Ernährung

Thunfisch in der Schwangerschaft: besser meiden, Lachs ist die bessere Wahl

Thunfisch enthält erhöhte Methylquecksilber-Mengen. BfR und BMUV empfehlen Schwangeren und Stillenden, Thunfisch und Bonito zu meiden oder höchstens selten in kleiner Portion zu essen. Roher Thunfisch (Sushi) ist wegen Listerien-Risiko zusätzlich tabu. Lachs oder Forelle sind die bessere Wahl.

Mamenza-Redaktion
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Inhaltlich abgeglichen mitDGE·EFSA·BfR
Thunfisch in der Schwangerschaft

Du machst Thunfisch-Salat zur Mittagspause oder bestellst Thunfisch-Pasta im Restaurant. Die kurze Antwort vorab: Thunfisch solltest du in der Schwangerschaft besser meiden, auch aus der Dose. Der Methylquecksilber-Gehalt ist deutlich höher als bei Lachs. Wenn überhaupt, dann nur als seltene Ausnahme in kleiner Portion; Lachs oder Forelle sind die bessere Wahl.

Thunfisch sowie Skipjack und Bonito gehören zu den Fischarten, die Schwangere und Stillende wegen erhöhter Methylquecksilber-Gehalte meiden oder stark reduzieren sollten. Roher Thunfisch in Sushi ist zusätzlich wegen Listerien-Risiko tabu. Bei seltenem Konsum kleine Portionen wählen; alternativ besser zu Lachs oder Forelle greifen, die weniger belastet sind.

Was du jetzt bei Thunfisch tun kannst

Drei einfache Punkte rund um Thunfisch in der Schwangerschaft.

1. Thunfisch möglichst meiden

Das Bundesumweltministerium (BMUV) und das BfR raten Schwangeren, Thunfisch und Bonito wegen des Methylquecksilbers zu meiden. Das gilt auch für Dosen-Thunfisch aus Skipjack oder Bonito. Wenn überhaupt, dann nur als seltene Ausnahme in kleiner Portion. Bluefin-Thunfisch hat die höchste Belastung und gehört komplett gestrichen.

2. Sushi mit rohem Thunfisch komplett meiden

Thunfisch-Maki, Thunfisch-Tartar, Thunfisch-Carpaccio: alles tabu. Das Risiko ist doppelt: Listerien-Bakterien plus die höhere Quecksilber-Belastung in einer rohen Portion. Bei Sushi-Bestellungen lieber Veggie-Rolls oder Sushi mit gegartem Lachs wählen.

3. Auf gegarte Zubereitung achten

Thunfisch in der Pfanne vollständig durchgaren, nicht "medium-rare" oder kurz angebraten. Hitze entfernt das Quecksilber nicht, reduziert aber das Risiko durch Listerien und andere Erreger deutlich (auf Küchenhygiene und Kreuzkontamination achten). Im Restaurant das Steak ausdrücklich "durch" bestellen, wenn überhaupt; angesichts des Quecksilber-Gehalts ist Verzicht in der Schwangerschaft die sichere Option.

Welche Thunfisch-Variante ist sicher?

Die Trennung läuft über Sorte und Zubereitung, nicht nur frisch oder dose. Diese Übersicht hilft beim Einkauf:

VarianteIn SchwangerschaftHinweis
Thunfisch in der Dose (Skipjack, Bonito)Nur seltenAuch hier Methylquecksilber, besser meiden
Thunfisch-Steak (Yellowfin)MeidenHoher Quecksilber-Gehalt
Bluefin-ThunfischTabuHöchste Quecksilber-Belastung
Thunfisch-Sushi (roh)TabuListerien plus Quecksilber
Thunfisch-Tartar oder CarpaccioTabuRoh, Listerien-Risiko

Wer einmal versehentlich Thunfisch-Sushi gegessen hat: nicht in Panik geraten. Methylquecksilber wird vor allem durch chronische Aufnahme problematisch; der Grenzwert von 1,3 µg pro kg Körpergewicht pro Woche beschreibt einen Schwellenwert für langfristige Aufnahme. Achte in den nächsten Wochen auf grippeähnliche Symptome, Fieber oder veränderte Kindsbewegungen und informiere bei Auffälligkeiten die Frauenarzt-Praxis wegen möglicher Listerien-Infektion.

Was Thunfisch in der Schwangerschaft liefert

Thunfisch liefert Eiweiß, Selen und Vitamin B12. 100 Gramm gegarter Thunfisch enthalten rund 22 Gramm Eiweiß sowie etwas Vitamin D (je nach Sorte um 4 bis 5 µg pro 100 Gramm). An den Tagesbedarf an Vitamin D von 20 µg reicht das nicht heran.

Im Gegensatz zu Lachs ist der Omega-3-Gehalt von Thunfisch je nach Sorte meist deutlich niedriger. Wer den DHA-Bedarf decken möchte, ist mit Lachs oder Forelle klar besser bedient. Diese sind in der Schwangerschaft auch wegen des geringeren Quecksilbers die bessere Wahl.

Die 5 häufigsten Fehler rund um Thunfisch

Diese Stolperfallen begegnen uns in der Beratung am häufigsten.

  1. Quecksilber-Limit ignorieren. Methylquecksilber wirkt kumulativ und kann das fetale Nervensystem irreversibel schädigen.
  2. Bluefin-Thunfisch im gehobenen Restaurant essen. Höchste Quecksilber-Belastung aller Thunfischarten, auch gegart komplett meiden.
  3. Thunfisch-Sushi „nur ein Stück" probieren. Doppeltes Risiko aus Listerien plus Quecksilber, kein „kleiner Genuss" akzeptabel.
  4. Frischer Thunfisch-Salat „rare" im Restaurant. Auch frischer Thunfisch muss durchgegart sein. Im Salat oder Sandwich immer durch.
  5. Thunfisch zur täglichen Gewohnheit machen. Thunfisch, auch aus der Dose, sollte in der Schwangerschaft die Ausnahme bleiben. Lachs oder Forelle sind die bessere und sicherere Wahl.

Häufige Fragen zu Thunfisch in der Schwangerschaft

Die Fragen, die zu Thunfisch in der Schwangerschaft am häufigsten gestellt werden.

Besser meiden. BMUV und BfR raten Schwangeren, Thunfisch und Bonito wegen Methylquecksilber zu meiden, auch aus der Dose. Wenn überhaupt, nur als seltene Ausnahme in kleiner Portion. Skipjack ist zwar geringer belastet als Bluefin, gilt aber trotzdem als zu meiden.

Frischen Thunfisch besser meiden. Yellowfin und Bigeye sind hoch mit Methylquecksilber belastet, schon eine Portion kann den wöchentlichen Grenzwert weitgehend ausschöpfen. Lachs oder Forelle sind die sichere Alternative.

Nein. Roher Thunfisch trägt doppeltes Risiko aus Listerien-Bakterien plus höherer Quecksilber-Belastung. Veggie-Sushi oder gegarter Lachs als Alternative.

Innerhalb der Thunfischfamilie haben kleinere, kürzer lebende Arten wie Skipjack tendenziell geringere Quecksilber-Gehalte als große Raubfische wie Bluefin oder Bigeye. Allerdings gelten auch Skipjack und Bonito als in der Schwangerschaft zu meidende oder zu beschränkende Arten; "weniger belastet" heißt also nicht "unproblematisch".

Nur gelegentlich als kleine Ausnahme. Auch hier gilt: Thunfisch wegen des Methylquecksilbers besser selten. Beim Backen wird ein mögliches Listerien-Risiko zusätzlich abgetötet, das Quecksilber bleibt aber.

Einmaliger Verzehr verursacht meist keine Probleme. Beobachte dich auf grippeähnliche Symptome (Listerien-Möglichkeit) in den nächsten 6 Wochen und melde sie der Frauenärztin.

Stand: Mai 2026. Wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig.

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