Vielleicht bist du Pate oder Patin geworden. Nun bittet dich die Familie, eine Fürbitte zur Taufe zu schreiben. Das klingt erst einmal feierlich, vielleicht auch etwas schwierig.
Doch eine Fürbitte muss nicht perfekt klingen. Sie darf schlicht, warm und persönlich sein. Wichtig ist, dass sie von Herzen kommt. Hier findest du fertige Beispiele, Aufbau-Hinweise und Tipps fürs Schreiben.
Was ist eine Fürbitte und wer trägt sie vor?
Eine Fürbitte ist ein kurzes Gebet oder ein guter Wunsch. Bei der Taufe wird sie meist laut vorgelesen. Sie richtet sich an Gott oder drückt Hoffnung für das Kind aus.
Oft übernehmen Paten, Großeltern, Geschwister, Familie oder Freunde diese Aufgabe. Manchmal liest auch ein Elternteil eine Fürbitte. Die Gemeinde antwortet danach oft gemeinsam mit einem Satz wie "Wir bitten dich, erhöre uns".
Fürbitten gehören in vielen Taufgottesdiensten fest dazu. Sie zeigen, dass das Kind getragen wird. Nicht nur von den Eltern, sondern von vielen Menschen.
Wie ist eine Fürbitte aufgebaut?
Eine klassische Fürbitte hat meist drei Teile. Zuerst kommt eine Anrede, zum Beispiel "Guter Gott" oder "Lieber Gott". Danach folgt die konkrete Bitte, am Ende ein gemeinsamer Abschluss.
Die drei Bausteine im Überblick
- Anrede: Beginne mit einer Anrede, zum Beispiel "Guter Gott", "Lieber Gott" oder, bei einer freien Feier, einem einfachen "Wir wünschen diesem Kind".
- Die Bitte: Nenne einen klaren Wunsch, zum Beispiel Schutz, Liebe, Vertrauen oder Mut. Einfache Worte berühren mehr als komplizierte Formulierungen.
- Abschluss: Viele Gemeinden nutzen "Wir bitten dich, erhöre uns". Kläre vorher mit der Pfarrei, welcher Satz zur Feier passt.
Sprich immer vorher mit der Pfarrei oder Gemeinde. Frage, wie viele Fürbitten gewünscht sind und welcher Stil gut zum Gottesdienst passt.
Fürbitten für das Kind
Für das Taufkind stehen Liebe, Schutz und Lebensfreude im Mittelpunkt. Die Worte dürfen zärtlich und hoffnungsvoll sein. Du kannst den Namen des Kindes einfügen.
- "Guter Gott, begleite dieses Kind auf seinem Weg. Schenke ihm Liebe, Geborgenheit und Menschen, die es stärken. Wir bitten dich, erhöre uns."
- "Lieber Gott, lass dieses Kind in Vertrauen wachsen. Gib ihm Mut, die Welt zu entdecken. Wir bitten dich, erhöre uns."
- "Gott, halte deine schützende Hand über dieses Kind. Lass es spüren, dass es geliebt ist. Wir bitten dich, erhöre uns."
- "Wir bitten für dieses Kind. Möge es lachen, staunen und seinen eigenen Weg finden. Sei ihm nahe an jedem Tag."
- "Guter Gott, schenke diesem Kind ein offenes Herz. Lass es Freundschaft, Freude und Frieden erfahren. Wir bitten dich, erhöre uns."
- "Lieber Gott, begleite dieses Kind in hellen und schweren Zeiten. Gib ihm Vertrauen in sich selbst. Wir bitten dich, erhöre uns."
- "Wir wünschen diesem Kind Menschen, die zuhören. Menschen, die trösten und mit ihm feiern. Gott, begleite es auf seinem Weg."
Lieber Gott, lass dieses Kind in Vertrauen wachsen. Gib ihm Mut, die Welt zu entdecken. Wir bitten dich, erhöre uns.
Fürbitte für das Taufkind, frei verwendbar
Fürbitten für die Eltern
Auch die Eltern dürfen in Fürbitten vorkommen. Sie tragen viel Verantwortung und brauchen Kraft. Eine gute Bitte würdigt ihre Liebe.
- "Guter Gott, stärke die Eltern dieses Kindes. Gib ihnen Geduld, Freude und Vertrauen. Wir bitten dich, erhöre uns."
- "Lieber Gott, begleite die Eltern in ihrem Alltag. Lass sie gute Entscheidungen treffen. Schenke ihnen Zeit füreinander und für ihr Kind."
- "Wir bitten für die Eltern. Mögen sie ihr Kind liebevoll begleiten. Mögen sie auch in schwierigen Momenten Zuversicht finden."
- "Gott, schenke den Eltern offene Herzen. Lass sie ihr Kind verstehen und ermutigen. Wir bitten dich, erhöre uns."
- "Wir bitten dich für diese Familie. Lass ihr Zuhause ein Ort der Wärme sein. Schenke ihnen Zusammenhalt und Frieden."
- "Guter Gott, gib den Eltern Kraft für kurze Nächte. Schenke ihnen Humor, Ruhe und viele glückliche Augenblicke. Wir bitten dich, erhöre uns."
Fürbitten für Paten und Familie
Paten versprechen, das Kind auf seinem Weg zu begleiten. Auch Familie und Freunde gehören zu diesem Kreis. Sie können Halt und Orientierung geben.
- "Guter Gott, stärke die Paten dieses Kindes. Lass sie verlässliche Begleiter sein. Wir bitten dich, erhöre uns."
- "Lieber Gott, schenke den Paten offene Ohren. Lass sie diesem Kind Zeit, Rat und Nähe geben. Wir bitten dich, erhöre uns."
- "Wir bitten für Großeltern, Familie und Freunde. Lass sie diesem Kind Liebe und Sicherheit schenken. Begleite sie in ihrer Aufgabe."
- "Gott, lass dieses Kind in einer starken Gemeinschaft aufwachsen. Gib allen Menschen um es herum Geduld und Herzlichkeit."
- "Wir bitten für alle, die dieses Kind lieben. Lass sie ihm Mut machen und Schutz geben. Wir bitten dich, erhöre uns."
- "Lieber Gott, hilf uns, gute Vorbilder zu sein. Lass uns ehrlich, liebevoll und aufmerksam bleiben. Wir bitten dich, erhöre uns."
Kurze und moderne Fürbitten
Manchmal passt eine sehr schlichte Fürbitte besser. Besonders bei freien Taufen oder modernen Feiern ist das oft schön. Auch weniger religiöse Worte können berühren.
- "Möge dieses Kind immer wissen, dass es geliebt wird. Möge es sicher und frei aufwachsen."
- "Wir wünschen diesem Kind Mut für neue Wege. Wir wünschen ihm Menschen, die bleiben."
- "Gott, begleite dieses Kind mit deinem Segen. Lass es Freude und Vertrauen finden."
- "Möge dieses Kind lachen, fragen und träumen dürfen. Möge es seinen Platz im Leben finden."
- "Wir wünschen dieser Familie Liebe, Geduld und viele helle Tage. Möge ihr Zusammenhalt wachsen."
- "Lieber Gott, schenke diesem Kind Schutz und Frieden. Lass es geborgen sein."
- "Möge dieses Kind stark werden, ohne hart zu werden. Möge es freundlich bleiben und mutig leben."
- "Wir bitten um Liebe für dieses Kind. Wir bitten um Kraft für seine Familie."
So schreibst du eine eigene Fürbitte
Beginne mit einer einfachen Frage: Was wünschst du diesem Kind wirklich? Meist entsteht daraus schon der erste Satz. Schreibe persönlich, aber nicht zu privat, denn eine Fürbitte wird vor vielen Menschen gelesen.
Halte deinen Text kurz. Zwei bis drei Sätze reichen meistens aus. Beim Vorlesen wirkt Kürze oft stärker als lange Worte.
Du kannst religiöse Worte nutzen, wenn sie zur Familie passen. Du kannst auch schlichter formulieren. Wichtig ist, dass der Ton ehrlich bleibt.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
Ein häufiger Fehler ist eine zu lange Fürbitte. Dann verliert sie beim Vorlesen ihre Kraft. Besser sind klare, kurze Gedanken.
Zu unpersönliche Texte wirken schnell leer. Vermeide Floskeln, die nichts mit dem Kind verbinden. Ein konkreter Wunsch macht die Bitte wärmer.
Manche Fürbitten sind schwer vorlesbar. Zu verschachtelte Sätze machen unsicher. Schreibe lieber so, wie du auch sprechen würdest.
Zu viele Fürbitten können den Gottesdienst überladen. Wenige gute Bitten wirken oft stärker. Stimme dich deshalb mit den anderen Vorlesenden ab.
Häufige Fragen
Die Fragen, die zu diesem Thema am häufigsten gestellt werden.
Meist reichen vier bis sechs Fürbitten aus. Manche Gemeinden wünschen etwas weniger oder mehr. Frage am besten vorher in der Pfarrei nach.
Oft lesen Paten, Eltern, Großeltern oder Geschwister die Fürbitten. Auch Freunde der Familie können sie übernehmen. Wichtig ist, dass sich die Person damit wohlfühlt.
Eine Fürbitte sollte kurz und gut vorlesbar sein. Zwei bis drei Sätze sind meistens ideal. So bleibt sie klar und berührt trotzdem.
Klassisch endet sie mit "Wir bitten dich, erhöre uns". Manche Gemeinden verwenden andere Antworten. Kläre den Abschluss am besten vor der Taufe.
In einer kirchlichen Taufe haben Fürbitten meist einen religiösen Rahmen. Sie können trotzdem schlicht formuliert sein. Bei freien Feiern sind auch weltliche Wünsche möglich.
Stand: Juni 2026. Wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig.



