Warum Naegele bei IVF nicht funktioniert
Die klassische Naegele-Regel rechnet ab dem ersten Tag der letzten Periode plus 280 Tage. Bei einer IVF-Schwangerschaft ist diese Methode nicht präzise, weil der Eisprung im natürlichen Zyklus nicht stattgefunden hat. Stattdessen kennen Reproduktionsmediziner das genaue Transferdatum und das Embryoalter beim Transfer.
Die Formeln pro Embryoalter
ASRM 2020)
- 5-Tage-Blastozyste: Transferdatum plus 266 Tage. Der Embryo war beim Transfer bereits 5 Tage alt, deshalb 280 minus 5 minus 9 (für die theoretische Befruchtungsphase) plus Korrektur ergibt rund 266 Tage Restschwangerschaft.
- 3-Tage-Embryo: Transferdatum plus 268 Tage. Der Embryo war beim Transfer 3 Tage alt, also kommt der ET zwei Tage später als bei einer Blastozyste.
- ICSI: gleiche Formel wie IVF, da der Transfer ebenfalls als 3- oder 5-Tage-Embryo erfolgt.
- Insemination (IUI): Inseminationsdatum plus 266 Tage, weil die Befruchtung am Inseminationstag stattfindet.
Warum keine Ultraschall-Korrektur nötig ist
Diese ET-Berechnung ist in der Praxis verlässlicher als Naegele, weil sie ohne Schätzung des Eisprungs auskommt. Beim ersten Ultraschall in SSW 8 bis 12 wird der ET üblicherweise nicht mehr korrigiert, weil die Berechnung aus dem Transferdatum bereits exakt ist.
Die SSW-Zählung bleibt unverändert
Deine SSW-Zählung läuft trotzdem nach der gleichen Konvention wie bei einer Spontanschwangerschaft. SSW 1 entspricht rechnerisch dem fiktiven Beginn einer letzten Periode, also zwei Wochen vor dem Transfer.
Geburtstermin-Rechner
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