Ratgeber · Geburtstermin

Geburtstermin per Ultraschall korrigieren

Der Frueh-Ultraschall in SSW 8 bis 12 misst die Scheitel-Steiss-Laenge und korrigiert den errechneten Termin bei deutlicher Abweichung.

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Mamenza-Redaktion
Zuletzt geprüft · 5 Min. Lesezeit
Schwangere Frau spaziert im herbstlichen Park in einem rostfarbenen Mantel

Beim ersten Ultraschall heisst es oft: dein Termin verschiebt sich um ein paar Tage. Das ist Routine. Der Frueh-Ultraschall ist die genaueste Methode, um den Geburtstermin festzulegen, genauer als die Rechnung aus der letzten Periode.

Gemessen wird dabei die Groesse des Embryos. Weicht sie deutlich vom errechneten Termin ab, wird der ET korrigiert. Ab dann gilt der per Ultraschall datierte Termin als der verbindliche.

Warum der Frueh-Ultraschall so genau datiert

In den ersten Schwangerschaftswochen wachsen alle Babys nahezu gleich schnell. Genetische Unterschiede in der Groesse spielen noch kaum eine Rolle. Deshalb laesst sich aus der Groesse sehr zuverlaessig auf das Schwangerschaftsalter schliessen.

Spaeter in der Schwangerschaft wachsen Babys individueller. Eine Groessen-Messung im dritten Trimester sagt deshalb wenig ueber den Termin aus. Genau darum ist das Zeitfenster zwischen Woche 8 und 12 fuer die Datierung ideal.

Was genau gemessen wird: die Scheitel-Steiss-Laenge

Im Frueh-Ultraschall misst der Arzt oder die Aerztin die Scheitel-Steiss-Laenge, kurz SSL. Das ist die Strecke vom Kopf (Scheitel) bis zum unteren Ende des Rumpfs (Steiss) des Embryos beziehungsweise Foetus. Beine und Dottersack zaehlen nicht mit.

MerkmalBerechnung per PeriodeFrueh-Ultraschall
GrundlageErster Tag letzte PeriodeGemessene Groesse des Embryos
Annahme noetig28-Tage-Zyklus, Eisprung Tag 14Keine, direkt gemessen
Gemessener WertKeiner, reine RechnungScheitel-Steiss-Laenge (SSL)
GenauigkeitAbhaengig vom ZyklusIn SSW 8 bis 12 sehr hoch

Aus der gemessenen SSL liest die Software das Schwangerschaftsalter ab und berechnet daraus einen Termin. Dieser wird mit dem aus der letzten Periode verglichen.

Wann der Termin tatsaechlich korrigiert wird

Nicht jede kleine Abweichung fuehrt zu einer Korrektur. Stimmt der Ultraschall-Termin in etwa mit der Rechnung ueberein, bleibt der urspruengliche ET bestehen. Erst ab einer deutlicheren Differenz wird umdatiert.

  • Kleine Abweichung: liegt sie innerhalb weniger Tage, bleibt es meist beim errechneten Termin.
  • Deutliche Abweichung: ueberschreitet sie in Deutschland etwa 7 Tage, wird der Termin auf den Ultraschall-Wert korrigiert.
  • Verbindlich: nach der Korrektur gilt der Ultraschall-Termin. Er steht so auch im Mutterpass.

Die genauen Grenzwerte koennen je nach Praxis und Schwangerschaftswoche leicht variieren. Je frueher der Ultraschall, desto kleiner die Schwelle, ab der korrigiert wird.

Was die Korrektur fuer Mutterschutz und Vorsorge bedeutet

Der korrigierte Termin ist nicht nur fuer die Geburt relevant. An ihm orientiert sich auch die Planung der Vorsorge-Termine. Fuer die Mutterschutz-Fristen ist der voraussichtliche Entbindungstag aus dem aerztlichen Zeugnis oder Hebammen-Zeugnis massgeblich. Verschiebt sich der ET durch ein neues Zeugnis, verschieben sich diese Fristen mit.

Wie der urspruengliche Termin aus der letzten Periode berechnet wird, erklaert der Beitrag zur Naegele-Regel. Und wie genau ein errechneter Termin ueberhaupt ist, liest du im Beitrag zur Genauigkeit des Geburtstermins.

Haeufige Fragen

Die Fragen, die zur Ultraschall-Korrektur des Termins am haeufigsten gestellt werden.

Die Berechnung aus der letzten Periode unterstellt einen 28-Tage-Zyklus mit Eisprung an Tag 14. War dein Eisprung frueher oder spaeter, stimmt das nicht. Der Frueh-Ultraschall misst die tatsaechliche Groesse des Embryos und ist deshalb genauer. Weicht beides deutlich ab, wird der Termin angepasst.

Die Scheitel-Steiss-Laenge (SSL) ist die Strecke vom Kopf bis zum unteren Rumpf-Ende des Embryos, ohne Beine. Sie ist im fruehen Ultraschall das genaueste Mass fuer das Schwangerschaftsalter, weil in dieser Phase alle Embryos sehr aehnlich gross sind.

In Deutschland wird der Termin in der Regel korrigiert, wenn die Abweichung zwischen Rechnung und Ultraschall etwa 7 Tage ueberschreitet. Kleinere Differenzen aendern den Termin meist nicht. Je frueher gemessen wird, desto kleiner ist die Schwelle.

Nach einer Korrektur gilt der per Ultraschall datierte Termin. Er wird im Mutterpass festgehalten und ist die Grundlage fuer alle weiteren Berechnungen, auch fuer die Mutterschutz-Fristen. Diesen Termin solltest du ab dann ueberall verwenden.

Nein. Eine Verschiebung um wenige Tage ist normal und meist Folge eines fruehen oder spaeten Eisprungs. Erst eine sehr grosse, unerwartete Abweichung wird genauer abgeklaert. Frag in dem Fall deine Aerztin, was der Befund konkret bedeutet.

In der Regel nicht. Der im Frueh-Ultraschall festgelegte Termin bleibt bestehen. Spaetere Ultraschall-Messungen dienen der Beurteilung von Wachstum und Entwicklung, nicht mehr der Datierung, weil Babys dann individueller wachsen.

HINWEIS

Dieser Artikel ersetzt keine aerztliche Beratung. Die Termin-Bestimmung und eine eventuelle Korrektur nimmt deine Frauenaerztin oder dein Frauenarzt vor. Der im Mutterpass festgehaltene Termin ist verbindlich.

Stand: Juni 2026. Wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig.