Stilltee in der Stillzeit: was bringt er wirklich?

Stilltee ist ein netter Begleiter, aber kein Wundermittel für mehr Milch. Dass spezielle Stilltees die Milchproduktion steigern, ist wissenschaftlich nicht belegt; entscheidend sind Stillen nach Bedarf und häufiges, korrektes Anlegen. Achte außerdem auf die Zutaten: Fenchel und Anis enthalten Estragol, und wegen des schwankenden Gehalts trinkst du solche Tees besser nicht regelmäßig oder in großen Mengen. Es gibt Stilltees ohne Fenchel als Alternative. Unten liest du, was wirklich hilft und worauf du achten solltest.

Bringt Stilltee mehr Milch?

Dass spezielle Stilltees die Milchproduktion steigern, ist wissenschaftlich nicht belegt. Was die Milchbildung wirklich anregt, ist häufiges und wirksames Anlegen: Je öfter dein Baby trinkt, desto mehr Milch bildet dein Körper, denn die Menge passt sich der Nachfrage an. Ein warmer Tee und eine ruhige Stillpause können angenehm sein und dich ans Trinken erinnern, ersetzen aber das häufige Anlegen nicht. Die Sorge, zu wenig Milch zu haben, ist übrigens meist unbegründet.

Warum solltest du Stilltee mit Fenchel und Anis nur mit Vorsicht genießen?

Viele Stilltees enthalten Fenchel und Anis. Beide enthalten von Natur aus Estragol, einen Stoff, dessen Gesundheitsrisiko sich derzeit nicht abschließend bewerten lässt. Weil der Estragolgehalt in solchen Tees stark schwankt, trinkst du fenchel- und anishaltige Stilltees besser nicht regelmäßig, dauerhaft oder in großen Mengen. Ein generelles Verbot gibt es nach derzeitigem Kenntnisstand aber nicht.

Welcher Stilltee ist eine gute Alternative?

Es gibt Stilltees ohne Fenchel, die stattdessen auf Kümmel oder Bockshornklee setzen. Auch ein milder Kräutertee oder einfach Wasser tun es. Wichtig ist vor allem, dass du in der Stillzeit ausreichend trinkst, denn Stillen macht durstig. Gieß Kräutertee mit sprudelnd kochendem Wasser auf und wechsle die Sorten ab.

Was, wenn ich wirklich zu wenig Milch habe?

Hast du das Gefühl, dein Baby bekommt nicht genug, such dir Unterstützung bei deiner Hebamme oder einer Stillberatung, statt es allein über Tee zu lösen. Bei ausbleibender Gewichtszunahme, weniger als sechs nassen Windeln täglich nach dem Milcheinschuss, auffälliger Müdigkeit oder Trinkschwäche sollte dein Baby zeitnah kinderärztlich untersucht werden. Meist lässt sich die Milchmenge über häufigeres Anlegen steigern; ein Tee ersetzt diese Abklärung aber nicht.

Häufige Fragen

Die Fragen, die zu diesem Thema am häufigsten gestellt werden.

Dass Stilltees die Milchproduktion steigern, ist wissenschaftlich nicht belegt. Entscheidend sind Stillen nach Bedarf und häufiges, korrektes Anlegen, denn die Menge passt sich der Nachfrage an. Ein warmer Tee kann angenehm sein und erinnert dich ans Trinken, ersetzt das Anlegen aber nicht.

Fenchel und Anis enthalten Estragol, dessen Gesundheitsrisiko sich nicht abschließend bewerten lässt und dessen Gehalt in Tees stark schwankt. Deshalb trinkst du fenchel- und anishaltige Tees besser nicht regelmäßig oder in großen Mengen. Ein generelles Verbot gibt es aber nicht.

Es gibt Stilltees ohne Fenchel, die stattdessen auf Kümmel oder Bockshornklee setzen. Auch ein milder Kräutertee oder Wasser tun es. Wichtig ist vor allem, dass du in der Stillzeit ausreichend trinkst.

Häufiges Anlegen ist der wichtigste Hebel, denn die Milchmenge passt sich der Nachfrage an. Ausreichend trinken und Ruhe helfen zusätzlich. Wenn du wirklich Sorge hast, zu wenig Milch zu haben, wendest du dich an deine Hebamme oder eine Stillberatung.

Bei ausbleibender Gewichtszunahme, weniger als sechs nassen Windeln täglich nach dem Milcheinschuss, auffälliger Müdigkeit oder Trinkschwäche sollte dein Baby zeitnah kinderärztlich untersucht werden. Zusätzlich schaut sich deine Hebamme oder eine Stillberatung das Anlegen an, statt dass du es allein über Tee löst.

HINWEIS

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Hast du das Gefühl, dein Baby bekommt nicht genug Milch, oder bist du unsicher, besprich das mit deiner Hebamme, einer Stillberatung oder deiner Kinderärztin.

Stand: Juli 2026.