Das CTG (Kardiotokografie) ist eine kombinierte Aufzeichnung der kindlichen Herzfrequenz und der Wehentätigkeit der Mutter. Es ist eine der wichtigsten Methoden zur Überwachung des Babys in der Spätschwangerschaft und unter der Geburt.
Im Rahmen der Mutterschafts-Richtlinien wird das CTG ab SSW 28-30 in der Routine eingesetzt. Bei Risikoschwangerschaften (z.B. Gestationsdiabetes, Präeklampsie) erfolgen zusätzliche Kontrollen.
Was bedeutet das in der Praxis?
Beim CTG werden zwei Sensoren mit elastischen Bauchgurten am Bauch der Mutter befestigt. Der eine zeichnet die kindliche Herzfrequenz auf (Doppler-Ultraschall), der andere die Wehentätigkeit der Gebärmutter (Tokograph). Die Aufzeichnung läuft 20 bis 60 Minuten. Du liegst dabei meist halb sitzend.
Auf dem Bildschirm und auf einem Papierausdruck siehst du zwei kontinuierliche Kurven: oben die Herzfrequenz, unten die Wehen. Zusammen erzählen sie, wie gut das Baby mit der aktuellen Situation klarkommt.
Wie läuft ein CTG ab?
- Vorbereitung: du bekommst zwei elastische Gurte um den Bauch, daran werden die Sensoren befestigt. Position: halbsitzend oder seitlich.
- Aufzeichnung: 20 bis 30 Minuten unter Ruhe, manchmal länger wenn das Baby schläft. Du wirst gebeten, jede gespürte Bewegung mit einem Druckknopf zu markieren.
- Auswertung: die Frauenärztin oder Hebamme beurteilt die Aufzeichnung anhand mehrerer Parameter (Basisfrequenz, Variabilität, Akzelerationen, Dezelerationen).
- Bei Auffälligkeiten: Verlängerung des CTG, ggf. Wehenstresstest, Doppler-Ultraschall der Plazenta-Durchblutung, oder direkte Klinik-Aufnahme.
Welche Werte sind normal?
| Parameter | Normalbereich | Bedeutung |
|---|---|---|
| Basisfrequenz | 110-160 Schläge/Min | Mittlere Herzfrequenz des Babys |
| Variabilität (Bandbreite) | 5-25 Schläge/Min | Anpassungsfähigkeit, gut bei wachem Baby |
| Akzelerationen | ≥2 in 30 Min, ≥15 Schläge über Basis für ≥15 Sek | Zeichen für Wohlbefinden, oft bei Kindsbewegungen |
| Dezelerationen | Möglichst keine in Ruhe, unter Wehen begrenzt | Abfälle, die je nach Muster harmlos oder besorgniserregend sind |
Ein "reaktives" CTG (mit Akzelerationen und guter Variabilität) ist ein starkes Zeichen, dass das Baby gut versorgt ist. Ein "non-reaktives" oder "suspektes" CTG ist nicht automatisch dramatisch, sollte aber genauer abgeklärt werden, z.B. durch Verlängerung der Aufzeichnung oder ergänzende Untersuchungen wie eine Feindiagnostik oder Doppler-Sonografie.
Wann wird ein CTG gemacht?
- Routine ab SSW 28-30: bei jedem Vorsorgetermin in einigen Praxen, in anderen erst ab SSW 32 oder 36.
- Wöchentlich ab SSW 36: in der Mehrzahl der Praxen Standard.
- Bei Risikoschwangerschaft: häufiger, etwa wöchentlich oder zweiwöchentlich auch früher.
- Bei verminderten Kindsbewegungen: Notfall-CTG zur Klärung.
- In der Klinik bei Wehen: kontinuierliche Aufzeichnung unter der Geburt.
- Bei Präeklampsie oder Gestationsdiabetes: engmaschige zusätzliche Kontrollen.
Häufige Fragen
Die Fragen, die Eltern uns zu diesem Thema am häufigsten stellen.
Nein. Du fühlst nur den Druck der Gurte. Die Sensoren senden ungefährliche Schallwellen aus, die du nicht spürst. Lange Liegezeiten können unbequem sein, aber nicht schmerzhaft.
Es bedeutet zunächst nur, dass etwas an der Aufzeichnung nicht der Norm entspricht. Häufig ist das Baby einfach gerade in einer Ruhephase. Bei echtem Verdacht auf Probleme erfolgen weitere Tests, nicht automatisch ein Kaiserschnitt.
Hebammen mit eigener Ausstattung können das, ist aber selten. Standard ist die Praxis oder die Klinik. Heim-CTGs aus dem Internet ohne Aufsicht werden nicht empfohlen, weil die Auswertung Erfahrung braucht.
Ein verlängertes CTG mit künstlich ausgelösten Wehen (durch Oxytocin oder Brustwarzen-Stimulation), um zu prüfen, wie das Baby auf Wehen reagiert. Wird heute selten gemacht, weil andere Tests aussagekräftiger sind.
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Stand: April 2026 – wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig.
