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PDA (Periduralanästhesie)

Die PDA ist eine Form der örtlichen Betäubung während der Geburt. Du bleibst bei vollem Bewusstsein, Schmerzen werden gezielt gelindert. Bei medizinischer Indikation Kassenleistung, Wunsch-PDA Eigenanteil 150-350 Euro.

Mamenza-Redaktion
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PDA

Du fragst dich beim Geburtsplan, ob du eine PDA willst, brauchst, oder lieber nicht. Die wichtigste Antwort vorab: du entscheidest jederzeit selbst während der Geburt. Eine PDA zur Geburtsschmerzlinderung ist in Deutschland grundsätzlich Kassenleistung, auch wenn du sie ohne medizinische Indikation wünschst.

Die Periduralanästhesie ist eine örtliche Betäubung, die während der Geburt eingesetzt wird, um Schmerzen gezielt zu lindern. Ein dünner Kunststoffkatheter wird in den Periduralraum am unteren Rücken eingeführt, ein Betäubungsmittel blockiert die Schmerzempfindung im unteren Körperbereich. Du bleibst bei vollem Bewusstsein.

Was du jetzt bei diesem Thema tun kannst

Drei Schritte, die du vor und während der Geburt rund um die PDA-Frage angehen kannst.

PDA (Periduralanästhesie) Infografik
Abb. 1: Die PDA lindert Geburtsschmerz über einen Katheter im Rücken; Ablauf, Wirkungseintritt und mögliche Nebenwirkungen sollten vorher klar sein.

1. Position im Geburtsplan klären

„PDA bei Wunsch" oder „PDA möglichst vermeiden, wenn keine medizinische Notwendigkeit" sind beide legitime Optionen. Beide im Geburtsplan vermerken hilft Hebamme und Klinik, deine Wünsche zu respektieren. Die PDA ist in beiden Fällen Kassenleistung, ein gesonderter Eigenanteil für die Geburtsschmerzlinderung fällt in der Regel nicht an.

2. Anästhesie-Aufklärungsgespräch in Anspruch nehmen

Viele Kliniken bieten ein Vorab-Gespräch mit einem Anästhesisten an, oft im Rahmen der Anmeldung um SSW 32-34. Dort kannst du Fragen klären und Vor- und Nachteile durchgehen. So musst du nicht unter Wehen entscheiden.

3. PDA-Optionen kennen

Es gibt verschiedene Varianten der PDA. Diese solltest du im Aufklärungsgespräch ansprechen:

  • Standard-PDA: volle Wirkung, du bleibst im Bett
  • Walking PDA: niedrigere Dosis, leichtes Bewegen möglich
  • PCEA (Patient-Controlled): du steuerst die Bolus-Gaben selbst
  • Kombinierte Spinal-Epidural: schneller Wirkungseintritt
  • Reduzierung in Austreibungsphase, damit du aktiv pressen kannst

Wie die PDA gelegt wird

Bei der Anlage wird eine Kanüle zwischen zwei Lendenwirbel eingeführt. Der gesamte Vorgang dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Die Wirkung setzt nach zirka 10 bis 20 Minuten ein. Du sitzt oder liegst in einer leicht gebeugten Position, der Anästhesist desinfiziert die Stelle und arbeitet steril.

Was dich nach der Anlage erwartet:

  • Du bleibst bei vollem Bewusstsein und kannst aktiv an der Geburt mitwirken
  • Schmerzen im Unterbauch und Kreuzbereich werden deutlich reduziert
  • Der Katheter bleibt während der Geburt liegen, die Dosis wird angepasst
  • Bei sekundärer Sectio kann die PDA zur OP-Anästhesie aufgerüstet werden
  • Du kannst dich nicht eigenständig fortbewegen, sobald die volle Wirkung eintritt
  • Ein Blasenkatheter wird gelegt, da der Harndrang nicht mehr wahrgenommen wird

Wann eine PDA sinnvoll ist

Die PDA kann zu verschiedenen Zeitpunkten eingesetzt werden, abhängig vom Schmerzempfinden und Geburtsverlauf. Übliche Einsatzzeitpunkte:

GeburtsphaseSinnvoll beiHinweis
EröffnungsphaseMehrstündige starke WehenUnabhängig von fester Muttermundsweite
MehrlingsschwangerschaftLange GeburtenOft präventiv geplant
Vorherige Trauma-GeburtGeburtsangstMit Hebamme vorab besprechen
Drohende SectioStatt VollnarkoseSchneller umstellbar
AustreibungsphaseReduzieren oder absetzenDamit aktives Pressen möglich

Studien zur Auswirkung auf den Geburtsverlauf liefern eine konsistente Datenlage.

Aktuelle Studien (Cochrane-Review 2018, AWMF-Leitlinie) zeigen, dass eine PDA die zweite Geburtsphase im Schnitt um 15-30 Minuten verlängern kann, jedoch ohne signifikanten Einfluss auf das Outcome für Mutter und Kind. Das Risiko für einen Kaiserschnitt ist nicht erhöht.

AWMF-Leitlinie 015/083 (Vaginale Geburt am Termin) und DGAI 001/038, 2024

Risiken und Nebenwirkungen

Die PDA ist ein etabliertes Verfahren mit insgesamt niedrigem Risikoprofil. Die häufigsten und seltenen Nebenwirkungen im Überblick:

  1. Häufig (über 1%): Blutdruckabfall, Zittern, Juckreiz, schwache Beine
  2. Gelegentlich (0,1-1%): starke Kopfschmerzen nach Punktion, „postpunktioneller Kopfschmerz"
  3. Selten (unter 0,1%): Nervenverletzung, Infektion oder Blutung im Spinalraum
  4. Sehr selten: bleibende neurologische Schäden, in modernen Kliniken praktisch nie
  5. Geburtsverlauf: zweite Phase kann 15-30 Minuten länger dauern

Wer entscheidet, und welche Kosten entstehen?

Die Entscheidung für eine PDA ist ein gemeinsamer Prozess zwischen dir, deiner Hebamme und dem ärztlichen Team. Du hast jederzeit das Recht, die PDA anzufordern oder abzulehnen, solange keine medizinischen Kontraindikationen vorliegen.

  • Anästhesist: führt das Aufklärungsgespräch und setzt den Katheter
  • Gynäkologe: beurteilt medizinische Notwendigkeit und Geburtsverlauf
  • Hebamme: unterstützt während der Anlage und überwacht die Vitalzeichen
  • Du selbst: kannst die PDA jederzeit anfordern oder ablehnen

Die PDA zur Schmerzlinderung unter der Geburt ist in Deutschland Kassenleistung der gesetzlichen Krankenversicherung, auch wenn du sie ohne medizinische Indikation wünschst. Entbindungsleistungen sind grundsätzlich zuzahlungsfrei, ein gesonderter Eigenanteil für die PDA fällt in der Regel nicht an. In Privatkliniken oder bei besonderen Wahlleistungen können abweichende Regelungen gelten, das klärst du vorab.

Die 5 häufigsten Fehler rund um die PDA

Im Beratungsalltag tauchen immer wieder dieselben Stolpersteine auf. Diese fünf Fehler kannst du leicht vermeiden, wenn du sie kennst.

  1. Erst unter Wehen entscheiden. Im Aufklärungsgespräch um SSW 32 alle Fragen klären, dann bist du in der Geburt vorbereitet, egal wie du dich entscheidest.
  2. PDA-Wunsch nicht im Geburtsplan vermerken. Hebamme und Klinik wissen sonst nicht, ob „aktiv anfordern" oder „nur bei medizinischer Notwendigkeit" gilt.
  3. Denken, eine PDA gehe „erst ab 3-4 cm". Diese starre Regel gilt als überholt. Eine PDA kann bei etablierter Geburt unabhängig von einer festen Muttermundsweite gelegt werden, wenn du sie brauchst. Frag aktiv danach.
  4. Bei „PDA verlängert die Geburt" pauschal ablehnen. 15-30 Minuten Verlängerung ohne Outcome-Nachteil. Wer starke Schmerzen hat, muss nicht stoisch durchhalten.
  5. Walking PDA als „nur halb wirksam" sehen. Niedrige Dosis kann sehr gut funktionieren und erlaubt mehr Bewegung. Im Aufklärungsgespräch nach dieser Option fragen.

Häufige Fragen zu diesem Thema

Die Fragen, die zu diesem Thema am häufigsten gestellt werden.

Eine PDA kann bei etablierter Geburt gelegt werden, sobald du sie brauchst. Die früher übliche starre Regel „erst ab 3-4 cm" gilt als überholt; entscheidend sind dein Schmerzempfinden und der Geburtsverlauf, nicht eine feste Muttermundsweite. Die Entscheidung trifft die Anästhesistin gemeinsam mit dir und der Hebamme.

Ja, viele Frauen spüren die Wehen weiterhin als Druck oder Ziehen, aber ohne den scharfen Schmerz. Dosierung und Konzentration werden so gewählt, dass du das Pressen aktiv mitsteuern kannst. Eine Walking PDA mit niedriger Dosis erlaubt sogar leichtes Bewegen.

Aktuelle Studien (Cochrane-Review 2018, AWMF-Leitlinie) zeigen, dass eine PDA die zweite Geburtsphase im Schnitt um etwa 15-30 Minuten verlängern kann, jedoch ohne signifikanten Einfluss auf das Outcome für Mutter und Kind. Das Risiko für einen Kaiserschnitt ist nicht erhöht.

Häufig: Blutdruckabfall, Zittern, Juckreiz. Selten: starke Kopfschmerzen nach Punktion (rund 1%), kurzfristig schwache Beine. Sehr selten: Nervenverletzung, Infektion oder Blutung im Spinalraum (deutlich unter 0,1%). Ernsthafte Komplikationen sind in modernen Kliniken selten.

Beim geplanten Kaiserschnitt wird in der Regel eine Spinalanästhesie eingesetzt, ähnlich der PDA, aber stärker und schneller wirkend. Bei einem ungeplanten Kaiserschnitt während laufender PDA kann diese durch Aufdosieren als Anästhesie fortgeführt werden. So bleibst du wach und erlebst die Geburt deines Babys mit.

Die PDA zur Schmerzlinderung unter der Geburt ist Kassenleistung, auch wenn du sie ohne medizinische Indikation wünschst. Entbindungsleistungen sind grundsätzlich zuzahlungsfrei, ein gesonderter Eigenanteil fällt in der Regel nicht an. In Privatkliniken oder bei besonderen Wahlleistungen können abweichende Regelungen gelten.

Stand: Juni 2026. Wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig.

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