Woche neunundzwanzig
Das Baby legt wöchentlich spürbar an Gewicht zu. Dein Magen wird nach oben gedrückt — Sodbrennen ist häufig.
So groß wie eine Butternut-Kürbis
01
Was passiert diese Woche mit deinem Baby?
Entwicklung · Embryo
Energiespeicher (Fett) nehmen deutlich zu
Das Unterhautfettgewebe wächst rasch, die Haut wird glatter und runder. Diese Fettpolster sind nach der Geburt entscheidend für die Wärmeregulation und liefern Energiereserven für die ersten Tage.
Muskeln und Lunge reifen weiter
Surfactant wird in größerer Menge produziert, die Muskulatur kräftiger. Bei einer Frühgeburt jetzt sind die Aussichten gut, jede weitere Woche im Mutterleib aber wertvoll.
Kopf proportional zum Körper
Der Körper wächst stärker als der Kopf, die Proportionen werden harmonischer. Das Baby sieht im Ultraschall jetzt schon sehr babyhaft aus, mit erkennbaren Gesichtszügen.
Knochenstruktur härtet weiter
Calcium wird intensiv eingelagert, die Knochen werden stabiler. Achte auf eine ausreichende Calciumzufuhr, damit dein eigener Knochenstoffwechsel nicht zu sehr belastet wird.
02
Was spürst du selbst diese Woche?
Häufige Symptome · Woche 29
Sodbrennen häufig
HäufigDie wachsende Gebärmutter drückt auf den Magen, Progesteron entspannt den Schließmuskel. Kleine Mahlzeiten, nicht direkt vor dem Schlafen essen und Oberkörper hochlagern hilft gut.
Was hilft bei Sodbrennen? →Kurzatmigkeit bei Belastung
HäufigDie Lunge hat weniger Platz, jede Belastung kostet mehr Atem. Geh es bewusst langsam an, vermeide schwere Lasten und gönn dir Pausen, besonders beim Treppensteigen.
Was hilft? →Schlafstörungen typisch
HäufigHäufiger Harndrang, Sodbrennen und Bauchumfang stören die Nachtruhe. Ein Stillkissen, kühles Schlafzimmer und regelmäßige Schlafenszeiten verbessern die Schlafqualität spürbar und nachhaltig im Alltag.
Tipps gegen Müdigkeit →Hämorrhoiden können auftreten
HäufigDruck auf die Beckenvenen und Verstopfung begünstigen Hämorrhoiden. Ballaststoffreiche Ernährung, viel Trinken und Bewegung beugen vor, kühlende Salben aus der Apotheke helfen bei akuten Beschwerden.
Mehr zu Kindsbewegungen →Anhaltende Kopfschmerzen mit Sehstörungen
Sofort abklärenAnhaltende Kopfschmerzen mit Augenflimmern oder Oberbauchschmerzen können auf Präeklampsie hinweisen. Sofort Blutdruck messen und ärztlich abklären, das ist eine ernsthafte Schwangerschaftskomplikation und zeitkritisch.
Mehr zur Ernährung →
03
Deine Checkliste für diese Woche
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Woche 29, To-do
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Diese Woche
Ab SSW 30 wird das CTG zur Routine in jeder Vorsorge. Plane die nächsten zwei Termine in deinem Mutterpass-Kalender ein.
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Bis SSW 31
Der Mutterschutz beginnt offiziell sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, also in SSW 34. Sammle Bescheinigung und Arbeitgeber-Formular jetzt.
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Diese oder nächste Woche
Viele Kliniken bieten Online- oder Vor-Ort-Führungen an. So weißt du am Tag der Geburt, wo Aufnahme und Kreißsaal liegen.
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Diese Woche
Notiere alles, was Mama, Baby und Partner brauchen. Packen kannst du ab SSW 34, die Liste hilft beim Stress-Vermeiden.
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Diese Woche
Falls du noch keine Wochenbett-Hebamme hast, frag aktiv nach. Plätze sind knapp, vor allem im Sommer.
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Bis SSW 31
Ab SSW 32 wird die Vorsorge alle zwei Wochen empfohlen. Sprich den Rhythmus bei Frauenarzt oder Hebamme an.
04
Diese Woche ausprobieren
Optional · 3 Vorschläge
Sodbrennen-Tagebuch
Notiere drei Tage lang, welche Speisen Sodbrennen auslösen. So findest du schnell deine persönlichen Trigger und kannst sie meiden.
5 Min/TagBeckenboden-Routine starten
Drei Mal täglich zehn sanfte Beckenboden-Anspannungen, jeweils 5 Sekunden halten. Das stärkt für Geburt und Wochenbett.
10 MinLinksseiten-Schlafposition üben
Lege ein Stillkissen zwischen die Knie und schlafe auf der linken Seite. Das entlastet die Hohlvene und verbessert die Plazenta-Durchblutung.
Jede Nacht
05
Was dich diese Woche erwartet
Übersicht · Woche 29
Willkommen in der Schwangerschaftswoche 29. Dein Baby wiegt jetzt rund 1150 Gramm und ist etwa so groß wie ein Butternut-Kürbis. Das dritte Trimester ist in vollem Gange und du spürst die Schwangerschaft mit jedem Tag deutlicher. Viele Frauen erleben diese Woche als Mischung aus Vorfreude und körperlicher Anstrengung. Sodbrennen, Kurzatmigkeit und unruhiger Schlaf sind typisch, gleichzeitig wird die Geburt greifbarer. Plane jetzt die wichtigsten organisatorischen Schritte: Mutterschutz, Klinik-Tour und Nachsorge. Mit guter Organisation und bewusster Selbstfürsorge kannst du diese Phase als wertvolle Übergangszeit erleben.
Entwicklung deines Babys in Woche 29
In dieser Woche legt dein Baby sichtbar Fett an. Die Energiespeicher unter der Haut sorgen später für die Temperaturregulation nach der Geburt und glätten allmählich die noch faltige Haut. Pro Woche kommen jetzt etwa 200 bis 250 Gramm dazu, ein enormer Sprung im Vergleich zum zweiten Trimester.
Auch die Muskulatur wird kräftiger. Du spürst die Kindsbewegungen jetzt klarer als Tritte und Drehungen. Manche Babys haben schon einen erkennbaren Tag-Nacht-Rhythmus, andere sind nachts besonders aktiv. Beide Muster sind normal und sagen nichts über das spätere Schlafverhalten aus.
Die Lunge produziert weiter Surfactant, eine Substanz, die nach der Geburt das Zusammenfallen der Lungenbläschen verhindert. Auch das Gehirn bildet täglich neue Verbindungen, der Kopf wächst proportional zum Körper, sodass dein Baby zunehmend wie ein Neugeborenes aussieht.
Auch die Augen reagieren in dieser Woche stärker auf Lichtreize. Wenn du eine Taschenlampe sanft auf den Bauch richtest, kann dein Baby den Kopf in Richtung der Lichtquelle drehen. Solche Reaktionen zeigen, wie weit das Nervensystem schon ausgereift ist.
Das Gehör ist nun ebenfalls voll funktionsfähig. Studien zeigen, dass Babys nach der Geburt die Stimme der Mutter und vertraute Melodien erkennen. Es lohnt sich, regelmäßig laut zu lesen, zu singen oder ruhige Musik zu hören. Auch der Partner sollte sprechen, damit das Baby seine Stimme kennenlernt.
Die Knochen werden härter, da Kalzium aus deiner Nahrung in das Skelett eingebaut wird. Achte auf eine ausreichende Versorgung mit Milchprodukten, grünem Gemüse und Mineralwasser mit hohem Kalziumgehalt. Auch eine Ergänzung mit Vitamin D kann sinnvoll sein, sprich darüber bei deiner nächsten Vorsorge.
Auch der Geschmackssinn ist voll ausgeprägt. Studien zeigen, dass Babys das Fruchtwasser je nach mütterlicher Ernährung süßlich, bitter oder leicht würzig wahrnehmen. Wenn du eine vielfältige Ernährung pflegst, prägt das den späteren Geschmack deines Kindes.
Was passiert in deinem Körper?
Die Gebärmutter steht nun gut acht Zentimeter über dem Bauchnabel und drückt auf Magen und Zwerchfell. Sodbrennen wird oft zum täglichen Begleiter, vor allem nach üppigen Mahlzeiten oder wenn du dich gleich danach hinlegst. Kleine Portionen, Kauen mit Ruhe und ein leicht erhöhter Oberkörper im Bett helfen.
Auch die Atmung wird flacher, weil die Lunge weniger Platz hat. Treppensteigen oder zügiges Gehen kostet schneller Puste, das ist völlig normal. Lege bei Bedarf eine kurze Pause ein und atme bewusst tief in den Bauch. Bei plötzlicher Atemnot in Ruhe sprich aber unbedingt deine Hebamme oder Frauenärztin an.
Schlafstörungen treten in dieser Phase fast bei allen Schwangeren auf. Ein Stillkissen zwischen den Knien, die linke Seitenlage und ein kühler Schlafraum verbessern die Nachtruhe deutlich. Vermeide spätes Trinken großer Mengen, sonst wird der Toilettengang zur Stundensache.
Auch die Brüste verändern sich weiter. Erste Tropfen Vormilch, das sogenannte Kolostrum, können bereits austreten. Stilleinlagen helfen, falls Flecken auf der Wäsche entstehen. Diese frühe Milchproduktion ist ein gutes Zeichen für einen späteren Stillstart.
Verstopfung wird in dieser Phase häufiger, weil Progesteron den Darm träger macht und das Baby zusätzlich Druck ausübt. Reichlich Ballaststoffe aus Vollkorn, Obst und Gemüse, ausreichend Wasser und Bewegung halten die Verdauung in Schwung. Bei hartnäckigen Beschwerden kann ein milder Quellstoff aus der Apotheke helfen.
Die Beckenbodenmuskulatur wird durch das wachsende Gewicht stärker belastet. Manchmal kommt es zum sogenannten Stressinkontinenz-Effekt: Beim Lachen oder Husten tropft etwas Urin. Beckenboden-Übungen, die du im Geburtsvorbereitungskurs lernst, lindern das deutlich.
Auch Krampfadern können in dieser Phase deutlicher werden. Stützstrümpfe, regelmäßige Bewegung und Hochlagern der Beine entlasten. Bei plötzlichen, einseitigen Schmerzen oder Schwellungen lass eine Thrombose ärztlich ausschließen.
Auch die Schlafposition wird wichtiger. Linksseitig zu schlafen entlastet die untere Hohlvene und verbessert die Plazenta-Durchblutung. Ein Stillkissen zwischen Knien und unter dem Bauch macht diese Position bequem.
Diese Woche im Fokus: Mutterschutz und Klinik-Organisation
Der gesetzliche Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, in deinem Fall also in SSW 34. Jetzt ist der richtige Moment, mit deinem Arbeitgeber zu klären, wann genau du den Antrag einreichst und welche Bescheinigung deine Frauenärztin ausstellt. Das Mutterschutzgesetz schützt dich vor Kündigung und sichert dein Einkommen während der Schutzfrist.
Parallel solltest du eine Geburtsklinik-Tour buchen. Viele Kliniken bieten Informationsabende oder virtuelle Rundgänge an, in denen du Kreißsaal, Aufnahme und Wochenstation siehst. Das nimmt am Tag der Geburt enorm viel Stress.
Auch das Packen der Kliniktasche kannst du gedanklich vorbereiten. Eine vollständige Kliniktasche-Packliste hilft dir, nichts zu vergessen. Zwischen SSW 34 und 36 wird gepackt, damit alles bei plötzlicher Wehentätigkeit griffbereit steht.
Achte beim Mutterschutz-Antrag auf den richtigen Zeitpunkt. Die Bescheinigung über den errechneten Geburtstermin stellt deine Frauenärztin frühestens sieben Wochen vor dem Geburtstermin aus. Ohne diese Bescheinigung kann der Arbeitgeber den Mutterschutz formell nicht beginnen.
Auch Elterngeld solltest du jetzt thematisieren. Du beantragst es nach der Geburt, brauchst aber Lohnabrechnungen der letzten zwölf Monate, deine Steuer-ID und die Geburtsurkunde. Sammle die Dokumente in einem Ordner, das spart später Stress in einer ohnehin intensiven Phase.
Bei der Klinik-Tour lohnen sich Fragen zur Ausstattung der Kreißsäle, zur Verfügbarkeit von Hebammen rund um die Uhr und zur Praxis bei eventuellen Komplikationen. Auch die Frage nach Geburtspositionen, Wassergeburt oder Hebammen-Kreißsaal hilft, die richtige Wahl zu treffen.
Falls du eine ambulante Geburt planst, kläre die Voraussetzungen jetzt mit Klinik und Wochenbett-Hebamme. Eine ambulante Geburt funktioniert nur mit verlässlicher häuslicher Betreuung in den ersten Tagen.
Plane auch die Übergabe deiner laufenden Projekte am Arbeitsplatz. Eine kurze Übergabe-Notiz an die Vertretung und ein klares Briefing schenken dir später Ruhe.
Was dich emotional erwartet
Im dritten Trimester wechseln sich Vorfreude und leiser Respekt vor der Geburt ab. Viele Frauen berichten von intensiven Träumen rund um Baby, Geburt und Elternsein. Das ist die Art deines Gehirns, sich auf den großen Übergang vorzubereiten.
Auch der Partner oder die Partnerin nimmt die Realität jetzt stärker wahr. Sprecht über eure Erwartungen an die Geburt, das Wochenbett und die ersten Wochen zu dritt. Ein gemeinsamer Geburtsvorbereitungskurs schafft Raum für Fragen, die im Alltag oft untergehen.
Falls Ängste überhand nehmen, sprich offen mit deiner Hebamme oder Frauenärztin. Anhaltende Sorgen, Schlaflosigkeit oder Reizbarkeit dürfen ernst genommen werden, sie haben nichts mit Schwäche zu tun, sondern oft mit Hormonen und der nahenden Veränderung.
Falls du Geschwisterkinder hast, beziehe sie behutsam in die Vorbereitungen ein. Lass sie das Babyzimmer mitgestalten, ein kleines Geschenk für das Geschwister-Baby aussuchen oder gemeinsam ein Buch über Geschwister anschauen. Das stärkt die spätere Bindung.
Auch die finanzielle Planung darf jetzt einen Platz bekommen. Mutterschaftsgeld, Elterngeld und mögliche Anschaffungen werden konkret. Eine kleine Tabelle mit Einnahmen und Ausgaben über die nächsten zwölf Monate gibt dir Klarheit und reduziert Unsicherheit.
Pflege auch deine Freundschaften bewusst. Ein kurzer Anruf, eine Karte oder ein Treffen mit der besten Freundin tun gut. Im Wochenbett wird vieles kleiner, ein stabiles Netz vorab macht die Anpassung leichter.
Lass dich von Erfahrungsberichten anderer Mütter inspirieren, aber bleib bei deiner eigenen Geschichte. Jede Schwangerschaft ist anders, dein Weg ist deiner und niemandes Vergleich.
Wann du Hebamme oder Klinik kontaktieren solltest
In dieser Phase gibt es klare Warnzeichen, bei denen du dich umgehend bei Hebamme, Frauenärztin oder im gynäkologischen Notdienst melden solltest. Dazu gehören regelmäßige, schmerzhafte Wehen vor SSW 37, ein vorzeitiger Blasensprung mit Flüssigkeitsverlust, hellrote Blutungen, plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen mit Sehstörungen oder Oberbauchschmerzen.
Auch deutliche Veränderungen der Kindsbewegungen sind ein Grund, sich zu melden. Wenn dein Baby plötzlich viel weniger oder sehr ungewöhnlich aktiv ist, lege dich auf die linke Seite, trink ein Glas kaltes Wasser oder iss eine Kleinigkeit. Spürst du innerhalb einer Stunde keine zehn Bewegungen, gehe in die Klinik.
Der gynäkologische Notdienst ist rund um die Uhr erreichbar. Speichere die Nummer deiner Klinik im Telefon und stelle sie auf den Kühlschrank. Lieber einmal zu oft anrufen als einmal zu wenig, das gilt im dritten Trimester besonders.


