefonnummern in deinen Mutterpass.
Wenn du dir noch nicht sicher bist, welche Art Geburt du bevorzugst, lies dich in die Optionen ein: spontane Geburt im Krankenhaus, ambulant, Geburtshaus, Hausgeburt oder geplanter Kaiserschnitt. Jede Option hat Vor- und Nachteile. Sprich mit Hebamme und Ärztin, was bei deinem individuellen Profil sinnvoll ist.
Wenn du noch nicht über deine Wunschmedikamente und Schmerzlinderung nachgedacht hast, ist jetzt die Zeit. Optionen reichen von Atemtechniken, Wassergeburt, Entspannungsbädern, Akupunktur, Lachgas, Meptid bis zur PDA. Sprich offen mit Hebamme und Klinik über deine Präferenzen und Optionen. Niemand muss Schmerzen ausstehen, alle Optionen sind legitim.
Wenn du noch nicht alle organisatorischen Dinge geklärt hast, ist jetzt die Zeit. Anmeldung in der Geburtsklinik, Geburtsplan, Wochenbett-Hebamme, Stillkurs, Pediater für die ersten U-Untersuchungen. All das in Ruhe vor Beginn des dritten Trimesters zu klären, gibt mentale Entlastung.
Falls du noch keine festgelegte Geburtsklinik hast, ist jetzt definitiv die Zeit. Anmeldetermine sind oft Wochen vorher zu vereinbaren. Bring Mutterpass, Personalausweis und Versicherungskarte mit, kläre Fragen zu Geburtsverlauf, Kreißsaal-Atmosphäre und Wochenstation. Eine bewusste Klinikwahl gibt Sicherheit.
Was dich emotional erwartet
Das Ende des zweiten Trimesters bringt oft eine Mischung aus Vorfreude und Anspannung. Die Geburt rückt näher, die Realität, bald Mutter zu sein, wird konkreter. Manche fühlen sich kraftvoll und bereit, andere zweifeln an sich selbst.
Beides ist normal. Sprich offen mit Partner, Hebamme oder Freundinnen, die selbst Mütter sind. Geburtsängste können abgebaut werden durch realistische Information, Bewegung, Atemübungen und das Vertrauen in den eigenen Körper.
Falls du arbeitest, beginne mit konkreten Übergabeplänen. Sechs Wochen vor errechnetem Termin startet der gesetzliche Mutterschutz. Vorher solltest du Aufgaben reduzieren, Übergaben vorbereiten und falls möglich Resturlaub einplanen.
Auch Nestbau-Trieb kann jetzt einsetzen. Plötzlich willst du das Babyzimmer streichen, sortieren, putzen oder umräumen. Folge dem Impuls in Maßen, aber überanstrenge dich nicht. Lass schwere Möbel von anderen tragen und vermeide Chemikalien beim Streichen, die könnten dem Baby schaden.
Bereite dich auch mental auf das Stillen vor, falls du planst zu stillen. Lies oder besuche einen Stillkurs, der Anlegen, häufige Probleme und Lösungen erklärt. Stillen ist natürlich, aber muss von beiden, Mutter und Baby, gelernt werden. Stillberaterinnen oder Hebammen helfen in den ersten Wochen entscheidend.
Auch der Partner sollte sich konkret vorbereiten. Wer informiert die Familie nach der Geburt? Wer holt Sachen aus der Wohnung in die Klinik? Wer kümmert sich um Tier oder Geschwisterkind? Klare Absprachen reduzieren Stress in der ohnehin aufregenden Phase.
Bereite auch deine Wohnung auf das Baby vor. Eine ruhige Schlafecke, eine sichere Wickelmöglichkeit, gute Beleuchtung und nahbare Notwendigkeiten erleichtern den Alltag. Babyzimmer in vollem Umfang sind nicht nötig, viele Babys schlafen die ersten Monate im Schlafzimmer der Eltern. Beistellbetten ermöglichen sicheres Schlafen mit Nähe.
Häufige Fragen zu SSW 27
Was werdende Eltern uns am häufigsten zu dieser Woche fragen.
SSW 27 markiert das Ende des zweiten Trimesters. Das Baby übt Atembewegungen, hat einen ausgeprägten Schlaf-Wach-Rhythmus und reagiert auf Stimmen. Bei dir wird der Bauch deutlich schwerer, Rückenschmerzen und Atemnot nehmen zu. Übungswehen sind häufiger spürbar.
In SSW 27 misst der Fetus etwa 36,5 Zentimeter Scheitel-Fuß-Länge, vergleichbar mit einem Blumenkohl. Er wiegt rund 875 Gramm. Im Ultraschall sind alle Details fein sichtbar, das Baby öffnet die Augen, gähnt und übt das Schlucken intensiv.
Das dritte Trimester beginnt mit SSW 28 plus 0 und endet mit der Geburt um SSW 40. Es ist die Phase intensiven Wachstums, der Geburtsvorbereitung und manchmal Beschwerden wie Atemnot, Rückenschmerzen und Wassereinlagerungen. Mutterschutz beginnt 6 Wochen vor ETP.
Gegen Schlafprobleme in SSW 27 hilft Linksseitenlage mit Stillkissen, ein dunkles, kühles Schlafzimmer, kein Bildschirm 1 Stunde vor dem Schlafen, leichte Abendmahlzeit und Entspannungstechniken (Yoga, Meditation). Magnesium kann Wadenkrämpfe reduzieren. Vermeide Schlafmittel ohne Rücksprache mit der Frauenärztin.
Ab SSW 32 finden die Vorsorgeuntersuchungen alle 2 Wochen statt, bis dahin alle 4 Wochen. Es werden Blutdruck, Gewicht, Urin, Herztöne und CTG gemessen. Plane Geburtsvorbereitungskurs, Klinikbesichtigung und Hebammenwahl, falls noch nicht erfolgt.
Die beste Geburtsposition ist individuell und wechselt während der Geburt. Empfohlen werden vertikale Positionen wie Hocke, Vierfüßler, Stehen oder Sitzen auf dem Geburtshocker, da Schwerkraft hilft. Rückenlage erschwert die Geburt oft. In SSW 27 lerne im Geburtsvorbereitungskurs verschiedene Positionen kennen.





