Was passiert ab ET+1, wenn der errechnete Termin vorbei ist und nichts passiert? Zuerst: Das ist häufig und meist kein Grund zur Sorge. Der errechnete Termin ist ein Mittelwert, viele Babys kommen ein paar Tage später.
Ab dem Tag nach dem Termin spricht man von einer Terminüberschreitung. Ab ET+14, also ab SSW 42+0, von einer Übertragung. In dieser Phase wird die Schwangerschaft engmaschiger überwacht, und ab einem bestimmten Punkt wird eine Einleitung der Geburt besprochen.
Terminüberschreitung oder Übertragung: der Unterschied
Die beiden Begriffe werden oft verwechselt, meinen aber unterschiedliche Phasen. Der Übergang liegt genau bei ET+14, dem Beginn der 43. Schwangerschaftswoche in der Zählung, also SSW 42+0.
| Phase | Zeitraum | Schwangerschaftswoche |
|---|---|---|
| Am Termin | bis ET | SSW 40+0 |
| Terminüberschreitung | ET+1 bis ET+13 | SSW 40+1 bis 41+6 |
| Übertragung | ab ET+14 | ab SSW 42+0 |
Eine echte Übertragung ab SSW 42+0 ist heute selten, weil die meisten Schwangerschaften vorher beendet werden, spontan oder durch eine Einleitung. In der Phase davor, der Terminüberschreitung, geht es vor allem um gute Beobachtung.
Wie überwacht wird, wenn der Termin vorbei ist
Ab dem Termin wird die Schwangerschaft in der Regel engmaschiger kontrolliert, oft alle zwei bis drei Tage. Ziel ist, rechtzeitig zu erkennen, ob es dem Baby weiterhin gut geht. Die wichtigsten Untersuchungen:
- CTG: die Herztöne des Babys und die Wehentätigkeit werden aufgezeichnet.
- Fruchtwasser-Messung: per Ultraschall wird die Fruchtwasser-Menge bestimmt. Sie kann nach dem Termin abnehmen.
- Doppler-Ultraschall: bei Bedarf wird der Blutfluss in der Nabelschnur und Plazenta gemessen, um die Versorgung zu prüfen.
- Kindsbewegungen: dein Eindruck zählt. Achte darauf, dass dein Baby sich weiterhin regelmäßig bewegt.
Solange diese Kontrollen unauffällig sind, kann in vielen Fällen abgewartet werden. Werden sie auffällig, wird die Geburt zeitnah eingeleitet oder eine Einleitung besprochen.
Warum die Versorgung nach dem Termin beobachtet wird
Nach dem errechneten Termin steigt mit zunehmender Dauer das Risiko, dass die Plazenta das Baby nicht mehr optimal versorgt. Auch die Fruchtwasser-Menge kann abnehmen. Beides ist nicht zwangsläufig, aber der Grund für die genauere Beobachtung.
Deshalb wird ab einem bestimmten Punkt das Für und Wider einer Einleitung abgewogen. Die Entscheidung hängt vom Befinden des Babys, der Fruchtwasser-Menge und deiner persönlichen Situation ab.
Wann eine Geburtseinleitung angeboten wird
Nach der aktuellen Leitlinie wird eine Einleitung ab ET+7 (SSW 41+0) angeboten und mit dir besprochen. Ab ET+10 (SSW 41+3) wird sie empfohlen, ab Erreichen der Übertragung mit ET+14 (SSW 42+0) dringend empfohlen, sofern das Baby nicht vorher spontan kommt. Der genaue Zeitpunkt wird individuell festgelegt.
Die Einleitung erfolgt je nach Reife des Muttermunds mit verschiedenen Methoden, etwa mit Medikamenten oder einer Eröffnung der Fruchtblase. Sie ist eine geplante, überwachte Maßnahme. Bei auffälligen Kontrollen kann sie auch früher notwendig werden.
Häufige Fragen
Die Fragen, die Schwangere bei überschrittenem Termin am häufigsten stellen.
Ein paar Tage über dem Termin sind häufig und meist unbedenklich. Damit es so bleibt, wird ab dem Termin engmaschiger kontrolliert. Mit zunehmender Dauer steigt das Risiko, dass die Versorgung über die Plazenta nachlässt. Genau das überwacht die Vorsorge.
Von einer Übertragung spricht man ab ET+14, also ab der vollendeten 42. Schwangerschaftswoche (SSW 42+0). Die Tage davor, von ET+1 bis ET+13, heißen Terminüberschreitung. Eine echte Übertragung ist heute selten, weil meist vorher entbunden oder eingeleitet wird.
Nach der Leitlinie wird eine Einleitung ab ET+7 (SSW 41+0) angeboten, ab ET+10 (SSW 41+3) empfohlen und ab ET+14 (SSW 42+0) dringend empfohlen, falls das Baby nicht vorher spontan kommt. Bei auffälligen Kontrollen kann sie auch früher notwendig sein. Der Zeitpunkt wird individuell festgelegt.
Typisch sind ein CTG zur Aufzeichnung der Herztöne, eine Ultraschall-Messung der Fruchtwasser-Menge und bei Bedarf ein Doppler-Ultraschall zur Prüfung des Blutflusses. Wichtig bleibt auch dein eigener Eindruck, ob sich dein Baby weiterhin regelmäßig bewegt.
Bewegung, Spaziergänge und Geduld schaden nicht. Hausmittel zur Wehenanregung sind in ihrer Wirkung nicht gut belegt. Bevor du etwas ausprobierst, sprich mit deiner Hebamme oder Ärztin. Manche Maßnahmen sind erst sinnvoll, wenn der Körper ohnehin geburtsbereit ist.
Sofort in die Klinik bei deutlich weniger oder fehlenden Kindsbewegungen, bei hellroter Blutung, bei Fruchtwasser-Abgang (besonders wenn es grünlich ist) und bei starken regelmäßigen Schmerzen. Im Zweifel lieber einmal zu oft anrufen als zu spät.
HINWEIS
Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Eine Terminüberschreitung gehört in fachliche Begleitung durch Frauenärztin und Hebamme. Bei verminderten Kindsbewegungen, Blutung oder Fruchtwasser-Abgang wende dich sofort an deine Klinik. Die Entscheidung über eine Geburtseinleitung wird immer individuell getroffen.
Stand: Juni 2026.



