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Hämorrhoiden in der Schwangerschaft: was hilft

Hämorrhoiden treffen bis zu 40 Prozent der Schwangeren, meist im dritten Trimester. Welche Salben und Sitzbäder sicher helfen, wann du zur Ärztin gehst und was nach der Geburt passiert.

Mamenza-Redaktion
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Inhaltlich abgeglichen mitAWMF·Embryotox·frauenaerzte·cochranelibrary.com
Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Du sitzt morgens auf der Toilette und merkst es zuerst beim Abputzen. Brennen, Jucken, vielleicht etwas Blut. Hämorrhoiden treffen bis zu 40% der Schwangeren, vor allem im 3. Trimester. Auslöser: Progesteron weicht Bindegewebe auf, der wachsende Bauch drückt auf die Beckenvenen, Verstopfung verstärkt das Pressen.

Hier ist, was wirklich hilft, was Embryotox erlaubt und wann die Frauenärztin ran muss.

Was du jetzt tun kannst

Vier Maßnahmen für die nächsten Tage.

1. Ballaststoffe und Wasser

30 g Ballaststoffe täglich (Vollkorn, Gemüse, Hülsenfrüchte, Pflaumen) und 2-2,5 Liter Wasser. Weicher Stuhl reduziert Pressen, das ist die wichtigste Prävention.

2. Lokale Salbe oder Zäpfchen

Posterisan akut (Phenylephrin-frei) gilt laut Embryotox als anwendbar; ohne ärztlichen Rat höchstens 3 Tage anwenden. Hamamelis-haltige Salben (z. B. Hametum) nur nach ärztlicher Rücksprache und nicht über längere Zeit verwenden. Eulatin NH ist in Schwangerschaft und Stillzeit nicht zugelassen.

3. Kühlen und Sitzbäder

Kühlpacks (in Tuch) oder Kamillen-Sitzbäder 2x täglich, 10-15 Min. Reduziert Schwellung und Schmerz. Kein heißes Bad, das verschlimmert.

4. Stuhl-Routine ohne Pressen

Nicht länger als 5 Min auf der Toilette. Kein Smartphone (verlängert Sitzzeit). Bei Verstopfung Macrogol oder Lactulose, beide Embryotox-erlaubt.

Was wirklich hilft

Übersicht der häufigsten Mittel mit Embryotox-Bewertung. Achte vor dem Kauf auf die Wirkstoff-Liste und meide Phenylephrin:

MittelBewertungHinweis
Posterisan akutErste WahlPhenylephrin-frei, gut untersucht
Hametum, HamamelisNur nach RücksprachePflanzlich, begrenzte Daten; Eulatin NH in der SS nicht anwenden
Lidocain-SalbenAkzeptabel kurzzeitigBei starkem Schmerz, max 5 Tage
Macrogol, LactuloseErlaubtStuhl weichmachen, beide unbedenklich
Sitzbäder mit KamilleSymptomatisch wirksam2x täglich 10-15 Min
KühlpacksWirksamIn Tuch, nie direkt
Anusol HC (Hydrocortison)Mit RückspracheKurzzeitig erlaubt
Bisacodyl, SennaNur als ReserveEmbryotox: kurzzeitig erlaubt

Wer Eisen nimmt, sollte zusätzlich auf Verstopfung achten.

Wann zum Arzt?

Die meisten Hämorrhoiden lassen sich zuhause behandeln. Diese Symptome gehören aber abgeklärt:

Frauenärztin kann meist Erstdiagnose stellen. Bei komplizierten Fällen Überweisung zur Proktologin. Operation ist in der Schwangerschaft nur bei akuter Thrombose nötig, sonst nach der Geburt planen.

Nach der Geburt

Hämorrhoiden, die unter der Geburt entstanden sind, klingen bei 80% der Frauen binnen 6 Wochen ab, wenn Verstopfung und Pressen vermieden werden. Wochenbett-Hebamme kann bei Bedarf gezielte Übungen zeigen.

Kaiserschnitt-Mütter haben statistisch weniger Hämorrhoiden, der Druck der Geburt fehlt. Aber Verstopfung postpartum trifft alle.

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft sind häufig, aber selten dramatisch. Viele bilden sich nach der Geburt von alleine zurück, wenn Verstopfung erfolgreich vermieden wird, und frühe lokale Behandlung lindert die Beschwerden.

nach Embryotox (Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie) und AWMF-S3-Leitlinie Hämorrhoidalleiden

5 Fehler, die fast alle machen

Diese Punkte tauchen in fast jeder Hebammen-Sprechstunde auf:

  1. Salbe ohne Embryotox-Check. Manche frei verkäuflichen Mittel enthalten Phenylephrin oder unzureichend untersuchte Wirkstoffe. Posterisan akut ist sicher.
  2. Pressen bei Verstopfung. Verschlimmert Hämorrhoiden. Lieber Macrogol/Lactulose und Geduld.
  3. Smartphone auf Toilette. Verlängert Sitzzeit, erhöht Druck. Maximal 5 Min Routine.
  4. Heiße Bäder. Verschlimmern Schwellung. Kalte Sitzbäder oder Kamillenbäder bei Körpertemperatur.
  5. Blutungen ignorieren. Geringe Blutung normal, aber starke Blutung oder dunkles Blut gehört abgeklärt.

Häufige Fragen zu diesem Thema

Die Fragen, die zu diesem Thema am häufigsten gestellt werden.

Posterisan akut sowie Hamamelis-haltige Salben (z. B. Hametum) ohne Phenylephrin oder kortikoidhaltige Wirkstoffe; pflanzliche Präparate nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden.

Bei 80% der Frauen ja, binnen 6 Wochen wenn Verstopfung vermieden wird. Bei chronischen Beschwerden Proktologin nach Wochenbett konsultieren.

Nein. Auch ausgeprägte Hämorrhoiden sind kein Hinderungsgrund für vaginale Geburt. Gezielte Geburtsposition mit Hebamme abklären.

Nein. Internet-Mythos, kann sogar reizen. Bleib bei Embryotox-empfohlenen Salben und Sitzbädern mit Kamille.

In der Schwangerschaft nur bei akuter Thrombose. Sonst nach Wochenbett, wenn konservative Behandlung über 6 Monate nicht reicht.

Embryotox: erlaubt und gut untersucht. Erste Wahl bei Schwangerschafts-Verstopfung. Macrogol als Alternative, gleich sicher.

Stand: Mai 2026. Wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig.

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