Ratgeber · Geburtstermin

Geburtstermin ueberschritten: was passiert ab ET+1?

Terminueberschreitung bis ET+13, Uebertragung ab ET+14. Engmaschige Kontrolle mit CTG, Fruchtwasser und Doppler. Einleitung meist ab ET+7 bis +10.

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Mamenza-Redaktion
Zuletzt geprüft · 5 Min. Lesezeit
Inhaltlich abgeglichen mitAWMF-Leitlinie 015-088·Frauenaerzte im Netz
Hochschwangere Frau ruht entspannt auf dem Sofa und wartet auf die Geburt

Was passiert ab ET+1, wenn der errechnete Termin vorbei ist und nichts passiert? Zuerst: das ist haeufig und meist kein Grund zur Sorge. Der errechnete Termin ist ein Mittelwert, viele Babys kommen ein paar Tage spaeter.

Ab dem Tag nach dem Termin spricht man von einer Terminueberschreitung. Ab ET+14, also ab SSW 42+0, von einer Uebertragung. In dieser Phase wird die Schwangerschaft engmaschiger ueberwacht, und ab einem bestimmten Punkt wird eine Einleitung der Geburt besprochen.

Terminueberschreitung oder Uebertragung: der Unterschied

Die beiden Begriffe werden oft verwechselt, meinen aber unterschiedliche Phasen. Der Uebergang liegt genau bei ET+14, dem Beginn der 43. Schwangerschaftswoche in der Zaehlung, also SSW 42+0.

PhaseZeitraumSchwangerschaftswoche
Am Terminbis ETSSW 40+0
TerminueberschreitungET+1 bis ET+13SSW 40+1 bis 41+6
Uebertragungab ET+14ab SSW 42+0

Eine echte Uebertragung ab SSW 42+0 ist heute selten, weil die meisten Schwangerschaften vorher beendet werden, spontan oder durch eine Einleitung. In der Phase davor, der Terminueberschreitung, geht es vor allem um gute Beobachtung.

Wie ueberwacht wird, wenn der Termin vorbei ist

Ab dem Termin wird die Schwangerschaft in der Regel engmaschiger kontrolliert, oft alle zwei bis drei Tage. Ziel ist, rechtzeitig zu erkennen, ob es dem Baby weiterhin gut geht. Die wichtigsten Untersuchungen:

  • CTG: die Herztoene des Babys und die Wehentaetigkeit werden aufgezeichnet.
  • Fruchtwasser-Messung: per Ultraschall wird die Fruchtwasser-Menge bestimmt. Sie kann nach dem Termin abnehmen.
  • Doppler-Ultraschall: bei Bedarf wird der Blutfluss in der Nabelschnur und Plazenta gemessen, um die Versorgung zu pruefen.
  • Kindsbewegungen: dein Eindruck zaehlt. Achte darauf, dass dein Baby sich weiterhin regelmaessig bewegt.

Solange diese Kontrollen unauffaellig sind, kann in vielen Faellen abgewartet werden. Werden sie auffaellig, wird die Geburt zeitnah eingeleitet oder eingeleitet besprochen.

Warum die Versorgung nach dem Termin beobachtet wird

Nach dem errechneten Termin steigt mit zunehmender Dauer das Risiko, dass die Plazenta das Baby nicht mehr optimal versorgt. Auch die Fruchtwasser-Menge kann abnehmen. Beides ist nicht zwangslaeufig, aber der Grund fuer die genauere Beobachtung.

Deshalb wird ab einem bestimmten Punkt das Fuer und Wider einer Einleitung abgewogen. Die Entscheidung haengt vom Befinden des Babys, der Fruchtwasser-Menge und deiner persoenlichen Situation ab.

Wann eine Geburtseinleitung angeboten wird

Nach der aktuellen Leitlinie wird eine Einleitung ab ET+7 (SSW 41+0) angeboten und mit dir besprochen. Ab ET+10 (SSW 41+3) wird sie empfohlen, ab Erreichen der Uebertragung mit ET+14 (SSW 42+0) dringend empfohlen, sofern das Baby nicht vorher spontan kommt. Der genaue Zeitpunkt wird individuell festgelegt.

Die Einleitung erfolgt je nach Reife des Muttermunds mit verschiedenen Methoden, etwa mit Medikamenten oder einer Eroeffnung der Fruchtblase. Sie ist eine geplante, ueberwachte Massnahme. Bei auffaelligen Kontrollen kann sie auch frueher notwendig werden.

Haeufige Fragen

Die Fragen, die Schwangere bei ueberschrittenem Termin am haeufigsten stellen.

Ein paar Tage ueber dem Termin sind haeufig und meist unbedenklich. Damit es so bleibt, wird ab dem Termin engmaschiger kontrolliert. Mit zunehmender Dauer steigt das Risiko, dass die Versorgung ueber die Plazenta nachlaesst. Genau das ueberwacht die Vorsorge.

Von einer Uebertragung spricht man ab ET+14, also ab der vollendeten 42. Schwangerschaftswoche (SSW 42+0). Die Tage davor, von ET+1 bis ET+13, heissen Terminueberschreitung. Eine echte Uebertragung ist heute selten, weil meist vorher entbunden oder eingeleitet wird.

Nach der Leitlinie wird eine Einleitung ab ET+7 (SSW 41+0) angeboten, ab ET+10 (SSW 41+3) empfohlen und ab ET+14 (SSW 42+0) dringend empfohlen, falls das Baby nicht vorher spontan kommt. Bei auffaelligen Kontrollen kann sie auch frueher notwendig sein. Der Zeitpunkt wird individuell festgelegt.

Typisch sind ein CTG zur Aufzeichnung der Herztoene, eine Ultraschall-Messung der Fruchtwasser-Menge und bei Bedarf ein Doppler-Ultraschall zur Pruefung des Blutflusses. Wichtig bleibt auch dein eigener Eindruck, ob sich dein Baby weiterhin regelmaessig bewegt.

Bewegung, Spaziergaenge und Geduld schaden nicht. Hausmittel zur Wehenanregung sind in ihrer Wirkung nicht gut belegt. Bevor du etwas ausprobierst, sprich mit deiner Hebamme oder Aerztin. Manche Massnahmen sind erst sinnvoll, wenn der Koerper ohnehin geburtsbereit ist.

Sofort in die Klinik bei deutlich weniger oder fehlenden Kindsbewegungen, bei hellroter Blutung, bei Fruchtwasser-Abgang (besonders wenn es gruenlich ist) und bei starken regelmaessigen Schmerzen. Im Zweifel lieber einmal zu oft anrufen als zu spaet.

HINWEIS

Dieser Artikel ersetzt keine aerztliche Beratung. Eine Terminueberschreitung gehoert in fachliche Begleitung durch Frauenaerztin und Hebamme. Bei verminderten Kindsbewegungen, Blutung oder Fruchtwasser-Abgang wende dich sofort an deine Klinik. Die Entscheidung ueber eine Geburtseinleitung wird immer individuell getroffen.

Stand: Juni 2026. Wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig.