Saugen ist ein starkes Grundbedürfnis, und ein Schnuller kann es stillen. Er ersetzt aber keine Mahlzeit, keine Nähe und keine Antwort auf Schmerzen. Beim Stillen lohnt sich Geduld, und bei der Sicherheit gelten klare Regeln.
Stillen und Schnuller: Warum die ersten Wochen entscheidend sind
Wenn du stillst, lohnt sich Geduld in den ersten Wochen. Viele Fachleute empfehlen, mit dem Schnuller zu warten, bis das Stillen gut klappt. Das ist häufig nach etwa vier bis sechs Wochen der Fall.
Dein Baby lernt am Anfang, Brust, Milchfluss und Saugtechnik zu koordinieren. Ein Schnuller kann dieses Lernen manchmal stören, besonders wenn das Anlegen noch unsicher ist. Mediziner sprechen von Saugverwirrung.
Wenn dein Baby die Flasche bekommt, bist du meist etwas flexibler. Trotzdem gilt: Der Schnuller sollte nicht jede Unruhe sofort überdecken. Hunger, Nähe, Müdigkeit oder Bauchweh brauchen oft andere Antworten.
Silikon oder Latex: Was taugt wirklich was?
Beim Material hast du die Wahl zwischen zwei Optionen. Aus zahnmedizinischer Sicht spielt das Material kaum eine Rolle. Praktisch unterscheiden sich beide aber deutlich.
| Eigenschaft | Silikon | Latex |
|---|---|---|
| Geschmack | neutral | leicht eigen |
| Bissfestigkeit | geringer | höher |
| Formstabilität | hoch | altert schneller |
| Auskochen | gut geeignet | wird schneller spröde |
| Wechselintervall | bei Rissen | alle 1 bis 2 Monate |
Welches Material dein Baby bevorzugt, zeigt sich oft schnell. Manche Babys akzeptieren nur eines von beiden. Entscheidend ist, dass du das Material regelmäßig prüfst und beschädigte Schnuller sofort austauschst.
Kiefergerecht oder symmetrisch: Welche Form passt wirklich?
Schnuller gibt es in zwei grundlegenden Formen. Kiefergerechte Modelle sind meist flacher und sollen den Druck im Mund gleichmäßig verteilen. Symmetrische Formen liegen immer gleich im Mund, egal wie herum dein Baby sie nimmt.
Zahnmediziner relativieren den Begriff "kiefergerecht": Ein dünner Schaft und ein schmaler Sauger sind günstig, ein einzelnes Modell schützt aber nicht automatisch vor Zahnfehlstellungen. Welche Form am besten passt, zeigt oft dein Baby selbst. Entscheidend ist außerdem, dass der Schild breit genug ist und Luftlöcher hat, damit er nicht in den Mund rutschen kann.
Welche Schnullergröße ab wann?
Schnuller gibt es nach Altersstufen. Die Größe muss zum Mund passen. Gefährlich ist vor allem ein zu kleines oder ungeeignetes Schild, das in den Mund rutschen kann; eine kleinere Saugergröße ist nicht automatisch unsicher.
Die Größen-Stufen im Überblick
Das Schild muss groß genug sein, damit der Schnuller nicht in den Mund passt. Gleichzeitig darf der Sauger nicht zu groß für den kleinen Mund sein. Manche Kinderärzte raten sogar, lange bei der kleinsten Größe zu bleiben: Der Kiefer wächst bis zum Wechselgebiss nur wenige Millimeter in die Breite. Wechsle die Größe trotzdem rechtzeitig, wenn der Sauger sichtbar zu klein wird.
Diese Sicherheitsregeln gelten ohne Ausnahme
Ein sicherer Schnuller ist nach DIN EN 1400 geprüft, der europäischen Norm für Beruhigungssauger. Sie schreibt unter anderem eine Mindestgröße des Schildes und mindestens zwei Luftlöcher vor. So lässt sich der Schnuller nicht komplett in den Mund saugen.
Achte zusätzlich auf lösbare Kleinteile: Sie können verschluckt werden. Ziehe vor jeder Nutzung leicht am Sauger und schau dir das Material an. Beschädigte Verbindungen oder brüchige Stellen sind Warnzeichen: Der Schnuller kommt sofort weg.
Fünf Dinge, auf die du beim Kauf achtest
Ein Schnuller kostet grob drei bis zehn Euro einzeln; Sets sind oft günstiger pro Stück. Teurer bedeutet aber nicht automatisch sicherer. Entscheidend sind diese fünf Punkte.
Fünf Kriterien, die ein guter Schnuller erfüllt
- Passende Altersgröße: Zu kleiner Schild kann in den Mund rutschen, zu großer Sauger stört das Baby.
- Geprüft nach DIN EN 1400: Die Norm sichert Mindestschild, Luftlöcher und Schadstoffgrenzen ab.
- Luftlöcher im Schild: Sie schützen die Haut und verhindern Schorfbildung rund um den Mund.
- Regelmäßig prüfen und wechseln: Silikon-Schnuller auf Risse prüfen, Latex-Schnuller öfter wechseln.
- Hygiene von Anfang an: In den ersten Monaten auskochen oder sterilisieren, nie selbst ablecken.

Doppelpack Silikon-Schnuller für Neugeborene mit kiefergerechtem Schild. Die Box lässt sich in der Mikrowelle zum Sterilisieren nutzen.
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Das Abgewöhnen klappt oft am leichtesten schrittweise. Viele Familien beginnen im Kleinkindalter, den Schnuller auf Schlafsituationen zu begrenzen. Tagsüber bleibt er dann immer häufiger weg.
Zahnärzte raten, den Schnuller spätestens zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag ganz wegzulassen. Danach können sich Fehlstellungen an Zähnen und Kiefer eher festsetzen. Mach daraus aber keinen Machtkampf: Dein Kind nutzt den Schnuller als Trost. Ein Kuscheltier, ein festes Abendritual oder mehr Körpernähe helfen beim Übergang.
Häufige Fragen
Die Fragen, die zu diesem Thema am häufigsten gestellt werden.
Grundsätzlich kann ein Baby früh einen Schnuller bekommen. Beim Stillen empfehlen viele Fachleute jedoch zu warten, bis das Stillen gut etabliert ist. Das ist oft erst nach etwa vier bis sechs Wochen der Fall, um Saugverwirrung zu vermeiden.
Der beste Schnuller passt zur Altersgröße, ist nach DIN EN 1400 geprüft und hat Luftlöcher im Schild. Ob kiefergerecht oder symmetrisch, Silikon oder Latex besser passt, ist oft individuell. Manche Babys akzeptieren nur eine bestimmte Form.
DIN EN 1400 ist die europäische Sicherheitsnorm für Schnuller. Sie legt unter anderem eine Mindestgröße des Schildes, mindestens zwei Luftlöcher und Grenzwerte für Schadstoffe fest. Geprüfte Schnuller lassen sich nicht komplett in den Mund saugen.
Beide sind sicher, wenn sie normgerecht und unbeschädigt sind. Silikon ist geschmacksneutral und gut auskochbar, aber weniger bissfest. Latex ist weicher und bissfester, altert aber schneller und sollte alle ein bis zwei Monate gewechselt werden.
In den ersten Monaten solltest du Schnuller regelmäßig auskochen oder sterilisieren. Besonders nach Bodenkontakt oder Krankheit ist gründliche Reinigung wichtig. Später reicht oft heißes Wasser. Lecke den Schnuller nie ab: So überträgst du Karies-Bakterien auf dein Baby.
Am besten schrittweise: zuerst tagsüber weglassen, dann beim Mittagsschlaf, schließlich auch nachts. Zahnärzte raten, ihn spätestens zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag ganz wegzulassen. Andere Trosthilfen wie ein Kuscheltier helfen beim Übergang.
Ein Band oder eine Schnur um den Hals kann sich zuziehen und zu einer Strangulationsgefahr werden. Schnullerketten sind nur dann akzeptabel, wenn sie kurz sind, einen sicheren Clip haben und nie im Schlaf oder unbeaufsichtigt genutzt werden.
HINWEIS
Dieser Artikel bietet allgemeine Orientierung und ersetzt keine Beratung durch Hebamme, Stillberaterin oder Kinderärztin. Bei Fragen zum Stillen oder zur Schnullernutzung hilft deine Hebamme oder Kinderärztin weiter.
Stand: Juni 2026. Wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig.



