Der biparietale Durchmesser (BPD) ist die wichtigste Wachstumsmessung beim pränatalen Ultraschall. Er misst die Distanz zwischen den beiden Schläfenbeinen (Tubera parietalia) des Babys. Zusammen mit Kopfumfang (KU oder HC), Bauchumfang (AU) und Femurlänge (FL) gehört er zu den biometrischen Standard-Parametern bei jeder Ultraschall-Untersuchung.
Die Messung des BPD ist Bestandteil der drei Standard-Ultraschalle nach Mutterschafts-Richtlinien, also Kassenleistung. Bei einer erweiterten Feindiagnostik kommt der BPD zusätzlich zu vielen anderen Messungen hinzu.
Was bedeutet das in der Praxis?
Der BPD wird in Millimetern gemessen und im Mutterpass dokumentiert. Anhand der Größe und der erwarteten Norm für die jeweilige SSW wird beurteilt, ob das Baby normal wächst. Bei der ersten Ultraschall-Untersuchung in SSW 9-12 hilft der BPD, den Geburtstermin zu bestätigen oder zu korrigieren.
Eine einzelne Abweichung um 1-2 Wochen ist meist kein Grund zur Sorge. Wichtig ist die Verlaufskurve: wächst der BPD entsprechend der Norm, ist alles gut. Bei deutlichen Abweichungen kann eine erweiterte Feindiagnostik empfohlen werden.
Wie wird der BPD gemessen?
Die Messung erfolgt in einer standardisierten Schnittebene durch den Babykopf, in der bestimmte Strukturen (Falx cerebri, Septum pellucidum, Thalamus) sichtbar sein müssen. Die Distanz wird zwischen Außenkante der einen Schläfe und Innenkante der gegenüberliegenden Schläfe gemessen.
Voraussetzung für eine zuverlässige Messung ist eine geschulte Ultraschall-Praxis mit den passenden Geräten. Niedergelassene Frauenärztinnen mit Sonografie-Schein dürfen Stufe-I-Untersuchungen durchführen, siehe auch DEGUM-Stufen.
Normwerte nach SSW
| SSW | BPD (Mittelwert) |
|---|---|
| 12 | ca. 22 mm |
| 16 | ca. 35 mm |
| 20 | ca. 47 mm |
| 24 | ca. 60 mm |
| 28 | ca. 71 mm |
| 32 | ca. 81 mm |
| 36 | ca. 89 mm |
| 40 | ca. 95 mm |
Die Werte sind Richtwerte. Eine individuelle Abweichung um ±10 Prozent ist normal. Wichtig ist die Trendkurve über mehrere Untersuchungen.
Häufige Fragen
Die Fragen, die Eltern uns zu diesem Thema am häufigsten stellen.
Eine einzelne große Messung ist meist normal (genetisch, gesunder Wachstum). Bei deutlich erhöhten Werten oder Verdacht auf Hydrocephalus folgen Verlaufskontrollen und ggf. eine erweiterte Feindiagnostik.
Klein kann auf einen unscharf bestimmten Geburtstermin hindeuten oder auf eine Wachstumsverzögerung. In dem Fall werden engmaschige Kontrollen mit Doppler-Ultraschall der Plazenta-Durchblutung gemacht.
Nicht direkt. BPD ist nur eine von mehreren Messungen. Zusammen mit Kopfumfang, Bauchumfang und Femurlänge wird das geschätzte Gewicht (EFW) berechnet, das eine bessere Schätzung der Babygröße ist.
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Stand: April 2026 – wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig.
