Die PDA (Periduralanästhesie, manchmal auch Epiduralanästhesie genannt) ist die häufigste Form der Schmerzlinderung unter der Geburt. Ein dünner Katheter wird im Rücken in den Periduralraum gelegt, durch den ein Lokalanästhetikum verteilt wird. Die Wehen werden dadurch spürbar erträglich, während du wach und meist beweglich bleibst.
Etwa 30 bis 40 Prozent aller Frauen in Deutschland nutzen während der Geburt eine PDA. Sie wird in jeder Klinik mit Geburtshilfe und Anästhesie-Bereitschaft angeboten und ist Kassenleistung. Die Entscheidung dafür triffst du gemeinsam mit dem Geburtsteam, oft erst während der Wehen.
Was bedeutet das in der Praxis?
Eine PDA wird vom Anästhesisten oder der Anästhesistin gelegt. Du sitzt oder liegst auf der Seite. Nach lokaler Betäubung der Haut wird mit einer dünnen Nadel der Periduralraum aufgesucht, ein Katheter eingelegt und fixiert. Die Nadel wird entfernt, der Katheter bleibt für die Dauer der Geburt drin. Über den Katheter wird ein Lokalanästhetikum gegeben, das die Schmerzleitung in den Wehen-Nerven blockiert.
Die Wirkung tritt nach 10 bis 20 Minuten ein. Du spürst die Wehen weiterhin als Druck, aber den brennenden, scharfen Schmerz reduziert die PDA stark. Mobil bleibst du in den meisten Fällen (Walking-PDA), kannst aber je nach Dosierung nicht mehr selbstständig stehen oder laufen. Ein CTG läuft kontinuierlich mit, auch ein Blasenkatheter ist üblich.
Wie läuft die PDA ab?
- Aufklärung: der Anästhesist erklärt Ablauf, Wirkung, Risiken und holt deine Einwilligung ein. Idealerweise schon im Vorgespräch oder spätestens beim Eintritt in den Kreißsaal.
- Position: du sitzt vornübergebeugt am Bettrand oder liegst seitlich. Wichtig: zwischen den Wehen still halten.
- Hautdesinfektion und Lokalanästhesie: kleine Spritze auf Höhe der Lendenwirbelsäule, danach kein Schmerz mehr in der Stelle.
- Nadel und Katheter: die dünne Nadel wird vorsichtig vorgeschoben, bis der Periduralraum erreicht ist. Der Katheter wird durch die Nadel eingelegt, die Nadel entfernt.
- Testdosis und Anpassung: kleine Anfangsdosis, dann nach Bedarf nachgegeben.
- Während der Geburt: die Dosis wird kontinuierlich oder per Pumpe gegeben. Du bist wach, kommunizierst mit dem Geburtsteam, atmest mit, kannst pressen wenn die Pressphase kommt.
- Nach der Geburt: der Katheter wird entfernt, die Wirkung lässt innerhalb 1-3 Stunden nach.
Vor- und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Effektive Schmerzlinderung, oft fast vollständig | Blutdruckabfall (10-20%), durch Infusion meist beherrschbar |
| Du bleibst wach und kannst aktiv mitgestalten | Eventuell Verlängerung der Austreibungsphase |
| Kann bei Bedarf in Kaiserschnitt übergehen | Erhöhter Bedarf an Hilfe beim Pressen, evtl. Saugglocke |
| Erhältlich in fast allen Geburtskliniken | Postpunktioneller Kopfschmerz (1-3%, selten) |
| Kassenleistung | Liegezeit erhöht durch Mobilitäts-Einschränkung |
Welche Alternativen gibt es?
- Lachgas: kurzfristig wirkende Inhalation während der Wehe, leicht und schnell zu starten und stoppen.
- Opiate (z.B. Pethidin): als Spritze oder über die Vene, wirken zentral schmerzlindernd, machen aber müde und können das Baby beeinflussen.
- TENS-Gerät: elektrische Nervenstimulation über die Haut, mild aber nebenwirkungsfrei.
- Akupunktur und Aromatherapie: als Ergänzung sehr beliebt.
- Atemtechniken und Entspannung: Geburtsvorbereitungskurs hilft, mit den Wehen umzugehen.
- Wassergeburt: warmes Wasser in einer Geburtswanne ist selbst eine Form der Schmerzlinderung.
- Spinalanästhesie: wirkt schneller, aber kürzer, wird vor allem für geplante Kaiserschnitte verwendet.
Häufige Fragen
Die Fragen, die Eltern uns zu diesem Thema am häufigsten stellen.
Heute eher früher als spät, sobald die Wehen schmerzhaft genug sind, dass du Schmerzlinderung möchtest. Klassisch ab Muttermund 3-4 cm, aber auch früher möglich. Wenn die Pressphase schon begonnen hat, ist es zu spät.
Die Eröffnungsphase kaum, die Pressphase moderat (etwa 15-30 Minuten länger). Studien zeigen kein erhöhtes Risiko für Kaiserschnitt allein durch die PDA. Saugglocken-Geburten sind etwas häufiger.
Sehr gering. Lokalanästhetika erreichen das Baby nur in Spuren. Anders als Opiate macht die PDA das Baby nicht müde. Im CTG ist meist keine Veränderung sichtbar.
In etwa 5 Prozent der Fälle wirkt die PDA einseitig oder gar nicht. Der Anästhesist kann den Katheter nachjustieren, in seltenen Fällen muss neu gelegt werden. Sprich offen, wenn du noch Schmerzen hast.
Die Hautstelle wird vorab mit Lokalanästhesie betäubt. Du spürst Druck und manchmal ein leichtes Stechen, aber keinen scharfen Schmerz. Wichtig ist, in der kurzen Phase zwischen den Wehen still zu sitzen oder zu liegen.
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Stand: April 2026 – wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig.
