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Den weiblichen Zyklus verstehen: die vier Phasen

Der weibliche Zyklus läuft in vier Phasen ab: Menstruation, Follikelphase, Ovulation und Lutealphase. Gesteuert wird das Ganze von vier Hormonen, die sich abwechselnd in den Vordergrund schieben. Wer diese Abfolge versteht, weiß, wann der Körper fruchtbar ist und warum die Periode kommt, wenn sie kommt.

Ein normaler Zyklus dauert zwischen 21 und 35 Tagen, gerechnet vom ersten Tag der Periode bis zum Tag vor der nächsten. Die genaue Länge schwankt von Frau zu Frau und sogar von Monat zu Monat. In diesem Artikel siehst du, was in jeder Phase passiert und welches Hormon gerade das Sagen hat.

Phase 1: Die Menstruation

Der erste Tag der Periode ist Zyklustag 1. Weil im vorigen Zyklus keine Schwangerschaft eingetreten ist, fällt das Hormon Progesteron ab, und die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut wird abgebaut und ausgeschieden.

  • Dauer: meist 3 bis 7 Tage.
  • Hormone: Östrogen und Progesteron sind niedrig.
  • Was passiert: die Schleimhaut wird abgestoßen, zugleich beginnen schon neue Eizellen zu reifen.

Die Menstruation und der Beginn der nächsten Phase überschneiden sich. Während die Schleimhaut noch abgebaut wird, startet im Eierstock bereits die Reifung der nächsten Eizellen.

Phase 2: Die Follikelphase

In der Follikelphase reifen im Eierstock mehrere Follikel heran, jeder mit einer Eizelle. Das Hormon FSH treibt diese Reifung an. Meist setzt sich ein führender Follikel durch, die übrigen bilden sich zurück.

Mit den reifenden Follikeln steigt das Östrogen. Dieses Hormon baut die Gebärmutterschleimhaut neu auf und verändert den Zervixschleim, sodass er fruchtbarer wird. Die Follikelphase ist der Teil des Zyklus, der in der Länge am stärksten schwankt.

Phase 3: Die Ovulation

Hat das Östrogen einen Höhepunkt erreicht, schüttet der Körper schlagartig viel LH aus. Dieser LH-Anstieg löst den Eisprung aus: Der reife Follikel platzt, und die Eizelle wird freigesetzt.

PhaseFührendes HormonWas passiert
MenstruationNiedrig (Abfall von Progesteron)Schleimhaut wird abgebaut
FollikelphaseFSH, dann steigendes ÖstrogenEizellen reifen, Schleimhaut baut sich auf
OvulationLH-AnstiegEisprung, Eizelle wird freigesetzt
LutealphaseProgesteronSchleimhaut wird auf eine Einnistung vorbereitet

Die Eizelle ist nach dem Eisprung nur etwa 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Weil Spermien aber mehrere Tage überleben, sind die Tage vor dem Eisprung die fruchtbarsten. Wie du den Eisprung berechnest und woran du ihn erkennst, vertiefen eigene Artikel.

Phase 4: Die Lutealphase

Aus dem geplatzten Follikel bildet sich der Gelbkörper. Er produziert Progesteron, das die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Einnistung vorbereitet und die Basaltemperatur leicht ansteigen lässt.

Tritt keine Schwangerschaft ein, bildet sich der Gelbkörper zurück, das Progesteron fällt ab, und die Periode setzt ein. Damit beginnt ein neuer Zyklus. Die Lutealphase dauert bei den meisten Frauen recht stabil, aber individuell unterschiedlich etwa 10 bis 16 Tage.

Häufige Fragen

Die Fragen, die rund um den Zyklus am häufigsten gestellt werden.

Vier: Menstruation, Follikelphase, Ovulation und Lutealphase. Manchmal werden Menstruation und Follikelphase zusammengefasst, sodass von zwei Haupthälften die Rede ist, getrennt durch den Eisprung. Inhaltlich beschreiben beide Einteilungen denselben Ablauf.

Zwischen 21 und 35 Tagen gilt als normal, gerechnet vom ersten Tag der Periode bis zum Tag vor der nächsten. Die genaue Länge schwankt individuell und kann sich von Monat zu Monat unterscheiden. Die Schwankung betrifft vor allem die Follikelphase.

Vor allem vier: FSH treibt die Reifung der Follikel an, Östrogen baut die Schleimhaut auf, ein LH-Anstieg löst den Eisprung aus, und Progesteron bereitet die Schleimhaut nach dem Eisprung auf eine Einnistung vor. Sie lösen sich im Zyklus ab.

Weil die Lebensdauer des Gelbkörpers recht stabil ist, auch wenn sie zwischen etwa 10 und 16 Tagen variieren kann. Er produziert nach dem Eisprung rund 14 Tage lang Progesteron, dann bildet er sich zurück, und die Periode kommt. Die erste Hälfte mit der Follikelreifung schwankt dagegen stärker.

Rund um die Ovulation. Das fruchtbare Fenster umfasst etwa sechs Tage, die fünf Tage vor dem Eisprung plus den Eisprung-Tag. Die Eizelle ist danach nur 12 bis 24 Stunden befruchtungsfähig, Spermien überleben aber mehrere Tage.

Leichte Schwankungen sind normal. Wenn dein Zyklus aber dauerhaft kürzer als 21 oder länger als 35 Tage ist, stark schwankt, sehr schmerzhaft oder stark blutet oder ganz ausbleibt, sprich mit deiner Frauenärztin. Auch bei länger unerfülltem Kinderwunsch ist eine Abklärung sinnvoll.

HINWEIS

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Zyklusverlauf und Hormonspiegel sind individuell verschieden. Bei dauerhaft unregelmäßigen Zyklen, starken Beschwerden oder unerfülltem Kinderwunsch wende dich an deine Frauenärztin.

Stand: Juni 2026.