Ratgeber · Wochenbett
Die ersten 6 bis 8 Wochen nach der Geburt sind körperlich und emotional intensiv. Wer jetzt vorbereitet ist, spart sich hektische Apothekenbesuche mit einem zwei Tage alten Baby im Arm. Diese Liste ist kein Panik-Set, sondern das, was frische Eltern rückblickend für unverzichtbar halten.
Fakten-Check: April 2026Für deinen Körper
Die Rückbildung der Gebärmutter, der Wochenfluss, Dammnaht oder Kaiserschnitt-Narbe: dein Körper braucht Pflege, die mit normaler Monatshygiene nicht erledigt ist. Was auf die Einkaufsliste gehört:
- Netzhöschen für die erste Woche. Weich, atmungsaktiv, leicht zu waschen. 5 bis 10 Stück reichen.
- Wochenbett-Einlagen. Deutlich saugfähiger als normale Binden. Die ersten Tage sind stark. Plan: 30 bis 40 Stück.
- Dammkühlkissen. Bei Dammnaht oder -schnitt Gold wert. Alternative: selbstgemachte "Padsicles" (gefrorene Binden mit Hamameliswasser).
- Stilleinlagen, falls du stillst. Auch wenn du nicht stillst, läuft Milch die ersten Tage ein.
- Still-BH oder weiches Bustier. Zwei Exemplare, nahtlos, dehnbar.
- Brustwarzen-Salbe auf Lanolin-Basis. Auch wenn alles problemlos läuft, trocknen die Brustwarzen aus.
Für das Baby
Bei Erstausstattung wird viel übertrieben. Das Baby braucht die ersten sechs Wochen deutlich weniger, als jede Ausstattungsliste suggeriert.
- 6 bis 8 Bodys Größe 56, im Idealfall Mix aus Kurzarm und Langarm
- 6 bis 8 Strampler Größe 56
- 2 bis 3 Mützchen, je nach Jahreszeit
- Schlafsack Größe 50/56, 1.0 TOG für Sommer, 2.5 für Winter
- Spucktücher aus Mull, mindestens 10 Stück
- Windeln Größe 1, ein Großpack reicht den ersten Monat
- Wundcreme, Feuchttücher (oder Waschlappen + Wasser)
Für den Haushalt
Essen, Wäsche, Saubermachen, alles läuft langsamer. Was rettet:
- Gefrierfach füllen. Suppen, Aufläufe, Pasta-Sauce, Curry. Alles, was sich im Gefrierbeutel portionieren lässt.
- Wasser-Kasten und Snacks. Nüsse, Riegel, Obst in Griffhöhe.
- Trockenshampoo. Duschen wird Luxus, gerade am Anfang.
- Liefer-Accounts. Lieferando, Flink, Rewe-Online: vorher testen, nicht in der zweiten Nacht einrichten.
Hebamme organisieren (das Wichtigste)
Eine Wochenbett-Hebamme kommt 4 bis 12 Wochen nach der Geburt zu dir nach Hause, prüft deine Rückbildung und das Gewicht des Babys, hilft bei Stillen und Alltag. Kassenleistung, keine Zuzahlung. Suche früh: in Ballungsgebieten sind Hebammen ab SSW 20 ausgebucht.
- Hebammenverband: hebammenverband.de
- Ammely (App-basierte Suche): ammely.de
- Empfehlung über Frauenarztpraxis
Für den Kopf
Was viele unterschätzen: das Wochenbett ist auch mental eine Ausnahmezeit. Hormonabfall nach der Geburt, Schlafmangel, neue Rolle, alles auf einmal. Was hilft:
- Besuchsmanagement. Erste zwei Wochen nur, wer wirklich hilft (Essen bringt, Wäsche faltet). Keine repräsentativen Besuche.
- Ein Journal. Nicht für Instagram, für dich. Gedanken aufschreiben hilft, Gefühle zu sortieren.
- Nummer für den Notfall. Telefonnummer der Hebamme, des Kinderarztes, der Elternberatung bereithalten.
- Baby-Blues kennen. Leichte Stimmungstiefs Tag 3 bis 10 sind normal. Wenn es länger als zwei Wochen anhält oder stark ist, sprich deine Hebamme oder die Frauenärztin an, das kann eine Wochenbett-Depression sein, die gut behandelbar ist.